20 | 11 | 2017

Vereinsfahrt nach Berlin im Mai 2008

Die Viertagesfahrt in die Bundeshauptstadt Berlin vom 09. – bis 12. Mai 2008, also über Pfingsten und Muttertag, war aus mehreren Gesichtspunkten eine besondere Fahrt. Ich glaube erstmals fuhren die 51 Teilnehmer mit einem ICE Zug und einem Bus zu ihrem Reiseziel. Es war aber auch ein Wochenende mit allerbestem Wetter, Sonnenschein und über 25 Grad Temperatur. Erneut war unser Vereinsmitglied Peter Hochstein der sichere und angenehme Busfahrer und es waren insgesamt tolle vier Tage mit einer super Stimmung in der Gruppe.

Bereits am Mittwoch, dem 7. Mai wurden die Koffer in der Berlbud abgegeben und am Donnerstag früh in den Reisebus geladen. Er fuhr nach Berlin vor und wir folgten am Freitag um 4:30 Uhr mit einem anderen Bus (hier gab es das CVW Frühstück mit Brötchen und Kaffee) zunächst bis Frankfurt Hbf und dann mit dem ICE ab 6:14 Uhr zur knapp vierstündigen Fahrt nach Berlin. Pünktlich um 9:53 Uhr standen wir im neuen Berliner Hauptbahnhof direkt neben dem Regierungsviertel. Nach dem ersten Besichtigungsmarsch rund um den Reichstag folgte die Führung durch dieses Gebäude. MdB Klaus Peter Willsch begrüßte uns im Fraktionssitzungssaal der CDU/CSU und stellte seine vielfältigen Aufgaben redegewandt vor. Natürlich konnten wir nicht das Thema der Diätenerhöhung (in der Vorwoche wurde 603,- € mtl. Erhöhung beschlossen) aus der Diskussion lassen. Bernhard Allendorf und Dietmar Schneider stellten selbstbewusst die Frage, ob Herr Willsch einen Teil der Erhöhung nicht in Form einer Spende an den geplanten CVW Berlbud entrichten könne. Er sicherte spontan eine Prüfung zu, sofern der CVW einen Antrag mit Unterlagen einreichen würde (natürlich wurden diese in der darauf folgenden Woche von mir an das Büro gesendet, versteht sich doch!). Nach der fast einstündigen Begegnung mit MdB Willsch folgte der Aufstieg in der Glaskuppel des Reichtages. Eine tolle gelungene Architektur des engl. Architekten Forster, so die überwiegende Meinung. Anschließend konnten wir die Sehenswürdigkeiten im weiteren Umfeld (Brandenburger Tor, Hotel Adlon, Unter den Linden, Mahnmal, Kanzleramt, Abgeordnetenhaus und anderes) in Augenschein nehmen bis wir in der Straße des 17. Junis von unserem Busfahrer Peter ein Frankfurter Würstchen aus Neu Isenburg in Berlin genussvoll zu uns nahmen und dann zum Hotel Dreilinden in Kleinmachnow gemeinsam fuhren. Den Freitagabend verbrachten wir in Europas größter Hotelanlage Estrel, zunächst in Restaurant Sansoucci zum Abendessen mit dem Verzehr von einem Dreigang „Stars-Menü“ und dem anschließenden Besuch der Show „Stars in Concert“. Dieser Abend rundete den schönen und zeitlich langen Anreisetag perfekt ab.

Am Samstag fuhren wir in den Spreewald zur Kahnfahrt nach Burg. Familie Lehmann vom Bootsverleih Leineweber hatte alles absprachegemäß aufs beste vorbereitet. Getränke, Schmalzebrot und Spreewaldgurken waren reichlich und ausreichend an Bord. Auch die kleinen Schnapsflächen gab es Korbweise auf den Tischen und sollten zum Highlight des Tages beitragen, denn die Kahnführer wollten hierfür absprachegemäß Geld kassieren. Da dies aber ein unschöner Aufwand war (der Kahnführer stand hinten im Kahn und stakte mit seiner Stange) übernahm kurz entschlossen unser Finanzminister Heinz Berning die Rechnung der Schnäpse des einen Kahns. Bereits beim anschließenden Mittagsessen gab es Diskussionen wieso der andere Kahn die Schnäpse bezahlen musste. Nun schlug meine Stunde und ich verkündete frech, dass der erstankommende Kahn (wir hatten in der Schleuse mit einem riskanten Überholmanöver den Kahn 2 abgehängt) die Schnäpse schon immer bezahlt bekommen sollte und boten dem Kahn 2 eine Revanche am heutigen Abend im Ruderclub Wannsee an. Dies sorgte für eine Gaudi besonderer Art in den nächsten Tagen.

Doch nochmals zurück zum Mittagstich in der sehr schön hergerichteten alten Scheune bei Familie Bordmann. Die „kulinarische Wanderung durch den Spreewald“ mit einer Sorbischen Hochzeitssuppe, Quark mit Zwiebeln und Leinöl, Grützwurst mit Sauerkraut, Schmorgurken, Rindfleisch in Meerrettichsoße, dazu Pellkartoffeln, Zander und Wels gedünstet, dazu Spreewaldsoße und Petersilienkartoffeln, nach gutem Schmaus einen Kräuterlikör spendiert das Haus und einem Storchennest (1 Plins mit einer Kugel Vanilleeis) waren wir alle begeistert von dieser geschmacklich tollen Spreewald Wanderung. „Einfach herrlich“, war mehrfach zu hören. Die Bedienung in der Tracht der Wenden (kleines westslawisches Volk, das in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt ist) und Erwin, der Musikant waren für das tolle Flair des Nachmittags mit verantwortlich. Rundherum zufrieden verließen wir diesen gastfreundlichen Ort, benannt: 1 Kolonie 5, ein Stadtteil von Burg/Spreewald. Liebe Familien Lehmann und Bordmann, sollten sie dies später einmal lesen, Danke von uns allen für diese schönen Stunden im Spreewald. Sie werden uns, Dank ihrer Hilfe und Dank des schönen Sonnenwetters, in ewiger Erinnerung bleiben.

Einen wunderschönen Sonnenuntergang am Wannsee erlebten wir am Abend im Vereinshaus des Ruderclub am Wannsee. Jutta Röver und Kai Hausmann und der Berliner Drehorgelspieler Horst Bölsdorf, genannt Rübezahl, waren die Gastgeber an diesem Abend. Das „Berliner Imbiss Buffet“ mit Berliner Bulette mit Röstzwiebeln und Senf, Hackepeter mit Gurke und Zwiebeln, Handkäse mit Musik (Harzer mit Zwiebeln und Schmalz) dazu Schusterjungen, marinierte Bratheringe mit Zwiebelringen, Eisbeinsülze mit hausgemachter Remoulade. saure Gurken und Senfgurken, Soleier, Hausgebackenes Doppelkrustenbrot, Rote Grütze mit Vanillesauce deckte die ganze Bandbreite des Berliner kulinarischen Angebotes ab. Der emsige Drehorgelspieler führte uns mit seinen Lieder musikalisch durch Berlin und die verschiedenen Zeitepochen. Als dann das Abschlusslied „Das ist die Berliner Luft“ gespielt wurde sangen alle Rheinländer lauthals mit. Ein Abend der uns sicherlich in Erinnerung bleiben wird.

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