24 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Es folgte am 5. Februar ein gut besuchter Preismaskenball beim „Hackes“ mit vielen originellen Kostümierungen. Auch hierbei bewies der CVW seinen besonderen Ruf, dies zeigte erneut das große Maskenaufgebot aus allen Orten des Rheingaus. Auffallend war in den folgenden Abenden die Zunahme bei den „Schnorrern“ die in Gruppen oder Einzeln die Lokalitäten durchstreiften und ihre kleinen, oft auch derben Bosheiten, unter die Gäste verteilten. Einige Jahre später hat dies aber zum Teil Formen angenommen, die mit Fastnacht eigentlich recht wenig zu tun hatten. Namenlos ist zwar die Heiterkeit und erlaubt was gefällt, doch wenn Pseudo-Narren witzige Sprüche mit banalen Obszönitäten verwechseln bleibt immer die echte Narretei auf der Strecke. Dabei ist es doch so ein herrliches Gefühl dahinzugehen und nicht bloß tun sondern auch lassen können was man will. Nirgends ist man so allein wie hinter einer Maske. Wenn unsere Nase nicht mehr zu sehen ist, sind wir Namenlos. Das sei hier auch einmal für Jene vermerkt, die eine Larve als Freibrief für Geschmackloses sehen!

Samstag, den 11. Februar schwoften wir genüsslich beim Ball „Unter uns“, war es doch immer  schon die Lieblingsidee unseres Ehrenkanzler Peter, dass die Vereinsmitglieder auch einen eignen Abend, eben Unter uns haben sollten. Allerdings sollten alle kostümiert sein,  darauf hat er immer wieder Wert gelegt. Ja unser lieber, alter Peter, manchmal ein wenig verschroben und kauzig, oft brummelig, doch immer ein goldenes Herz und ein Fastnachter erster Klasse.

Nun bereits traditionsgemäß folgte am Sonntag der Staatsakt auf dem „Kerbeplatz“ Vorstand und der Elferrat waren vollzählig versammelt. Eine recht große Zahl an Zuschauern hatte sich bei dem schönen Wetter eingefunden. Die Gardemädchen schwärmten aus um den Bürgermeister abzuholen und brachten wieder einmal den „Stellvertreter vom Stellvertreter“ Anton Carius, der Chef ließ sich entschuldigen. Alles lief ab wie gewohnt geredet wurde und gesungen. Dann rief man Helau und wieder und wieder Helau. Vom vielen Singen und Rufen heiser aber frohgemut zogen Elferrat und Anhang zum Mittagessen in die Zwickmühe und mancher der alten Kämpen blieb da gar bis zum Manöverball am Abend. In dem abendlichen Getümmel konnte sich der glücklich schätzen, der sich rechtzeitig einen Sitzplatz ergattert hatte. Das war ein Geschiebe und Gedränge wie im dicksten Winterschlussverkauf, man hatte den Eindruck im ganzen Rheingau gibt es nur ein Tanzlokal, die „Zwickmühle“!

Ähnlich, doch nicht ganz so hart war dann der Rosenmontagsball in der „Mausefalle“, dem Gasthaus „Zum Taunus“. Auch reichlich gefüllt, doch konnte man da noch von Tanzen sprechen, die Musik war auch wahrnehmbar. Am Dienstag war dann Ruhe für die Meisten angesagt, am Mittwoch gab es wie gewohnt Heringe beim Pitt Kellershof in der Bauernschänke.

Einer spontanen Eingebung folgend, hatte Heinz Kloos im Elferrat und Vorstand angeregt, einmal den Schweigerts Martin zu besuchen um einige Flaschen Wein zu konsumieren, da der Martin immer in einer ungünstigen Zeit die Heckenwirtschaft betrieb und die wenigsten wegen Urlaub etc. dort einkehren konnten. So sollte ihm durch eine „ Weinprobe“ quasi eine kleine Einnahme vermittelt werden. Schweigert war einer der stillen Straßenfastnachter, bekannt wie ein bunter Hund, der sich die tollsten Kostümierungen einfallen ließ, darum auch immer sofort erkannt wurde, weil er sich solche Mühe gab nicht erkannt zu werden. Doch er war aber auch ein besonders treuer Anhänger des CVW, half als Zugbegleiter etc.  Daher trafen wir uns am Donnerstagabend nach Aschermittwoch bei’s „Schweigerts Martin“ zum Dämmerschoppen. Es sollte kein großer Aufwand betrieben werden, daher gab es nix zu vespern, nur Flaschenwein und Wasser. Wie üblich hatte sich der harte Kern vom CVW versammelt und die Zahl der Anwesenden war überschaubar. Jahrzehnte später wuchs die Zahl derer die dabei gewesen sein wollten, und doch nicht dabei waren, ins Unermessliche.   Dazu häuften sich mit den Jahren die Storys, und die Histörchen über den ersten, dann später  zur Tradition gewordenen „Schlappe-Abend“ liefen sich Blutblasen. Tatsache ist, dass Heinz Kloos bei seiner mündlichen Einladung eigentlich sagte  „Ei bei de Martin könnt ihr aach in Schlappe kumme“! Ob der eine oder andere alte Herr nun wirklich in Schlappen anwesend war, vermag ich nicht zu sagen, so zieht die Saga übers Land, sie klingt so schön, lassen wir es dabei!

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