24 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

1957
Der Januar brachte nicht nur Vorstands- und Elferratssitzungen, sonder auch eine  harte Grippewelle, die nicht nur die Gesundheit vieler, sondern auch unsrer aller  Nerven so ziemlich ramponierte. Aus dem Grund wurde die erste Sitzung am 26. Januar ein gar rechtes Kunstwerk an Improvisation. Eine geschrumpfte Garde marschiert ein. Der Ehrenkanzler und unsere Ehren- Margreth Göttert fehlten. Heinz Kloos war heiser und die geplante Schulstube vom Bob Kaiser fiel aus. Auch manche der bekanntesten Gesichter im Publikum fehlten. Nach einer anfänglicher Beklommenheit kehrte aber bald die gewohnte Stimmung ins „Merscheide“ zurück. Hier bei dieser Sitzung zeigte sich wieder einmal die Größe unseres Präsidenten Heinz Kloos. Mit seiner Schlagfertigkeit, seiner Kunst zu improvisieren, zu parodieren, fand er immer wieder einen Weg kleine Pannen zu überspielen, Lücken zu füllen und die Gäste  bei Laune zu halten.

So ging die Sitzung wie immer gelungen über die Bühne und das verehrte Publikum zufrieden nach Hause. -  Über den Maskenball am 2.Februar 1957 in unserem Stammhaus Merscheid konnte sich der Kassierer Herbert wahrlich nicht beklagen. Es war wie erhofft „Full House“. Dann trafen wir uns wieder zur Fremdensitzung am 24.02.  Die Grippe war weitgehend abgeklungen. Nur unseren Präsidenten Heinz Kloos hatte sie böse erwischt und aufs Bett geworfen. Joachim Gehrig übernahm die Präsidentschaft und führte gekonnt durch die Sitzung. Nach dem Marsch-Tanz der Garde wurde ausgiebig geschunkelt. Dann zeigte Karl Hamm mit seinen Begrüßungsversen, daß er doch ein richtig närrischer Vorsitzender war.

Peter, unser alter, bewährter Kanzler war auch wohlauf und heizte mit seinem „Wann morjens frieh die Gickel krähe“ im gewohnten Rheingauer Platt fröhlich-deftig ein. Danach tanzte unser Ballett, wie immer gekonnt und reichlich mit Beifall bedacht. Franz Eger, der sich inzwischen zum erfolgreichen Vortragenden entwickelt hatte, kam wie Alois Basting, der spätere Kanzler mit seinem Vortrag beim Publikum sehr gut an und Beide wurden reichlich beklatscht. Von den Gastvorträgen befreundeter Vereine waren vor allem unser Freund Osenberg aus Geisenheim und Uwe Sölbrand, Mittelheim, die besonders gut ankamen. Der eine wegen seiner herzerfrischenden Komik, Sölbrand brachte einen geschliffenen Vortrag, der beinahe das Format von Gehrigs Reden besaß. Die „Drei Beludis“ eine musikalische Bereicherung hatten im  Programm des CVW fest etabliert. Lachsalven löste die komische „Schulstub‘“ mit dem Lehrer Bob Kaiser und den Schülern L. Gehrig, A. Roscher, A. Kaiser, S. Reiz, E. Jirsch, H. Ohlig aus, die dafür mit reichen Beifall belohnt wurden. M. Göttert in der Bütt, bravourös, wie die Gesangsgruppe der Garde und das tanzende Ballett. Danach folgte das Zwiegespräch und es kam dann ein Lied und Joachim Gehrigs Wort zur politischen Lage. Billigen-Knopphut & Co beschlossen dann eine wiederum zu lange Sitzung. Joachim hat immer wieder versucht zu straffen, leider war zu viel in das Programm gepackt und mancher Vortrag zu lang. Trotzdem gab es für alles und jeden reichlich Beifall.

Samstag, 2. März 57 folgte der Vereinball „Unter uns“ bei Merscheid in gemütlicher Atmosphäre, zwar war der Saal nicht gerade brechend voll, doch wesendlich besser besucht als im Vorjahr. So erwartungsfroh eingestimmt auf die närrische Machtübernahme, tanzte alles bis nach Mitternacht. Bei guten Vorfrühlingswetter und bester Laune stieg dann am Sonntag der Schaulauf der Narren, sprich: Närrischer Staatsakt. Die letzten Anhänger hatten sich zu den bereits Wartenden gesellt. Die Musik spielte auf, das erste Hellau erklang und der Bürgermeister wurde geholt, diesmal wirklich der „Echte“, der Narrhalla-Marsch erklang, es wurde geredet, gesungen und gejubelt und Hellau  geschrieen, na das hatten wir  ja schon, es war halt gerade so, wie im richtigen Leben! Eine frohgelaunte Narrenschar zog danach mit Tsching- und Bumsvallera mit der Geisenheimer Feuerwehr-Kapelle in die Zwickmühle zum Manöverball, der ja auch bereits zur Tradition gehörte und wie im Vorjahr überfüllt war. Am Rosenmontag war reichlich Betrieb auf den Straßen und einige Geschäfte hatten geschlossen.

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