18 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Es folgte die bekannte Sommerpause der Carnevalisten. Für die geschlossene Fahrt zum Burgfest nach Kiedrich waren wenige Vorbereitungen zu treffen. Ein Bus wurde bestellt und  am 3. August da zogelte eine frohgelaunte Meute bei herzlichstem Sommerwetter nach Kiedrich. Dort angetroffen, fanden wir nach einigen Suchen, außerhalb von Kiedrich in Richtung Hausen einige Tische und Bänke, garniert mit einem überforderten Festkomitee, das mit den viel zu geringen Sitzplätzen wie gebissene Löwendompteure zu jonglieren versuchten. Da zu konnte über den Ablauf des „Festes“ respektive  Programm, nur nervöses Achselzucken  erreichet werden. Da gab es für die Winkler Kämpen keine große Aufregung und noch weniger Diskussionen nur einfach: Abmarsch nach Kiedrich. Dort fanden wir auch gleich das gute, richtige und gemütliche Lokal. Hier spulten wir unser eigenes Programm ab, die Stimmung stieg, weitere Gäste fanden sich ein, das Lokal wurde voll und voller, mancher der Gäste und von Unsereiner auch. Der Wein war vorzüglich, die Wirtsleut‘ hoch zufrieden und haben die Winkler Carnevalisten sicherlich in guter Erinnerung behalten. So wurde aus dem 3.August ja doch noch ein Fest, wenn auch ohne „Burg“ und ohne Zutun unseres Brudervereines.

Im September und Oktober gab es noch Sitzungen des Vorstandes, die vor allem das anstehen de Jubeljahr „33 Jahre CVW“ zum Thema hatten. Es sollte wieder ein Prinzenpaar geben mit einem Festzug. Dann das Übliche: Der 11. rückte näher, das Programm sah  recht dünn aus. Nun, der 9.11. kam heran und es hat dann doch zu einem ordentlichen Programm zur Eröffnungssitzung der Winkler Karnevallisten gereicht. Trotz einiger  Krankheitsbedingter Ausfälle und andrer Widerlichkeiten, Heinz Kloos konnte wegen eines Trauerfalles in seiner Familie nicht als Präsident fungieren, wurde allerdings von Joachim Gehrig hervorragend ver treten. Großen Anteil am Gelingen des Abends hatten zweifellos die „Beludis“ die ihre Meisterschaft in der parodistischen Kleinkunst und musikalischen Präzision erneut und erweitert unter Beweis stellten. Dafür wurden sie auch mit entsprechend stürmischem Beifall belohnt. Daneben glänzten natürlich die Mädels vom Bero-Ballett, von Herma Vollmer einstudiert, und Franz Eger, sowie die Clowns Billigen-Lauer-Knopphut in gewohnter Art und Weise. Höhepunkt war wie immer Gehrigs Außenpolitischer Vortrag. Solcher Art gestärkt konnte der CVW beruhigt der neuen Kampagne 1958 entgegen sehen.

Der CVW wird 33 Jahre alt, Schnapszahlen sind dem Narren heilig, zudem nehmen Carnevalisten jede Möglichkeit zum Feiern wahr. Ergo rüsteten wir zum jubeln! Ausgesucht war das Prinzenpaar,  Gisela die Erste, eine Nichte des Präsidenten Kloos, kam ja direkt aus dem carnevalistischen Uradel. Horst-Dietmar Lauer, ihr Bruder fungierte bereits seit langem als Schriftführer und neuerdings als Initiator und Texter der „Beludis“. Prinz Klaus Basting, ein begeisterter Reiter gehörte auch schon  seit einiger Zeit zu den treuen Helfern des CVW. Zudem sahen beide noch sehr gut aus und konnten den CVW ausgezeichnet repräsentieren.

Wir starteten am 18.Januar 1958 mit einem zünftigen Maskenball in einer wiederum überfüll ten „Zwickmühle“. Für die Kassenbesetzung war es eine Qual, doch der Vereinskasse hat es sehr wohl getan. Es folgte am 25. Januar die Prunksitzung mit der Kürung des Prinzenpaares, die Minister wurden ernannt, bekamen Kapp‘ und Stern, dann wurde begrüßt und wieder begrüßt und die ermüdende Prozedur  zog das Programm unnötig in die Länge.  Es ist halt so eine Sache mit der Tradition! Karl Hamm erinnerte in launigen Worten an die Narrheiten des Jahres 1957. Nach dem Protokoll ernteten die „Schulkinner“ von Heinz Kaiser gut in Szene gesetzt, ihren verdienten Applaus. Besonders stürmisch gefeiert wurde ein Gast von der „ebschen Seit‘ Ursula Lenhard, eine Verwandte Karl Hamms, die mit einem Solotanz mehr als gefallen konnte. Leider war  Margret Göttert wieder verhindert.  Durch die Überlänge des Abends war es in diesem  Fall nicht so arg, doch oft kamen Absagen erst kurz vor der Sitzung.  Margret war eine herausragend gute Vortragende und daher auch sehr viel gefragt. Dazu noch Vorsitzende ihres Oestricher Vereines besonders zeitlich gefordert. Margret, war eine besonders liebenswerte Persönlichkeit und unser Ehrenmitglied, nur leider für  Programmplanung öfters ein Problem. Von unseren Altvorderen Kämpen aus der weiten Ferne eroberte Edo Graf die Bütt und  Herzen der Narrenschar. Franz Eger kalauerte als Staubsaugervertreter, Albert Hirschmann grüßte von der Kolpingfamilie und in bester Form tanzten die Mädels der Garde zweimal bravourös. Wir, Ernst Grimm und Heinz Roscher, blödelten uns als Betrunkener und Wachtmeister, oft von Beifall unterbrochen, durch das Zwiegespräch. Meine Devise beim Er-und Bearbeiten der Witze für die Dialoge war immer: Keine Witze erzählen, Witze spielen, so kurz als möglich,  Pointen setzen, einer von Beiden war der Depp, wer war das wohl?  Das hat uns über viele Jahre zu großem Erfolg verholfen. Wie oft erlebt man wie beste Witze „erklärt“ werden und das Publikum langweilen sich.

ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider