18 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

„In Winkel ist die Revolution ausgebrochen“ so konnte man meinen wenn man das Treiben des Carnevalvereins am Fastnachtssonntag beobachtete. Der Rathausplatz war wegen Bauarbeiten nicht zugängig und so gab es keinen Staatsakt. Dafür tummelte sich jede Menge finsterer Gestalten und noch mehr Zuschauer im Hof der Volksschule. Dort hatte sich  ein wildes „NÄRRISCHES REVOLUZIONSTRIBUNAL“ etabliert. Komiteeter und Vorständler, außer Heinz Kloos, er bestand auf feinen Zwirn, Alois Basting und Jakob Welz musste ihm zur Seite stehen. Ja was sein muss, das musste wohl sein! Wir anderen vom Komitee und Vorstand fühlten uns jedenfalls im Räuberzivil Pudelwohl, ja  und die riesige Menge närrischen Volkes das sich bei herrlichem Wetter einfand,  spendete reichlich Beifall. Die Persiflage auf den Umsturz in Cuba vor einiger Zeit durch Fidel Castro war der gelungene Ersatz für den Staatsakt, dem eine Auffrischung gut zu Gesicht stehen konnte. Manches wird durch zu vieles wiederholen selten besser. Daher war die spontane Idee, vom Kaiser Bob, mehr als gut geeignet ein wenig Abwechslung in eingefahren Rituale zu bringen. Am Rosenmontag zogen wir mit einer kleinen Gruppe nach Rüdesheim um das Finanzamt zu stürmen. Nachdem Heinz Billigen und Franz Eger, unsere Paradeclowns die Konfettikanone in Stellung brachten ergab sich die Finanz-Bastion. Von den Bediensteten wurden wir freudig begrüßt, mit köstlichstem Trunk gelabt, hatten wir doch die Zinsknechte von ihrer schweren Arbeit für eine kurze Zeit befreit. Ein Riesengaudi, die Presse hatte ausführlich darüber berichtet.

Vom 8. Februar, dem „Närrischen Revolutionssonntag“ an, konnte man annehmen, dass die Narren des Rheingaus alle bei uns in Winkel versammelt waren. Der Manöverball beim „Zwick“ und der Maskenball am Rosenmontag in der „Mausefalle“ (Taunus) übertrafen alles bisher erlebte. Selbst der sonst eher ruhige Dienstag sah erheblich mehr Straßenfastnachter  als in den vergangenen Jahren. Unser Vorsitzende Karl Hamm erbarmte sich der  „Einsamen Fastnachter- Frauen“  und lud sie zum Kräppelkaffee ein. Darüber waren natürlich unsere Damen gar nicht böse! Erst am Aschermittwoch zeigten sich die Kampfspuren der goldigen Fasenacht. Die Helden waren heiser und müde von den erheblichen Strapazen, daher traf sich nur ein kleines Häuflein Unentwegter bei  Fine Basting zum Herings Essen. Zum Schlappe - Donnerstag waren die Gesichter dann  wieder entspannt und fröhlicher. Entsprechend größer war die Zahl der Narren die sich zum endgültigen Kehraus bei Schweikerts Martin einfanden.

Es folgte die bekannte Verschnaufpause, die sich alle Fastnachtskämpen der rebellischen Tage in diesem Jahr ehrlich verdient hatten. Nach einer, im wahrsten Sinne des Wortes, närrischen Kampagne die unter den denkbar düstersten Vorzeichen begann und sich dann zu einer der erfolgreichsten im Dezennium gewandelt hatte.

Am 21. März trafen sich die Aktiven zum gemütlichen Beisammensein in der Bauernschenke. Wie üblich bei Treffen des „Stammpersonals“ ließ man nochmals die letzten Wochen Revue passieren. Der Knopphut und der Eger Franz kalauerten, Heinz Kloos kochte nochmals die bekannte „Gadesupp“ und die „Madam Ev‘“ auf. Es wurde viel gelacht und alle waren rundum zufrieden. Doch der Ruhm von Gestern zählt nicht mehr und der von Heute schmilzt schon sehr und der von Morgen? gibt noch gar nichts her! Daher fand unser Vorsitzender auch ein paar mahnende Worte, ab und zu ein wenig an die kommende Saison zu denken. Hatte sich ja in der Vergangenheit gezeigt, dass die Programmgestaltung öfters ein Vag Banque Spiel war und die Vorarbeiten dazu früher einsetzen sollten. Zumal im kommenden Jahr wieder ein Zug angedacht war. Karl Hamm bekam freundlichen Beifall für seine Worte, es wurde freundlich  und noch fröhlicher geplaudert, dann ging alles froh und heiter gestimmt nach Hause. Ob es Ideen gebracht hat?

Es folgte ein langer Sommer zum Nachdenken, der vom Präsidenten mit einer Einladung zur Arbeitssitzung am 26. September in die Strausswirtschaft Eger, unterbrochen wurde. Hier mahnte Heinz Kloos die bessere Mitarbeit an und erinnerte an die Worte von Karl Hamm. Nur, die unsicheren Kantonisten die es betraf, davon fehlten die Meisten. Es war gegen die Wand gesprochene - goldene Worte!

Nun, der 11. im 11. kam am 14. November in ein volles Haus wie gewohnt. Der Elferrat parodierte die Musterung Jahrgang 22. Der Vorsitzende gab den Startschuss mit einer launigen Eröffnungsrede, dann wurde es natürlich richtig närrisch als Heinz Kloos die versammelten Narren begrüßte. Alois Basting routiniert als Kanzler in der Bütt. Danach wurden unsere Beludis gleich stürmisch begrüßt und nach ihren “Ein Schiff ist aus Eisen“ kamen sie ohne Zugabe nicht von der Bühne. Wir, das Zwiegespräch Grimm-Roscher, bekamen mit unseren Blödeleien wie immer reichen Beifall. Doch sollten wir zum ersten Mal von einem Neuling auf der närrischen Bühne ausgestochen werden. Es kam „Es Williche“ Willi Faust, ein Original, der das Publikum zu Tränen rührte, allerdings vor Lachen! Wie er vom “Vadder, dem Hund un ich soin Kind“ in der Bütt deklamierte, da blieb kein Auge trocken. Der Carnevalverein hatte ein Unikum gewonnen, dessen skurrile Vorträge später immer großen Beifall hervorriefen.

Unser Freund Emil aus Lorch, der Vorsitzende der Vereinten Carnevalvereine Dr. Dahlen überbrachte humorvoll die Grüße des Verbandes und nachdem ordentlich geschunkelt war, lachten alle über den lustigen Schambes, Franz Eger. Nach der Pause erzählte Heinz Kloos vom Italienischen Flair, die Beludis sangen mit ihrem Potpourri das Publikum regelrecht von den Stühlen. Da wurde es für die Margret  sehr schwer ein  Ansteigen der Stimmung zu erreichen. Es folgten die Clowns Eger-Billigen mit reichem Beifall und den Schlussakkord setzten die Beludis. Schlussansprache wie immer, dann wurde getanzt und wie! Hoffnungsfroh sahen wir nach dieser prächtigen Sitzung der neuen Kampagne entgegen.

soweit die Vereinschronik des CVW, geschrieben von Heinz Roscher

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