Carneval Verein -Narrhalla- Winkel/Rheingau 1924 e.V.
18 | 07 | 2019
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Kokolores

Rentnersorgen - Rentnerleid

Kinder wie die Zeit vergeht.
Keiner mehr die Welt versteht.
Überall ist Not und Leid.
Was ist das hier für eine Zeit?

Was mache ich in meiner Not?
Wie schlage ich die Zeit jetzt tot?
Nichts zu tun und Langeweile.
Dazu Zeit und keine Eile.

Rentnerglück und Prostata.
Alt zu sein ist wunderbar.
Fröhlich geht die Welt zu Grunde.
Hei der Teufel ist im Bunde.

Hoffnung hat sich fortgeschlichen.
Ist dem Wort Egal gewichen.
Nichts ist gut nur alles schlecht.
Keiner macht`s dem Nächsten recht.

Jetzt ist Schluss mit diesem Stöhnen.
Keiner soll dem Trübsal frönen.
Frohgemut den Tag beginnen.
Im Leben zählt nur das Gewinnen.

Ab heute bin ich Optimist.
Weil der immer Sieger ist.
Die Zukunft sie ist wunderschön.
Lasst uns zu fernen Zeiten geh ‘n.

Alles wird so wunderbar.
Wie es niemals früher war.
Die Sonne scheint von früh bis spät.
Da sie niemals untergeht.

Der Tod er ist in weiter Ferne.
Leben tun wir Rentner gerne.
Holdrio und Hopsasa.
Das Glück ist für uns Rentner da.

Hohe Renten und Pensionen.
Jetzt wird sich das Leben lohnen.
Zweite Jugend Liebesglut.
Gibt den Alten neuen Mut.

Siechtum, Krankheit früher Tod.
War einmal und tut nicht Not.
Wütend warten nun die Erben.
Rentner haben Zeit mit Sterben.

Ein paar Spritzen machen fit.
Paar Tabletten nimmt man mit.
Es wartet schon das Mittelmeer.
Alter, was willst du noch mehr?

Badespaß am Ostseestrand.
Safarifahrt im fremden Land.
Kurztrip hin zu den Azoren.
Alt sein ist wie neugeboren.

Viagra ist die Rentnerpille.
Steife Prise wo einst Stille.
Junges Weib und alter Mann.
Mit Hundertzwanzig er noch kann.

Die Witwe zieht nach Afrika.
Ihre Zukunft sieht sie klar.
Dort gibt es viele junge Männer.
Neue Liebe ist der Renner.

Der Rentner seinen Porsche liebt.
Sein Augenlicht ist arg getrübt.
Mit zwanzig um den Häuserblock.
Das macht Freude, alter Bock.

Da ist doch noch die Prostata.
Glatze dort wo einst das Haar.
Bierbauch und der Hörverlust.
Zittern, Röcheln auf der Brust.

Was ist wahr am Rentnerleben?
Soll ich mir die Kugel geben?
Kann ich das Alter froh ertragen?
Muss ich zu all dem Amen sagen?

Ich weiß es nicht und das ist gut.
Das Leben gibt mir neuen Mut.
Was nicht mehr ist, es ist vorbei.
Mir ist das letztlich einerlei.
Ich lebe so, wie ich es kann.
Bin ein froher, alter Mann.
Ich freu mich, wenn die Sonne lacht.
Schlafe gut, hier jede Nacht.
Bin glücklich, jetzt in Ewigkeit.
Holt mich der Tod, bin ich bereit.
Helmut nennt man mich mit Namen.
Habt euch Wohl und AMEN!

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