Carneval Verein -Narrhalla- Winkel/Rheingau 1924 e.V.
12 | 07 | 2024
pixel

Männerballett, Kokolores und herrliche Büttenvorträge waren Trumpf bei der Damensitzung

Die „Barbie“ alias Mariett Schmoranz brachte es auf den Punkt: „Glitzer, Pink und Riesling, wie geil - leb Dein Lebe im Barbie-Style“. Und genau das traf am vergangenen Dienstag auf die Böbbscher-Sitzung zu. Der Saal kochte bei jedem einzel­nen Programmpunkt: Die Damensit­zung des CVW punktete auch bei der dritten Auflage mit neuem Konzept und die Böbbscher landeten einen vol­len Erfolg. Gut gelaunt leitete die neue Sitzungspräsidentin Lena Furk die vor über 20 Jahren vom Winkeler Carne­valverein Narrhalla ins Leben gerufe­ne „Bobbesitzung“. längst ist die Frauensitzung Kult und auch am Dienstag feierten die „Böbbscher'' in der Brentanoscheune mit überschäu­mendem Temperament, ausgelasse­ner Stimmung und viel Kokolores mit ihren Gästen Fastnacht. Aus den Sit­zungen des gastgebenden CVW, des Mittelheimer MCV, des Rüdesheimer RCV, der Rauenthaler Reschhinkel, des Johannisberger JCV, des Aulhausener Carnevalvereines, des Marien­thaler Carnevalvereines und aus der Wiesbadener und Mainzer Fastnacht setzte sich das Programm der Sitzung zusammen, dass bei gut 200 „Rheingauer Böbbscher“ für Furore sorgte. Über fünf Stunden tobte der Bär auf der Bühne, aber auch im Publikum. Bei fast jedem Musikstück standen die Närrinnen auf und sangen, schunkelten und klatschten kräftig mit. Die Sitzungspräsidentinnen, neben Lena Furk thronte auch Michelle Greifenstein an der Spitze des Elferrates und verteilte die Orden, hatten mit dem Elferrat im pinkfarbenen Outfit das Publikum schon gleich am Anfang mit dem Böbbscher-Lied in Wallung gebracht. Die Chose auf der Bühne eröffnete dann der CVW-Kanzler Mathias Reinhard, der sich mit rosa Tüllkleidchen in eine närrische Kanzlerin verwandelt hatte. Er rechnete mit Bundespolitikern und Despoten ab, drohte Putin, dem Zar von Russland: „Der Babbsack krieht rechts un links die Backe voll von mir'', ließ kein gutes Haar an den Klimaklebern und auch die Ortspolitik wurde glossiert mit einem Bürgermeisterwahlkampf, bei dem die Kandidaten ihren ganzen Tagesablauf medial veröffentlichten.

Das erste Highlight des Abend lieferte das Männerballett „Many Monkeys“ mit seiner Tanzshow „Seite an Seite nach Valhalla“ ab: Zu einem Ausflug in den hohen Norden und in die Welt von Odin führte die Show, wo kernige Männer mit Äxten, Fässern, und Bierkrügen temperamentvoll drauf lostanzten. Überrascht von einem Werwolf wurde daraus ein Kampf von Gut gegen Böse, den natürlich die Wikinger dank eines Knochens aus ihrem gegrillten Schwein gewannen. Verblüffend waren die vielen Hebefiguren und die exakte Choreographie. Kein Wunder, dass es im Saal kein Halten mehr gab. Vehement wurde die Zugabe eingefordert und die Damen hatten recht: auch die Zugabe war ein Knaller. Unheimlich beeindruckend war der über 15 Minuten lange Tanz mit vielen Hebefiguren und den Szenendetails. Die ersten Lachtränen ließen Anett Gietz und Sabine Brunk vom CMC aus Marienthal fließen: Als herrlich schräge Anwärterinnen bewarben sie sich auf die Deutsche Weinkrone. Weil die schon seit über 50 Jahren im Rheingau vakant ist, hatten sich die beiden Närrinnen in Schale geworfen: Anett im hautengen grünen Abendkleid mit Diadem und roten Locken, Sabine im historischen Dirndl mit Gummistiefel und einem Flaschenträger als „Winzerhandtasche“. „Wenn ich Dich so ansehe, krieh ich Hunger uff en Rollbrate“, waren die charmanten Kommentare der beiden trinkfesten Möchtegern-Weinköniginnen, die schon mal die Aufgaben vor der Wahl testeten und schließlich doch beim Weintrinken hängen blieben. Der urkomische Schlagabtausch war eine Krone wert.

Mit ihrem beim RPR1-Fastnachtssong-Kontest erfolgreichen Lied: „Jo­Jo, na-na, wie schee, das hat die Welt noch nicht geseh!“ sorgten dann die „Ausreisser“ Wilhelm Heymach und Frank Zimmermann für Stimmung. Die beiden Musiker ließen die Brentanoscheune erbeben, denn die Damen im Saal machten kräftig mit und schon standen, tanzten, klatschen und sangen alle das Lied mit.

Einen Augenschmaus servierte die Garde des Mittelheimer Carnevalvereins: 22 Tänzerinnen tanzten gemeinsam zu einem aktuellen Mallorcahit. Die MCV Garde zeigte wieder ihr Kön­nen mit spektakulären Hebefiguren und einem schwungvollen Garde­marsch. Unter der Leitung von Made­leine Rau tanzten Finja Lil Ritzau, Jil Nägler, Katharina Keßler, Maja Gre­bert, Hanna Rocholz, Luzie Stein­brück, Amelie Berg, Lea Schüne­mann, Laura Kropp, Diana König, Da­ria Tenge, Nele Korn und Fabienne Engelmann.

Der Hammer aber war der Auftritt der RCV-Barbie Mariett Schmoranz: auf Rollschuhen kam sie durch den Saal auf die Bühne und lieferte freispre­chend ohne Manuskript eine 15-minütige Büttenrede über das Leben im Barbie-Style ab. Einfach köstlich war der Einblick der herrlich schrägen „Puppe“ mit mehr Plastik im Hirn als in den Titten, in ihr Sexleben mit Ken, den sie ganz schnell gegen Weck, Worscht und Woi austauschte. Denn Barbie verließ ihre Welt und reiste mit einer Bauerndemo nach Rüdesheim, wo sie genau das fand, was sie sich erträumt hatte. Auch wenn ihr die gestandene Ur-Rüdesheimerin Susanne bei der Schloss-Suche in der Drossel­gasse und ihrem „Traum-Ken“ in Ha­jos Bierakademie einen Strich durch die Rechnung machte, wurde sie doch noch im Gnoom auf der Suche nach dem Glück fündig. Dieser Barbie-Vortrag gehört sicherlich zu den besten Büttenreden der Rheingauer Kampagne in diesem Jahr.

Nach 30 Minuten Pause ging es dann sehr heiß und sexy weiter, als das Aulhausener Männerballett die Bühne in Elas berüchtigte Moulin Rouge ver­wandelte und in Korsett, Hüfthalter und Strümpfen den ganzen Saal mit Can Can und der Frage „Voulez vous coucher avec moi?“ aufmischten. Jo­hannes Petersen, Valentin Keiffer, Fabian Zimmer, Marion Tietze, Francesco Mazzotta, Marius Reutershahn, Fabian Stutzer, Jens Roch, und Marius Heymach in ihren tollen Kostümen durften ohne Zugabe nicht von der Bühne.

Direkt vom Shoppingtrip kam Delfina Worm, die auf Jobsuche war und so gerne ins Fernsehen wollte. Mitge­bracht hatte sie ihr Shoppingmobil und das aus Mallorca bekannte Lied „Ich habe einen Delfin in meiner Bauchtasche“ entpuppte sich nicht nur als Lieblingslied von Delfina, sondern sorgte für Stimmung im Publikum, das nicht nur mitsang, sondern auch im­mer weitersang. Doch schließlich ging es weiter mit einem „Frauentausch“, bei dem sich Delfina Worm beworben hatte: Katrin Haß als schräge Ostdeutsche mit perfekter Dialekt-Imitation tauschte die Rolle mit Delfina. Die witzigen Unterschiede sorgten für Lachtränen: Sport wurde durch Alkohol ersetzt und auch sonst gab es kuriose Erziehungstipps. Das eingespielte Team mischte das Publikum sogar mit kleinen tänzerischen Darbietungen auf und hatte den Saal fest in der Hand.

Richtig brenzlig wurde es, als die Tanzgruppe „Höhner Stifterappeler“ als Astronauten mit Lichtgeschwindigkeit ins Böbbscher-AII schossen: Die elf närrischen Weltraumtänzer verstanden es prächtig, den Planeten der Damen mit toller Choreografie in ihren Bann zu ziehen, bekamen riesigen Beifall und selbstverständlich muss­ten sie eine Zugabe drauflegen.

In der Bütt gab sich dann ein Hauer die Ehre, der nicht demonstrierte, sondern eine Frau suchte. Da war Tobias Paltz als „Bauer Sepp“ bei den Böbbscher am richtigen Ort und die Damen im Saal schmolzen geradezu dahin bei den närrischen Eigenschaften, die dieser Bauer so alle mitbrachte. Kein Auge blieb trocken bei der komischen Suche nach der perfekten Frau für den „Traum-Bauer“.

Die nächste Augenweide kam von den „Funny Dance Sisters“, eine der Tanzgruppen des Taunussteiner Carnevalsvereins „Die Gockel“. Mit 20 Tänzerinnen sprengten sie fast die Bühne und verkündeten tänzerisch „Willkommen im Gen-Labor FDS“. Der anspruchsvolle Tanz mit viel Akrobatik und spektakulären Hebefiguren sorgte für Furore.

Der Kneipenchor „Petronillaspatzen“ sorgte zu später Stunde dann noch mal für mächtig Stimmung. Gemein­sam wurde „Sie gehört zu mir“ gesungen, „1001 Nacht“ und „Weiß der Geier''. Als „Petronillaspatzen“ sangen Fabian Zimmer, Marius Reutershahn, Ramon Kunz, Felix Sokoll, Florian Brasser, Yves Birkenstock, Fabian Stutzer, Paul Dries, Joshua Herborn, Linus Willig, Marius Heymach, Thorsten Koch, Pascal Stassen und Alexander Brömser. Einstudiert wurde der Männerchor von Madleen Heymach und Lena Furk.

Das Publikum war begeistert von dieser stimmungsvollen „Premiere“ der singenden Spatzen, die vor allem durch ihre eigene gute Laune die Böbbscher zum Mitsingen motivierten. Das Publikum johlte die Lieder alle mit und forderte vehement die Zugabe ein. So ertönte zum Abschluss der Pur-Hitmix, der lautstark mitgesungen wurde.

Wer dachte, mehr geht nicht, den belehrten die Rauenthaler Berschböbbscher mit ihrer schrägen „Woiköniginnen Show“ eines Besseren. Großartig war diese Tanzdarbietung des Rauenthaler Männerballetts: Stefan Schüler, Sänke Okaty, Mathias Pürper, Marius Nägler, Ralf Wangard, Thorsten Haberland, Frank Pinter, Julian Faust, Paul Fülwel und Jürgen Geibel boten unter der Leitung ihrer Trainerinnen Julia Kiefer, Barbara Wallisch und Tanja Haberland sogar Hebefiguren und hatten tänzerisch echt was drauf.

Die Kostüme sorgten zusätzlich für Lacher und die Damen im Saal waren von der Darbietung restlos begeistert. Für Superstimmung sorgte dann auch Tobias Jendreizeck als temperamentvoller Sänger mit den „feschen Girls“ Reiner Firle und Jörg Greiffenstein und Ehefrau Myriam Jendreizeck. Unter dem Motto „Mein lieber Herr Gesangsverein“ brachte das Quartett mit beliebten Volksliedhits den Saal zum Kochen und das Publikum sang lauthals mit.

Damit immer noch nicht genug, sorgten die CVW-Schobbedäncer mit fliegenden Röckchen, zarten Schenkeln und strammen Waden kurz vor Mitternacht für Riesengaudi.

Zum krönenden Ausklang hatte es das CVW-Männerballett prächtig verstanden, die Bobbe mit ihrer Jubilä­ums-Tanzvorführung „2 x 11 Jahre Schobbedäncer“ noch einmal von ihren Stühlen zu reißen. In lustigen Kostümen und mit ihrem unschlagbaren Rhythmusgefühl ließen Nils Cari­us, Markus Stell, Mathias Reinhardt, Reiner Firle, Sascha Seawert, Mathi­as Böhm, Jörg Greifenstein, Andi und Tobias Jendreizeck, Martin Schneider, Danny Scheer, Jan Wahlen und Franz-Georg Eger die Lachtränen nur so fließen und die Trainerinnen Michelle Greifenstein und Pauline Carius durften stolz auf ihre Jungs sein. Natürlich mussten sie eine Zugabe drauflegen und läuteten so schließlich im ersten Morgengrauen das Finale der Damensitzung ein. Alle Akteure kamen noch einmal auf die Bühne und ließen sich von den begeisterten Böbbscher gebührend feiern.

Mathias Reinhard lieferte ein geschliffenes Protokoll ab.
Beeindruckend war die Tanzshow der „Many Monkeys".
Wilhelm Heymach und Frank Zimmermann kamen mit ihrem Fastnachtshlt.
Mit einer der besten Reden in die­ser Kampagne schoss „Barbie" Mariett Schmoranz den Vogel ab.
Die Garde vom MCV begeisterte bei den Böbbscher.
Das Aulhausener Männerballett präsentierte sich als sexy Französinnen.
Vom CMC aus Marienthal waren Delfina Worm und Katrirf Haß mit ihrem herrlich komischen „Frauentausch" angereist.
Ließen die Lachtränen nur so fließen: Anett Gietz und Sabine Brunk.
pixel