23 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Der Außenpolitische Vortrag Joachim Gehrigs übertraf wie immer alles bisher Gebotene. Neben seiner besonderen Fähigkeit das Zeitgeschehen geschliffen, parodierend in Form zu bringen, kam sein enormer Fleiß, der seine Verse zu wahren Meisterwerken werden ließen. Er hat lange an seinen Reimen gefeilt, verbessert, neu geschrieben, immer wieder gekürzt, bis seine Vorträge die Fassung besaß, die er glaubte seinem Publikum anbieten zu dürfen. Dazu oft geprobt bis er seinen Vortrag pointiert im Griff hatte. Danach waren ihm Tage vor den Auftritten Hundeelend vor Lampenfieber. Wir, die wir den Könner der literarischen Fastnacht über lange Jahre begleiteten wussten, dass Joachim Gehrig einer der Größten unter den Carnevalisten war  und im Rheingau keiner ihm das Wasser reichen konnte.

Der Gesangsgruppe „Beludis“ gelang es dann noch die Stimmung zu steigern, die drei Jungs hatten sich innerhalb kürzester Zeit eine Spitzenposition im CVW, wie schon früher erwähnt, erobert, und stellten dies am Abend erneut unter Beweis. So kurz vor Ende einer so großen und natürlich auch langen Sitzung war es für die Clowngruppe außerordentlich schwer das Narrenvölkchen  aus dem Häuschen zu bringen. Den Clowns gelang es mit Bravour der Präsident konnte dann zufrieden die froh gestimmte Schar in die Sternenklare Januarnacht entlassen. Auf dem Heimweg wurde eifrig und angeregt von den erheiterten Besuchern der Abend kommentiert und  gelegentlich dadurch einige Einwohner aufgeweckt. Aber da die Straßen - Anwohner Winkels Kummer gewohnt sind, gab es deshalb keine Beschwerden. Es folgten zwei Fremdensitzungen am 5. und 9. Februar mit gleichem Programm, garniert  mit einigen originellen und manchem bekannten Wandervortrag, unserer befreundeten Vereine.

Es folgten die hohen Feiertage und der Samstag brachte eine recht beachtliche Zahl kostümierter Carnevalisten zum „Hackes“ (Ortsüblicher Name vom Hotel Merscheid, der Inhaber Josef Merscheid war Metzgermeister, daher Hackes) Wie schon gewohnt herrschten enge Verhältnisse, doch dies tat der Stimmung keinen Abbruch. Getanzt und geschunkelt wurde was das Zeug hielt. Ehrenkanzler Peter sah man hochzufrieden, wie selten. War nun sein Wunsch endlich mal richtig in Erfüllung gegangen, unter Uns, ohne großes Programm, nur zur Entspannung aller Mitwirkenden und Helfer des Vereines. Nun war da noch die Sekt bar im ersten Stock, die ja auch besucht sein wollte! Für manchen Fastnachtsmatator wurde, wenn es seine oft recht schmalen Finanzen überhaupt gestatteten kaum eine Erholung. Müde, doch sehr zufrieden, gab es eine kleine Portion Schlaf, denn der Höhepunkt am Sonntag mit dem Staatsakt auf dem Rathausplatz sollte ja besonders festlich begangen werden. Wie nicht anders zu erwarten, zeigte sich auch der Wettergott besonders freundlich und so strömte viel Volk zusammen um den Prinzenpaar und den närrischen Komitee zu huldigen. Die Menge sie staunte, natürlich kamen Prinz und Prinzesschen hoch zu Ross, entsprechend gab es viel Jubel für das hübsche Paar. Dazu wurde gesungen, noch mehr geredet, der Bürgermeister-Stellvertreter übergab wie üblich die Rathauschlüssel und wieder wurde geredet, die Geisenheimer Musik spielte und alles war Jubel und Trubel und noch mehr Heiterkeit, wie es sich eben so im närrischen 33-ten Jahre gehört. Fröhlich gestimmt und bestens gelaunt zog dann die Schar fast traditionsgemäß zur Zwickmühle. Dort konnte, wer es schaffte, in dem überfüllten Haus, zu tanzen versuchen.

Am Rosenmontag trafen sich Vorstand, Elferrat, Ehrenmitglieder und die Gardemädels  im Hause-Basting-Linke. Der Prinz hatte zum Empfang geladen. Nach den mehr als gelungenen Veranstaltungen des Vereines im Prinzenjahr war selbstredend die Fröhlichkeit mit in die gastlichen Räume eingezogen. Küche und Keller boten das Beste und das löste sehr schnell die Zungen. Allerlei Späße, mehr bekannte als neue Witze machten die Runde. Unser „Knopphut“ verstand es in seiner Art, auch jene Kalauer mit den längsten Bärten unter die Leute zu bringen und alles kugelte sich vor Lachen, weil er es wie selten einer verstand, Witze zu erzählen. Dazu fand sich Gereimtes zu manchem auf das man sich keinen Reim machen konnte In einem Satz: „Fasenacht in Reinkultur“. Bedauernd mussten wir „Narren vom Dienst“ uns von der illustren Runde verabschieden weil die Pflicht rief.  Kassenbesetzung war gefordert, in der Mausefalle fand ja unser Maskenball statt und die ersten Masken warteten bereits vor der Tür. Selbstverständlich ein volles Haus und damit ein zufriedener Kassierer mit einer gut gefüllten Kasse! 
Der Fastnachts-Dienstag sah dann einen kleineren Kreis im Gründungslokal des Rheinbankbundes, im Rheingauer Hof. Hier ging es nun nach den Turbulenzen der letzten Tage recht ruhig zu. Lediglich die durchziehenden Schnorrer Gruppen sorgen für den entsprechenden Trubel und bedachten uns mit den entsprechenden Sprüchen. Manche jener als Großmütter verkleideten Rambo-Narren ließen manche Sätze los, bei denen, wie man da zu sagen pflegt, „Kein Etikett drauf war“. Da gab es rüde Witzeleien mit Fäkalien Touch, Geschmacklosigkeiten die nur langweilten. Erfreulicher Weise kamen auch viele Maskierte originell verkleidet deren einziges Anliegen das Entlarven der Nichtigkeiten war. Dafür ist die Fastnachtszeit wie geschaffen und der rechte Narr wird den leichten Schlag mit der geistigen Pritsche des humorigen Schnorrers lächelnd parieren, auch wenn ihm inzwischen ein anderer mit dem Schläuchelchen sein Weinglas geleert hatte. Der wahre Humor, er grinst eben nicht - er lächelt!

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