20 | 11 | 2017

Winkler Fassenacht hat Tradition ...

Es gab viel zu tun, der 11.11. sollte ja wieder ein Glanzpunkt werden. Es war dabei an eine Tombola gedacht, neue Künstler wollten agieren und die Zeit denkbar knapp. Bekanntlich war der Platz beim „Hackes“ recht rar, daher sollten die Eintrittskarten wiederum nur an die Mitglieder für DM 1.- verkauft und konnten als Verzehrbon in Zahlung gegeben werden. Im Laufe des Jahres 1953 war es im Verein zu Änderungen gekommen. Herbert Lang, der bisher nur helfend zur Seite stand, übernahm das Amt des 1.Kassierers. Jakob Welz sollte sich verstärkt um den Spielmannszug kümmern. Zudem hatte er gesundheitliche Probleme, die von mehreren Verwundungen aus dem letzten Krieg herrührten. Ohne die Verdienste von Jakob Welz schmälern zu wollen darf gesagt werden, dass Herbert Lang von dieser Zeit an, kontinuierlich über die späteren Jahre den Carnevalverein entscheidend mit geprägt hat.  Dann wurde bei der Gesangsgruppe „Blaue Fünf“ eine Pause eingelegt. Lieselotte Gehrig hatte um eine Unterbrechung gebeten. Die wöchentlichen Proben waren ihr zu viel geworden. Auch hierbei spielte Krankheit eine Rolle.  Nun, leider ist es bei dem pausieren geblieben und die „Blaue Fünf“ war leider nach einer kurzen Glanzzeit sanft entschlafen.

Eine Gesangsgruppe gehört zur Fastnachtssitzung, darum wurden die „Die Waschweiber“ aufgestellt,  vier Mädels vom „Ballett’che“, zwei Jungs aus dem Umfeld der Garde und einem Gitarristen, der später von Kurt Immerheiser mit dem Akkordeon abgelöst wurde. Auch diese Gruppe bestand ihr Debüt am Elften im Elften recht erfolgreich.

Ein weiterer Neuling betrat erstmals die Bühne des Carnevalvereins, der spätere Präsident Josef Issinger, der mit seiner Kapelle debütierte und mit eigenem Büttenmarsch aufspielte. Der außenpolitische Vortrag Joachim Gehrigs war Angesichts der hitzigen Debatten über ei- ne eventuelle Wiederbewaffnung, eine närrische Delikatesse. Seine Brillanz in Formulierung, feinster Ironie, vollendeter Vortragskunst und sparsamster Gestik  ist von Keinem der je in einer Bütt  in Winkel stand, bisher übertroffen worden!

Der Verein war inzwischen auf beinahe zweihundert Mitglieder angestiegen und es kam zu den ersten Beschwerden weil einige keinen Platz im überfüllten Saal von Merscheid gefunden hatten. So wurde die Sitzung eine Woche später wiederholt. Bei diesem launigen Treffen kam es zu einem Zwiegespräch der besonderen Art. Nachdem ein Ehrenmitglied  aus der nebulösen Rheinbankbund-Zeit einige lustige Begebenheiten zum Besten gab, fand nun sein ehemaliger Mitstreiter Philipp, dass er dazu einige korrektive Bemerkungen anbringen müsse und bestieg seinerseits die Bütt. Seine Einlassungen, sicher humorvoll gemeint, fanden wiederum nicht des ersteren Beifall und so kletterte er erneut in die närrische Rostra.  Heinz Kloos rettete schließlich gekonnt die Situation. Dieses Streitgespräch zeigte erneut, dass schon früher auch mal Sand ins Frohnaturen-Getriebe gekommen sein konnte. Der Stimmung hat das kleine Intermezzo in Moll nicht geschadet und der Abend verlief gewohnt fröhlich und in bester Laune und nur sehr zögerlich wurde nach dem Schlusswort der Heimweg angetreten.

Vorstand und Elferrat trafen sich dann am 16. November und 8. Dezember zu Besprechungen über die Ereignisse des Jahres und über Programmgestaltung für 1954. Diese Vorstandszusammenkünfte waren für uns alle erholsamen Stunden, denn Heinz Kloos verstand es immer wieder von den eigentlichen Themen abzulenken. Sein sprühender Mutterwitz und seine spontanen, oft skurrilen Einfälle ließen uns damals dann den recht harten Alltag rasch vergessen. Zwar waren wir im Programm noch nicht recht weitergekommen, aber wir gingen mit einigen neuen Witzen nach Hause.

Für die Mädels der Garde, die Gesangsgruppe und den Spielmannszug gab es im „Taunus“ am 28. November noch einen Kameradschaftsabend als kleinen Dank für die Mitarbeit bei den Proben und im Vereinsgeschehen.

Das Jahr 1954 begann mit einer Grippewelle, diese musste das Rathaus besonders betroffen haben; denn unsere neuen Schriftführer Hans Eckes und Manfred Reimann von der Gemeinde-Crew fehlten bei der ersten Vorstandssitzung .Da noch weitere Vorständler erkrankten, wurde eine weitere Sitzung zum 13. Januar 1954 anberaumt. Eilte ja doch der Narrenspiegelverkauf, dann galt es den Preismaskenball in der Zwickmühle zu organisieren, Kassenbesetzung, Preise und Jury etc. Von den beiden Sitzungen des CVW standen bisher nur die Termine und der Ein- und der Auszug fest. Die gloriose Idee, mit einem Aufruf an die Bevölkerung, Büttenredner mit neuen Vorträgen zu werben, wurde doch recht bald wieder zu den Akten gelegt. Herbert Lang beklagte das besonders hässliche Bild eines „ Lückenhaften Elferrates“ das sich oft dem Publikum bietet.

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