23 | 03 | 2019
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Rückblicke/Presse

Grandiose Damensitzung der Winkeler Bobbe

Männerballett, Showballett und herrliche Büttenvorträge waren Trumpf bei der CVW Bobbesitzung

Aus den Sitzungen des gastgebenden CVW, der Rauenthaler Reschhinkel, aus Hallgarten und aus Taunusstein setzte sich das Pro-gramm der Bobbesitzung zusammen, das bei über 150 „Rheingauer Bobbe“ für Furore sorgte. Gut gelaunt und witzig leitete Sitzungspräsidentin Anita Basting zum 11. Mal die „Bobbesitzung“ und für das närrische Jubiläum bekam sie eine Ehrung vom CVW-Vorstand. längst ist die Frauensitzung echter Kult und auch am Dienstag feierten die „Bobbe“ in der Brentano-scheune mit überschäumendem Temperament, ausgelassener Stimmung und viel Kokolores mit ihren Gästen die Fastnacht.

Über fünf Stunden tobte der Bär auf der Bühne, aber auch im Publikum. Bei fast jedem Musikstück standen die Bobbe auf und sangen, schunkelten und klatschten kräftig mit. Die Sitzungspräsidentin ließ die Damen im Saal feierlich auf das gemeinsame Fastnachtsfeiern der Bobbe schwören. Diese „Vereidigung“ ist nicht nur witzig, es ist auch beeindruckend, wenn die Frauen die Finger zum Eid heben und zum Beispiel „Diäten abschwören“ oder auf die „weiblichen Reize“ schwören.

Die Chose auf der Bühne eröffnete dann die CVW-Garde mit einem prachtvollen Gardetanz und sicherte sich damit begeisterten Beifall für diese sehenswerten Darbietung. Musikalisch ging es dann mit den Liedertafel Singers aus Hallgarten weiter: Als Emojis, die musikalisch den Rat „Mach Dir das Leben schön“ gaben: „Ganz egal wie es auch sei, mir mache uns des Lebe fei. Feiern hier im Saal -wie beim letzte Mal – Fassenacht“. Zu Stimmungsliedern wie „Paris, Paris, Paris“, „Jetzt erst recht“ und „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ heizten Karin Witschonke, Anni Kienberger, Roland Koch und Michaela Schmid die Stimmung im Saal auf. Mitgebracht hatten sie auch das Liedertafel-Ballett „Sparkling Diamonds", die tänzerisch mit einem Musical-Potpourri von „Rock around the clock“ über „Sister Act“, „Singing in the rain“, „Grease“ und „ABBA“ mit fliegenden Kostümwechseln eine Tanzvorführung der Extraklasse boten. Die Tänzerinnen und Trainerin Yvonne Schneider kamen ohne Zugabe nicht von der Bühne und dabei präsentierten sie auch ihre gesanglichen Fähigkeiten.

Und auch die Hallgartener „Die Haalebeern-Bube“ waren mitgekommen: Unter dem Motto „Liebestolle Toreros“ kämpften zwei Matadore um das Herz der feurigen Sefiorita Rolandina (Roland Koch) und wurden dabei von stolzen Toreros unterstützt. Die Torreros legten eine heiße Sohle aufs Parkett und kamen nicht um die Zugabe „The spanish night is over“ herum.

Einen erstklassigen Augenschmaus servierte die „Men Show of TCV“ der Taunussteiner Gockel: In tollen Star-Wars-Kostümen und später im Wechsel als rassige Cowboys fegten die Männer mit beeindruckenden Hebefiguren über die Bühne und tanzten sich in die Herzen der Bobbe.

Weiter ging es Schlag auf Schlag: Nicht fehlen durfte Feuerwehrmann Schorsch, der mit seiner Schwiegermutter im Dauerstreit liegt: „Letzt kam se mit einem Hexeschuss und do hab ich gesacht: Des kann gar nit sei, ich hab noch nie gehört, das die Hexe uff die eigene Leut schieße“. Auch ihr Argument, er trinke zu viel, selbst wenn er gar keinen Durst habe, tat Franz Georg Eger gekonnt ab: „Du guckst jo aach in de Spiegel, obwohl du gar nit schee bist!“.

Als „Frau lbbeldra“ bekannte die „Ehrennärrin“ des CVW, Magda Miltner, wie übel sie mit ihrem Mann dran ist: „Letzt war er widder fort und hot zuviel getrunke. Morjens war des Bett leer und ich bin erst mol die Zeitung hole gange. Do lag er vor der Haustür und schlief. Wenn de die Klingel nit mehr finds, dann hättst de doch nach mir rufe könne, habe ich ihm gesacht. Ei, ich wusst Dein Name nit mer“, habe der Ehemann  geantwortet und Magda stellte gemeinsam mit dem Publikum fest: „Gell ich bin ibbel dra!“.

Köstlich war auch der Auftritt des Rauenthaler Männerballetts. „Die Berschböbbscher“ fegten als heldenhafte, weibliche Robin Hood-Bande zu schottischen Dudelsack-Klängen und irischem Riverdance über die Bühne und ließen ihre Bäuche sehr zur Freude des Publikums ordentlich wackeln.

Der nächste Angriff auf die Lachmuskeln kam wieder aus der Bütt: Patrick Halbritter räumte als Fast Food-Fan mit allen Vorurteilen über Müllberge bei Burger King auf: „Des is mir grad emol egal“. Auch gesundheitliche Bedenken hatte Patrick nicht: „Ich werd weiterhin mein Happy Meal esse und es ist nur schlecht für mich, wenn die des Spielzeug vergesse“.

Nach der Pause ging es gleich in die Vollen mit der Zigeunergruppe KG 1900 Hofheim, die einen Auftritt der Superlative bot: Die mehr als zwei Dutzend Sänger, Musiker und Tänzer lieferten mit Live-Musik und -Gesang eine ABBA-Show in Originalkostümen ab, die sich gewachsen hatte. Der ganze Saal stand zu „Dancing Queen" und „The Winner takes it all“ kopf und als es dann noch Evergreens wie „Aber bitte mit Sahne“ und „Über den Wolken“ gab, gab es im Saal kein Halten mehr. Satte 30 Minuten feierten die Gruppe und die Bobbe gemeinsam die Musik.

Als nächstes kam wieder ein Augenschmaus, als die CVW-Tanzschläppscher einen Tanz mit tollen Schwarzlichteffekten zeigten, der die „Büroangestellte“ Lea Steinheimer in eine wunderbare Fantasy-Welt entführte: Britta Friedrich, Elena Carius, Jennifer Lang, Juana Mulz, Michelle Greifenstein, Myriam Jendreizeck, Nadine Ruppershofen, Rhoda Mulz und Sandra Maus sorgten unter der Leitung von Christina Charisse für einen „Dream of Fantasy“.

Ein gelungenes Debüt auf der CVW-Bühne gaben Mathias Reinhard und Nils Carius als „eineiige Zwillinge“: Allein der Größenunterschied der beiden Narren, die ausgerechnet an Altweiberfastnacht während der Party auf der Entbindungsstation das Licht der Welt erblickten und auf keinen Fall vertauscht worden sein konnten, sorgte für Lachtränen. Dass nur die Mutter die Zwillinge auseinander halten könne, glaubte im Publikum niemand so recht, da halfen auch nicht die verschiedenfarbigen Socken des völlig gleich gekleideten Paares.

Eine tolle Performance lieferte das Rauenthaler Showballett „Blind Temptation": „Wenn Technologie zur Droge wird“ ist der Titel des Tanzes, den die jungen Damen auf die Bühne brachten. Mit Leuchthandys als tänzerisches Element und einer Kiste voller Internetgeheimnisse überzeugten sie mit Grazie, Anmut und tollen Hebefiguren.

Kokolores vom Feinsten servierte das Winkeler Ehepaar Susanne und Michael Schäfer im Zwiegespräch. Michael im Kostüm einer Kaffeehausbedienung und Susanne als Gast stritten über „Tassen oder Kännchen“. Der Gast dachte auf die Antwort „Wir haben nur Kännchen“, dass das Cafe über keine Tassen verfüge und war bereit, sogar welche von zu Hause zu holen für die arme Bedienung. Besonders lustig war, dass die zornige Bedienung im schrägsten Rheingauer Dialekt sprach und der Gast hochdeutsch, wobei das Susanne Schäfer zur Freude des Publikums nicht immer leicht über die Lippen ging.

Dann stürmte das nächste Männerballett die Bühne: Die „Many Monky“ aus Bretzenheim an der Nahe kamen als sexy Außerirdische aus dem „Herzen der Galaxy“. Als die Weltraumtänzer sich dann auch noch auszogen und Popeye mit an Bord nahmen, gab es kein Halten mehr. Beeindruckend war der akrobatische Tanz mit vielen Hebefiguren.

Und echte Lachtränen flossen beim Auftritt von Bärbel Freudenschuß und Brigitte Mitteldorf, denn es kam zu heftigen Verwechslungen zwischen dem Fotografen, der auf Baby-Bilder spezialisiert war und einer Ehefrau, die glaubte, ein Mann von der Regierung sei gekommen, um ihr zu einem Kind zu verhelfen, weil es mit dem eigenen Mann nicht klappt.

Zum krönenden Ausklang verwandelte das CVW-Männerballett die Bühne in ein Computerspiel, in dem sich Super Mario gleich in mehrfacher Ausführung einen tänzerischen Kampf mit einem ganzen Clan von Prinzessin Rosellas lieferte. Zum Happy-End präsentierten sich dann Andreas Jendreizeck, Danny Scheer, Emil Kirschke, Jan Wahlen, Jörg Wehr, Franz-Georg Eger, Mario Kirschke, Martin Schneider,  Mathias Reinhard, Tobias Jendreizeck, Nils Carius und Reiner Firle in einem gemeinsamen Tanz mit Badeanzug und Shorts. Natürlich mussten sie eine Zugabe· drauflegen und die Trainerinnen Michelle Greifenstein und Paulina Kirschke durften stolz auf ihre Jungs sein. Mit ihrem unschlagbaren Rhythmusgefühl ließen sie die Lachtränen nur so fließen und läuteten schließlich im ersten Morgengrauen das Finale der Bobbesitzung ein. Alle Akteure kamen noch einmal auf die Bühne und ließen sich von den begeisterten Bobbe im Saal feiern.

 

16. Bobbesitzung 2019-1
Die Robin Hood Bande der Rauenthater Berschböbbscher.
16. Bobbesitzung 2019-2
Die Hallgartener Haalebeer-Bube kamen spanisch daher.
16. Bobbesitzung 2019-3
Die wilden Cowboys kamen aus Taunusstein.
16. Bobbesitzung 2019-4
Eine wundervolle Tanzshow zeigten die „Blind Temptations“.
16. Bobbesitzung 2019-5
Die Zigeunergruppe aus Hofheim mit ihrer Live-ABBA-Show.
16. Bobbesitzung 2019-6
Die Liedertafelsingers sorgten für Superstimmung.
16. Bobbesitzung 2019-7
Echten Kokolores servierten Susanne und Michael Schäfer.
16. Bobbesitzung 2019-8
Die Sparkling Diamonds tanzten sich durch legendäre Musicals.