18 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Im Elferrat tritt Karl-Heinz Derstroff an die Stelle von Philipp Mayer, der nicht mehr mitmachen wollte, er war verschnupft. („Verschnupft sein“, eine Krankheit, die bei Carnevalisten öfters in Erscheinung treten kann!)
Am 26. August wurde von der Gräflichen Familie zu einem Erinnerungstanzfest  nach Schloß Vollrads eingeladen. Zum Tanze spielten die „Rathausmusiker“ (Karl Betz –Hans  Eckes – Manfred Reimann) auf. Nachdem sich die anfängliche Befangenheit vor allem der honorigen, Alt-Carnevalisten gelegt hatte, wurde es ein recht vergnüglicher Abend für alle Beteiligten, woran natürlich der exzellente Vollradser Wein einen großen Anteil hatte.

 

Am 11.11.1950 fand dann die närrische Generalversammlung im Hotel Merscheid statt. Es kam zur verstärkten Nachfrage nach Karten, diese wurden nur an Mitglieder für 2 Mark ausgegeben. Eine Mark wurde an der Abendkasse dann wieder erstattet.

Noch im Jahr 1950 wurde vom Carnevalverein ein Liederwettbewerb ausgeschrieben. Gesucht wurde ein Lied aus Winkel, für Winkel, über Winkel. Es gab eine ganze Reihe von Einsendungen. Einstimmig votierten die Juroren für das „Winkler Lied“ von Joachim Gehrig. Die Auswahl wurde von unabhängigen, unparteiischen Wertern vorgenommen. Die Autoren wurden erst nach der Entscheidung der Jury den Juroren bekannt gegeben.

Das  Winkler  Lied

Die Perle in dem Rheingau ist unser Winkel hier,
ein Sonnenplatz im Weingau, ein Herrgottswinkel schier.
Der Fremde der getrunken hier manchen Becher Wein,
träumt gerne noch versunken, von Winkel und vom Rhein.

Refrain:
In allen Gassen froh erklingt in heimatlicher Sprach‘
Das Winkler Lied und alles singt: „Mer freie uns – mer aach!

Schloß Vollrads grüßt vom Gipfel herab zum Rheines Strand,
vom Oabau bis zum Hüpfel, uraltes Rheingau-Land.
Der Ensing und das Steinchen, der Lett, der Hasensprung,
die spenden uns ein Weinchen, das hält uns ewig jung.

Refrain:

Es gibt so viele Lieder, vom Rhein und auch vom Wein,
und immer kehrt drinn wieder: Ein rheinisch Mägdelein.
Dies sind drei Herrlichkeiten, die jeden stimmen froh.
Und wer sie möchte meiden, wer besser nit mehr do‘.
Refrain:

Text und Melodie: Joachim Gehrig

Das Lied wurde auf der 1. Sitzung am 28. Jan. 1951 dem Publikum  vorgestellt und begeistert aufgenommen. Gleichzeitig stellte sich die neue Gesangsgruppe „ Die blaue Fünf“, die aus den Ehepaaren Joachim und Lieselotte Gehrig, Heinz und Annemarie Roscher und dem Solisten Gustav Gorgus bestanden. Die Fünf trugen blaue Matrosenkleidung, deshalb: “Die blaue Fünf“.

Die Gründung einer Gesangsgruppe hatte sich zwangsweise ergeben, weil sich das „Quartettche“ bald auflöste, und zur Sitzung gehört nun mal Gesang, wie auch immer – nun wir Fünf „Künstler“ durften aber nicht so einfach auf die Bühne. O Nein! Der hochwohllöbliche Vorstand musste natürlich prüfen, ob unsere Gesangskünste den sittenstrengen Ohren der Vereinsvorderen genehm waren! Wir mussten also antanzen und vorsingen, dann wurde gnädig die Erlaubnis zum Auftreten erteilt. Nach den ersten großen Erfolgen der Gruppe war vom Vorsingen dann nicht mehr die Rede. Heute kann ich mich bei mancher Darbietung, die ich zusehen und hören bekam des Eindrucks nicht erwehren, dass vorher eine Prüfung sicher nützlich gewesen wäre. Bei so manchen Pseudonarren hat sich das nötige Fingerspitzengefühl in die Ellenbogen zurückgezogen. –Gute Witze kleben nicht – wir haben die Parodien nie mit schweißigen Händen serviert und bei uns brauchte man sich nicht schämen mit anderen gelacht zu haben!

Alle Texte und die Zusammenstellung kamen von dem Leiter der Gruppe Joachim Gehrig. Er war nun bereits eine feste Größe der Winkler Fastnacht. Durch den Neuzugang im Vorstand durch Jakob Welz bekam der Verein eine noch bessere Ausstattung, denn Jakob Welz  hat  über viele Jahre an den Fundamenten der „Narrhalla“ kräftig mitgebaut, er darf mit Fug und Recht zu den Großen Alten zählen, die der Verein nie vergessen sollte!

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