20 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Doch glaube ich, weniger wegen dem Spaß an der Freud‘, eher wegen der vielen Schnorrer die die Läden unsicher machten. Sei es, wie es gewesen sein mag, jedenfalls war Betrieb im Ort, im Gegensatz zu den meisten Orten im Rheingau. So war auch unser großer Rosenmontags-Ball in der „Mausefalle“ (Zum Taunus) mehr als gut besucht und unsere Kasse hat sicher gestimmt. Für unseren Finanzchef  Herbert Lang  mit all seinen Helfern waren die Fastnachtstage sicher die größten Anstrengungen des ganzen Jahres. Immer am Rande des Geschehens, bei dem großen Narrendefilee kaum beachtet oder erwähnt, waren sie es, die für die Finanzierung des ganzen närrischen Jahresspektakels sorgten und garantierten. Da braucht man nur im Lauf der Jahre einmal in einige unsere Nachbargemeinden schauen. Einen Elferrat gab es da immer, doch ist so manche Fastnachtsveranstaltung ins Wasser gefallen, weil die stillen Helfer fehlten! Deshalb hier an dieser Stelle einmal : „Hut ab“ vor unseren Kassendiensten, vom 1. Kassierer bis zu allen, die jemals Kassendienst geschoben haben! Am Aschermittwoch warteten bereits die Heringe bei Pitt Kellershof und Paulchen(Kosename seiner Frau) auf die trauernden Fastnachter um mit der beinahe letzten Alkoholika den Kummer um das Ende der ach so langen und schönen Fastnacht zu ertränken. Den aber endgültigen  Abgesang auf die närrische Zeit sollte es dann bei’s Schweigerts Martin am Donnerstag geben.

Ja, denkste! Das war kein Abgesang, eher eine Kappesitzung! Da konnte man wahrlich sagen: „Platz ist in der kleinsten Hütte“, wie viel wirklich da waren konnte kein Mensch sagen. Es hatte sich wohl rum gesprochen, dass der erste „Schlappeabend“ vor einem Jahr so gemütlich gewesen sei, von „gemütlich“ war aber diesmal nicht zu sprechen, eher waren es gequetschte Verhältnisse. Zum Glück waren die Fenster so niedrig und erlaubte ein müheloses Aus- und einsteigen. Doch die Stimmung übertraf alles bisher Dagewesene. Die Beludis waren plötzlich da, sangen und spielten, Heinz Kloos parodierte, Alois Basting, Joachim Gehrig und wer weis ich noch deklamierten, sangen und die Stimmung stieg und stieg. Es zeigte auch auf ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis.  Denn trotz des hohen Lärmes den wir produzierten,  gab es keine Beschwerden. Der Abend ist wohl allen in guter Erinnerung geblieben, hat aber auch erneut einiger phantasiereichen Darstellung mancher, die gar nicht dabei waren, ziemlich Nahrung gegeben. Der Gräfin Eleonore, die mit der ganzen Vollradser Mannschaft anwesend war, hat es jedenfalls die Anregung gebracht, überdimensionierte Schlappen aus Filz und Stoff an- zufertigen, diese künstlerischen Impressionen der Gräfin bildeten dann einige Jahre später, als der Schlappeabend nach Vollrads verlegt wurde, dort die Dekoration im Gartensaal des Kavaliershauses. So hatte der als kleiner Dank an einen stillen Mithelfer angedachte Besuch plötzlich Traditions-Status bekommen und die Winkler Fastnacht war um einen Tag reicher geworden.

Nun folgte die bekannte närrische Atempause bis zur Jahreshauptversammlung am 25.Mai. Es standen Vorstandswahlen an. Die „Zwickmühle“ war der Veranstaltungsort und vierundvierzig Mitglieder konnten der Einladung folgen. Über den Verlauf des Abends, die erfolgten Wahlen liegt ein ausführliches Protokoll vor, muss also hier nur in soweit ergänzt werden, dass Heinz Kloos auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand ausschied, da er ja als Elferratspräsident automatisch dem Vorstand angehört. Die erforderlichen Neuwahlen wurden von zwei auf drei Jahre verlängert um für Sommerveranstaltungen, Sitzungen etc. eine längere Vorbereitungszeit dem Vorstand an die Hand zu geben. Alle Änderungen der Satzung wurden von der Versammlung einstimmig gebilligt und die Neufassung konnte dem Amtsgericht zur Eintragung angezeigt werden.  -  Leider hatte sich unser Freund Achim von Brentano in den letzten Monaten ohne ersichtliche Gründe rar gemacht und blieb auch der Hauptversammlung ohne Mitteilung fern, dies wurde von den Anwesenden  überaus  bedauert. Damit schied er Satzungsgemäß als Beisitzer im Vorstand aus. Karl Hamm wurde in geheimer Wahl einstimmig zum 1. Vorsitzenden erkoren, die weiteren Vorständler konnten per Akklamation gewählt werden. Von Hans Litzendorf wurde angeregt, dass nur solche Mitglieder als Beisitzer in den Vorstand gewählt werden sollten, die sich bisher vor allem durch die Mitarbeit im Verein ausgezeichnet hatten, oder dies in Zukunft auch tun wollten!

Nachdem notwendigen, doch eher trocken Regularien mischte der Präsident Heinz Kloos mit seinen Versionen über die Winkler Szenerie in gewohnter Art und Weise richtig auf. Dann  wurde mit noch größerem Genuss Gustav Gorgus mit seinen filmischen Impressionen und den verschiedensten Fastnachts-Szenarien in Winkel und  Mainz etc. aufgenommen und mit reichlich Beifall bedacht. Auch hier zeigte Gustav Gorgus seine vielseitige künstlerische Begabung und bewies erneut, welch große, wertvolle Hilfe er für den Verein ist. Ein sehr  zufriedener Karl Hamm konnte mit einem großen Dank an Alle die Versammlung schließen und die nicht minder zufriedenen Mitglieder begaben sich auf den Heimweg .Doch soll auch eine beachtliche Zahl derer, die immer sitzen bleiben, den Kurs zur heimeligen Bleibe sehr spät und recht mühsam gefunden haben, weil ja der Mond sicher auch kein Auge zugemacht hat!

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