20 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Mit Jakob Welz kommt die Verwaltung in die Winkler Narretei. Die Finanzen werden geordnet, gleichzeitig erledigt er manche schriftliche Arbeiten mit, wenn beispielsweise der amtierende Schriftführer Philipp verschnupft reagiert, weil seine Hymne von der Jury nicht den 1. Preis erhielt. In die Arbeiten des Schriftführers teilen sich in der nächsten Zeit auch andere Vorstandsmitglieder wie Gehrig und Lewenz, damit sich Jakob Welz mehr seiner korrekten Kassenführung widmen kann.

Über das Jahr 1951 schreibt Josef Lay im Narrenspiegel 1952 folgendes: „Als neuer Erfolg kamen dann im Jahre 1951 die hinzu. Unter stürmischen Beifall sangen sie in schmucker Matrosenuniform auftretend mit sehr großem Erfolg. Ihnen gehören an Annemarie Roscher, Liselotte Gehrig, Joachim Gehrig, (jetzt 1.Schriftführer), Heinz Roscher und Gustav Gorgus, der blendende Zeichner und Bühnenbildner seit der Wiederbelebung der „Narrhalla“.  Auch das Jahr 1951 reit sich würdig an die Vorjahre und bewies, dass mit jungen Kräften und dem alten Geist erstaunliches zu leisten ist.

Am 11.11.1951 stieg dann als Mitgliederversammlung eine frohgelaunte Sitzung, in der sich wieder die bewährten Büttenredner übertrafen. Dieser Sitzung war es auch vorbehalten, die Gründungsmitglieder und 1. Anhänger mit den auszuzeichnen. Soweit die Ausführungen der Altvorderen Josef Lay.
Am 22. Juli 1951 unternimmt der Verein einen Ausflug ins Blaue. Dazu hat die Fa. Maul & Litzendorf das Motorboot  „Condor“ und einen Sandkahn zur Verfügung gestellt. Die beiden Boote wurden seitlich vertäut, mit Bänken bestückt und reichlich mit Birkenbäumchen ausgeschmückt. (ein derart abenteuerlicher Verbund wäre zu einem späteren Zeitpunkt unweigerlich von der Wasserschutzpolizei aus dem Verkehr gezogen worden!)

Mit dieser „Arche Noah“ schipperten die Narren bis nach Ginsheim/Altrhein und zurück. Es war wunderbares Sommerwetter, die Stimmung prächtig und damit eine großartige Sache der „Narrhalla“. Darüber waren sich alle Teilnehmer der Rheinpartie einig. Wenige Tage später, am 4. August kamen die Aktiven des MCC mit ihrem Präsidenten Jakob Wucher auf ihren Jahresausflug nach Winkel zu Besuch. In der Zwickmühle wird gemeinsam mit den Winkler Narren gefeiert. Neben Heinz Kloos als offiziellen Redner wurde die „ Blaue Fünf“ für ihre Gesangsvorträge von den Mainzer Carnevalsfreunden begeistert bejubelt. Jubel und Trubel bis in die Abendstunden. Damals waren auch diese Mainzer noch Narren zum Anfassen, die von den geistigen Höhenflügen der Fernsehfastnacht kaum beleckt waren! Zum Abschied lud der Präsident Jakob Wucher Vorstand und Elferrat zur närrischen Generalversammlung in das kurfürstliche Schloß nach Mainz ein. Dieser Einladung sind wir dann gerne nachgekommen. Diese Sitzung (nichts anderes war die närrische Generalversammlung des MCC) hatte noch die fastnachtliche Ursprünglichkeit, die später durch die Fernsehsitzungen immer mehr verloren ging.

Die Umschreibung „Närrische Generalversammlung“ für den 11.11. wählten die Mainzer, nach Aussage ihres Präsidenten, weil es starke Vorbehalte aus kirchlichen Kreisen gab. Man fand es einfach unpassend bereits im November mit der Fastnacht anzufangen.  Nun, das Kind erhielt einen anderen Namen und alles war in Butter. Übrigens hat es auch in Winkel hin und wieder Vorbehalte gegen eine Sitzung am 11.11.gegeben, ob es aber immer kirchliche Kreise  waren die da opponierten, da bin ich mir nicht so sicher. Hatte doch der große Anfangserfolg des wiedererstandenen Vereines nicht nur Freunde gefunden. Jedenfalls einige weitere Plus - Punkte dürfte die Narrhalla im November gesammelt und einige fröhliche Narren dazu gewonnen haben. Das Programm kam gut an und die Stimmung war kaum noch steigerungsfähig.

Elferrat und Vorstand fanden sich Anfang Dezember im Rheingauer Hof zur Abschlussbesprechung, bei der wenig besprochen aber viel gelacht wurde.

Zum  Sylvesterball traf man sich dann erneut bei Merscheid um im fröhlichen Kreis das alte Jahr zu verabschieden und dem Vorsatz: Im neuen Jahr wird alles noch besser werden!  Na und? Man wird sehen, lassen wir uns überraschen!

Nachdem der neue Spielmannszug nun mit reichlich Furore (zu hastig, wie sich später herausstellen sollte) Einzug im Verein hielt, muss noch einmal ein Blick auf die verflossene Kampagne gestattet sein. Da gab es doch einige Kuriositäten, die heute exotisch anmuten, damals eben auch zum Alltag gehörten. Es war  durchaus normal, wenn als ungewollte Einlage das Licht im Saal der „Rose“ erlosch, dann ein vielstimmiger Ruf nach des „Weidmanns Karl“ erklang. Der Karl war der Einzige, der die abenteuerlichen Wege der Stromzufuhr und die unzähligen Flickstellen in dem alten Gemäuer kannte.

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