18 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Selbst die Vorträge der weniger geübten Neulinge wurden von dem Publikum wohlwollend aufgenommen. 74 der Anwesenden erklärten am Abend noch ihren Beitritt zum  CVW. Dazu kamen noch die Elferratsmitglieder und einige Helfer, alles in allem konnte der Start mit ca. 100 Mitgliedern beginnen. Eine Hauptversammlung hatte noch nicht stattgefunden, folglich wurden die Vorstandsposten kommissarisch besetzt. In der Aufbruchs-Euphorie wurden die notwendigen „Vereinskräm“ nun mal nicht so wichtig genommen. Den Vorsitz übernahm Gottlieb Heinrich Eger, Schriftführer wurde Philipp Berg, der ja in manchen Winkler Ortsverein dieses Amt versah. Hans Stumpf zeichnete für die Kasse verantwortlich, da er als Volksbank-Angestelter ja sicher mit Geld umgehen konnte.

Der Elferrat setzte sich nach der „Feuertaufe“ am 11. im 11. 1949 wie folgt zusammen:

Präsident Berg Chambes
Vizepräsident Kloos Heinz
Kanzler Berg Peter
Vizekanzler Becker Hermann
Protokoller Berg Philipp
  Stumpf Hans
  Freimuth Wigbert
  Meder Heinrich
  Mayer Philipp
  Roscher Heinz
  Gehrig Joachim
Zeremonienmeister Gorgus Gustav
  Schwarz Günther

Acht dieser Elferratsmitglieder waren ehemalige „Rheinbankbündler“. Zu diesem „Stammpersonal“ waren aus den jeweiligen Vereinsvorständen Wigbert Freimuth von der Katholischen Jugend, Heinz Roscher vom Heimatverein und Joachim Gehrig auf Empfehlung hinzugekommen. Freunde aus der Laienspiel-Gruppe des Heimatvereins, Gustav Gorgus, Ernst Grimm und Günther Schwarz waren mit Roscher zum erneuerten Verein gestoßen und sie bildeten den harten Kern der künftigen Bühnenbau Truppe. Dazu Hermann Becker sen., der in der Anfangszeit auch wiederholt wertvolle Hilfe bei Aufbau und Materialbeschaffung einbrachte. Ohne die Leistung aller anderen Feierabend-Mitarbeiter, auch derer die hier nicht genannt sind, schmälern zu wollen, ist die Arbeit von Gustav Gorgus als einmalig zu sehen. Er hat oft unter widrigsten Umständen den Bühnenbau organisiert, dekoriert, ideenreiche wunderschöne Bühnenbilder gestaltet, immer unter der Prämisse, dass alles möglichst nichts kosten darf, dafür aber viel Zeit und Mühe für ihn und seine Mitstreiter brachte! Ganz kurz gesagt: Der Carnevalverein hat Gustav Gorgus sehr viel zu verdanken!

Es bleibt nun mal eine bemerkenswerte Tatsache, dass der Erfolg eines Büttenredners schnell bekannt wird. Weit weniger, oder oftmals gar nicht erfährt man von den „Heinzelmännchen“ die emsig werkelnd, Bretter zusammen zimmern, damit diese dann den Akteuren, jenen „Großen Künstlern die Bretter der Welt“ bedeuten können! Dabei darf ruhig angemerkt werden, dass von den vielen großen Bütten-Assen sicher nicht alle den Ehrgeiz hatten, die tiefen Teller zu erfinden. Die Fastnacht ist ein Großmarkt der Eitelkeiten auf dem findet sich Viel. Herzhaftes und zartes, deftiges und scharfes, frisch und schmackhaft wenn es aus dem eignen Garten kommt. Man erlebt aber auch Fundsachen von den Flohmärkten der närrischen Poeten die vom Zahn der Zeit benagt, oft so schmuddelig sind, dass man sie nur mit der Zange anzufassen wagt. Ein großer alter Mainzer Narr, ich glaube es war Seppel Glückert, hat einmal treffend bemerkt: “ Wir sind nicht prüde, doch bei Zeit für absolute Sauberkeit“. Da muss man nichts hinzufügen!

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