Vereinsfahrt nach Berlin im Mai 2008

Erstellt: Freitag, 16. Mai 2008 14:07
Geschrieben von Dietmar Schneider

Die Viertagesfahrt in die Bundeshauptstadt Berlin vom 09. – bis 12. Mai 2008, also über Pfingsten und Muttertag, war aus mehreren Gesichtspunkten eine besondere Fahrt. Ich glaube erstmals fuhren die 51 Teilnehmer mit einem ICE Zug und einem Bus zu ihrem Reiseziel. Es war aber auch ein Wochenende mit allerbestem Wetter, Sonnenschein und über 25 Grad Temperatur. Erneut war unser Vereinsmitglied Peter Hochstein der sichere und angenehme Busfahrer und es waren insgesamt tolle vier Tage mit einer super Stimmung in der Gruppe.

Bereits am Mittwoch, dem 7. Mai wurden die Koffer in der Berlbud abgegeben und am Donnerstag früh in den Reisebus geladen. Er fuhr nach Berlin vor und wir folgten am Freitag um 4:30 Uhr mit einem anderen Bus (hier gab es das CVW Frühstück mit Brötchen und Kaffee) zunächst bis Frankfurt Hbf und dann mit dem ICE ab 6:14 Uhr zur knapp vierstündigen Fahrt nach Berlin. Pünktlich um 9:53 Uhr standen wir im neuen Berliner Hauptbahnhof direkt neben dem Regierungsviertel. Nach dem ersten Besichtigungsmarsch rund um den Reichstag folgte die Führung durch dieses Gebäude. MdB Klaus Peter Willsch begrüßte uns im Fraktionssitzungssaal der CDU/CSU und stellte seine vielfältigen Aufgaben redegewandt vor. Natürlich konnten wir nicht das Thema der Diätenerhöhung (in der Vorwoche wurde 603,- € mtl. Erhöhung beschlossen) aus der Diskussion lassen. Bernhard Allendorf und Dietmar Schneider stellten selbstbewusst die Frage, ob Herr Willsch einen Teil der Erhöhung nicht in Form einer Spende an den geplanten CVW Berlbud entrichten könne. Er sicherte spontan eine Prüfung zu, sofern der CVW einen Antrag mit Unterlagen einreichen würde (natürlich wurden diese in der darauf folgenden Woche von mir an das Büro gesendet, versteht sich doch!). Nach der fast einstündigen Begegnung mit MdB Willsch folgte der Aufstieg in der Glaskuppel des Reichtages. Eine tolle gelungene Architektur des engl. Architekten Forster, so die überwiegende Meinung. Anschließend konnten wir die Sehenswürdigkeiten im weiteren Umfeld (Brandenburger Tor, Hotel Adlon, Unter den Linden, Mahnmal, Kanzleramt, Abgeordnetenhaus und anderes) in Augenschein nehmen bis wir in der Straße des 17. Junis von unserem Busfahrer Peter ein Frankfurter Würstchen aus Neu Isenburg in Berlin genussvoll zu uns nahmen und dann zum Hotel Dreilinden in Kleinmachnow gemeinsam fuhren. Den Freitagabend verbrachten wir in Europas größter Hotelanlage Estrel, zunächst in Restaurant Sansoucci zum Abendessen mit dem Verzehr von einem Dreigang „Stars-Menü“ und dem anschließenden Besuch der Show „Stars in Concert“. Dieser Abend rundete den schönen und zeitlich langen Anreisetag perfekt ab.

Am Samstag fuhren wir in den Spreewald zur Kahnfahrt nach Burg. Familie Lehmann vom Bootsverleih Leineweber hatte alles absprachegemäß aufs beste vorbereitet. Getränke, Schmalzebrot und Spreewaldgurken waren reichlich und ausreichend an Bord. Auch die kleinen Schnapsflächen gab es Korbweise auf den Tischen und sollten zum Highlight des Tages beitragen, denn die Kahnführer wollten hierfür absprachegemäß Geld kassieren. Da dies aber ein unschöner Aufwand war (der Kahnführer stand hinten im Kahn und stakte mit seiner Stange) übernahm kurz entschlossen unser Finanzminister Heinz Berning die Rechnung der Schnäpse des einen Kahns. Bereits beim anschließenden Mittagsessen gab es Diskussionen wieso der andere Kahn die Schnäpse bezahlen musste. Nun schlug meine Stunde und ich verkündete frech, dass der erstankommende Kahn (wir hatten in der Schleuse mit einem riskanten Überholmanöver den Kahn 2 abgehängt) die Schnäpse schon immer bezahlt bekommen sollte und boten dem Kahn 2 eine Revanche am heutigen Abend im Ruderclub Wannsee an. Dies sorgte für eine Gaudi besonderer Art in den nächsten Tagen.

Doch nochmals zurück zum Mittagstich in der sehr schön hergerichteten alten Scheune bei Familie Bordmann. Die „kulinarische Wanderung durch den Spreewald“ mit einer Sorbischen Hochzeitssuppe, Quark mit Zwiebeln und Leinöl, Grützwurst mit Sauerkraut, Schmorgurken, Rindfleisch in Meerrettichsoße, dazu Pellkartoffeln, Zander und Wels gedünstet, dazu Spreewaldsoße und Petersilienkartoffeln, nach gutem Schmaus einen Kräuterlikör spendiert das Haus und einem Storchennest (1 Plins mit einer Kugel Vanilleeis) waren wir alle begeistert von dieser geschmacklich tollen Spreewald Wanderung. „Einfach herrlich“, war mehrfach zu hören. Die Bedienung in der Tracht der Wenden (kleines westslawisches Volk, das in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt ist) und Erwin, der Musikant waren für das tolle Flair des Nachmittags mit verantwortlich. Rundherum zufrieden verließen wir diesen gastfreundlichen Ort, benannt: 1 Kolonie 5, ein Stadtteil von Burg/Spreewald. Liebe Familien Lehmann und Bordmann, sollten sie dies später einmal lesen, Danke von uns allen für diese schönen Stunden im Spreewald. Sie werden uns, Dank ihrer Hilfe und Dank des schönen Sonnenwetters, in ewiger Erinnerung bleiben.

Einen wunderschönen Sonnenuntergang am Wannsee erlebten wir am Abend im Vereinshaus des Ruderclub am Wannsee. Jutta Röver und Kai Hausmann und der Berliner Drehorgelspieler Horst Bölsdorf, genannt Rübezahl, waren die Gastgeber an diesem Abend. Das „Berliner Imbiss Buffet“ mit Berliner Bulette mit Röstzwiebeln und Senf, Hackepeter mit Gurke und Zwiebeln, Handkäse mit Musik (Harzer mit Zwiebeln und Schmalz) dazu Schusterjungen, marinierte Bratheringe mit Zwiebelringen, Eisbeinsülze mit hausgemachter Remoulade. saure Gurken und Senfgurken, Soleier, Hausgebackenes Doppelkrustenbrot, Rote Grütze mit Vanillesauce deckte die ganze Bandbreite des Berliner kulinarischen Angebotes ab. Der emsige Drehorgelspieler führte uns mit seinen Lieder musikalisch durch Berlin und die verschiedenen Zeitepochen. Als dann das Abschlusslied „Das ist die Berliner Luft“ gespielt wurde sangen alle Rheinländer lauthals mit. Ein Abend der uns sicherlich in Erinnerung bleiben wird.


Am Sonntag (Muttertag und zur Freude aller Frauen gab es beim Frühstück ein kleines Glücksschwein vom Vorsitzenden) führte unsere Reisegruppe Bernhard Bender, genannt Emma (ein seit über 30 Jahren in Berlin wohnender Winkler, der aber tapfer noch unser Rheingauer Dialekt spricht), durch die Stadt. Zunächst fuhren wir bei herrlichem Sonnenschein mit der Rederei Riedel fast dreieinhalb Stunden auf der Spree und dem Landwehrkanal durch die Stadt. Ein Erlebnis besonderer Art. Zur Mittagszeit besuchten wir in Kreuzberg den seit 13 Jahren stattfindenden Umzug Karneval der Kulturen, ein Zug, der Berlins schönster Umzug ist und ein Geschenk an die Stadt, an ihre Bewohner und ihre Besucher darstellt. Auch beim 13. Karneval der Kulturen (KdK) 2008 zeigte sich die Hauptstadt von ihrer besten Seite: international, kulturell vielfältig, tolerant und voller Lebenslust. Die anschließende Busrundfahrt mit Reiseführer Emma mit Zielen u. a. Potsdam Sanssouci, Holländer Viertel, Olympia Stadion und vieles mehr rundete unseren Eindruck von der schönen, pulsierenden Großstadt ab. Mitten in Berlin ist Bayern dachten wir als das Abschlussessen in der Gaststätte Moorlake anstand. Direkt an der Havel gelegen und zu Ehren seiner aus Bayern stammenden Gemahlin Elisabeth von Wittelsbach ließ der preußische König Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1840 ein Forsthaus und ein Stallgebäude im bayerischen Stil am Ufer der Havel errichten. Dieser idyllische Hof wurde von dem hohen Paar zur Erholung und von Jagdgesellschaften zu verschiedenen Gelegenheiten genutzt. Im Jahre 1896 verpachtete das Königshaus die Moorlake als Gaststätte. Es wurden ein Wirtschaftsgebäude und ein Festsaal angebaut. Bis 1918 reservierte sich das Haus Hohenzollern den Gastraum in der oberen Etage ausschließlich für sich und ihre persönlichen Gäste. Seit 25 Jahren ist es eine öffentliche Gaststätte und sorgte an diesem Abend bestens für das leibliche und kulturelle Wohl der CVW- Besucher. Schnell und das Essen besonders geschmackvoll angerichtet, so war das einhellige Urteil von uns. In dem Biergarten konnten wir dann Josef van Well als Sieger des Fahrträtsels prämieren und endgültig die Entscheidung zu Revanche der Kahnfahrt herbeiführen. Mit einem DNA- Haartest (Doping sollte ausgeschlossen werden), Tischtennisball saugen und einem Balancierakt konnte erneut Kahn 1 seine souveräne Siegerstellung behaupten. Spaß hat´s gemacht und das war das Ziel. Auch gilt hier nochmals der herzliche Dank an Emma für den erkenntnisreichen Tag zu Berlin. Bernhard, wir freuen uns auf deinen Besuch zur Kampagneneröffnung in Winkel.

Pfingstmontag war Rückreisetag. Bereits um 8:10 Uhr waren wir Reisefertig und erreichten um 11:15 Uhr unseren ersten Zielort, die Universitätsstadt Weimar. Eine Gruppe besucht zuerst das Konzentrationslager Buchenwald, welches auf dem Ettersberg direkt bei Weimar liegt. Eine besondere Stätte deutscher Geschichte. Für mich war das Lesen des Spruches im schmiedeeiserne Eingangstor „Jedem das Seine“ ein ganz besonderer und bewegender Moment. Der Film und der kurze Rundgang waren informativ, interessant und beeindruckend. Danach fuhren auch wir zur anderen Gruppe in die Altstadt von Weimar. Einfach eine aufregende Stadt, da sie für uns Deutsche sehr geschichtsträchtig ist. Wunderbare Gebäude, die liebevoll restauriert wurden, Geschäfte in vielfältigster Art und dann natürlich die Thüringer Bratwurst, ein „Muss“ für Besucher genauso wie die Stadtrundfahrt mit einer der vielen Kutschen. Weimar war toll und sicher ein Wiederkommen wert.

Nach 15:00 Uhr starteten wir zum zweiten großen Rückreiseteil. In Hofheim war unsere Abschlussrast im goldenen Apfel. Bei original hessischen Gerichten aus der Küche von Oliver Weiß merkten wir wieder, dass wir in Hessen sind. Auch hier verlief alles wunschgemäß und wir kamen zur Erkenntnis, hier kann man öfters einkehren. Um 20:30 Uhr war der Kirchturm von Winkel in Sicht und eine absolut gelungene Fahrt neigte sich zum Ende. Den „Luxus“ der ICE Fahrt wussten wir nun besonders zu schätzen, da die rund 600 km im Bus schon anders sind als die kurze Reisezeit in der Bahn.

Wer dabei war, kann sich in der Erinnerung an Berlin baden, wer nicht mit war hat sicherlich schöne Vereinsstunden versäumt. Aber im nächsten Jahr soll eine Fahrt in den Spessart folgen, vielleicht ja dann …….

Mer freie uns!