24 | 11 | 2017

Aluminiumhochzeit, XXL-Stringtanga und närrische Elf

Winkeler Carnevalisten beendeten 8 x 11-jähriges Jubiläum mit programmreicher Weinprobe

Wenn ein Carnevalsverein 88 Jahre alt wird, ist das ein Grund, ausgiebig zu feiern und das haben die Winkeler Carnevalisten in diesem Jahr gemacht. Vor genau einem Jahr wurden die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einer närrischen Weinprobe eröffnet, jetzt mit Beginn der neuen Kampagne wurde das Jubiläumsjahr beendet - wieder mit einer närrischen Weinprobe.

Und die hatte es in sich: Als Moderatoren hatte man die "CVW-Obernarren" Lothar Meckel und Hermann Becker gewinnen können, die unterstützt von der Winkeler Weinkönigin Katharina Fladung und ihrer Hallgartener Kollegin Tabea Klepper mit Humor, viel Hintergrundwissen rund um den Wein und Rheingauer Anekdoten durch den Abend führten. Die Zahl "11" hatten sich die Moderatoren zum Thema gemacht und erläuterten dazu Geschichtliches und Närrisches. Dabei hatten sie es nicht so einfach, immer alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken: Die rund 250 Gäste waren so angetan von Wein und Programm, dass sie regelrecht Party feierten. Doch Meckel und Becker hatten das Heft in der Hand: Mit stimmgewaltigen Rezitationen bekannter Mundartdichtungen oder auch einem Lied von Otto Walkes sorgten sie für Hochstimmung bis Mitternacht. So präsentierte Meckel die elf Gebote des Weintrinkens und Becker ließ eine Hommage an die Rheingauer Mundart vom Stapel. Vom "Spundekäsje" über den "Derrverreck" bis hin zum "Schinnoos" wurde hier alles aufgezählt. Und ein echtes "Schinnoos" hatte der CVW an diesem Abend auch zu präsentieren: Magda Miltner ließ die Lachtränen nur so fließen, als sie von ihrer "AluminiumHochzeit" berichtete: "Sibbeundreissigenhalb Jahr Koche, sibbeundreissigenhalb Jahr Wäsche und Büschele und sibbeundreissigenhalb Jahr Butze - jetzt will er nit mehr". Bei ihrem immer wiederkehrenden Ausruf "Gell, ich hab en Pech" wurde sie von allen im Saal bedauert, schon alleine weil ihr Mann beim Hochzeitfoto unbedingt mit auf das Bild wollte oder man jetzt im "Bums-Alter'' angekommen sei: "Bums - do is er ingeschloofe".

Eröffnet hatte den Abend CVW-Sitzungspräsident Markus Stoll, der alle Gäste begrüßte, auf den neuen Ort der CVW-Sitzungen, die Brentanoscheune, aufmerksam machte und allen dankte, die diesen Abend möglich gemacht hatten. "Mer freie uns", gab dann auch Weinkönigin Katharina Fladung, ehemals CVW-Kindersitzungspräsidentin, in ihrem Grußwort zu erkennen, und dazu hatte sie allen Grund: Ein großartiges Programm mit vielen Überraschungen, Weine und Speisen vom Feinsten erwartete die Gäste. 15 Weine von Winkeler und Oestricher Winzern gab es zu verkosten. Die Palette der Rebensäfte reichte vom Allendorf Sekt Privat 2010 über mehrere rote Spätburgunder, einen Spätburgunder Rose trocken und einen Spätburgunder Blanc de Noir, einen 2011 Weißburgunder und sechs Riesling Weine, darunter drei Spätlesen bis hin zu einer 2003er Winkeler Hasensprung Riesling Beerenauslese vom Weingut Rhabanushof. Dazu gab es ein Menü mit sieben kleinen, ausgesuchten Gerichten wie Blätterteigrolle mit Spinat-Forellen-Füllung und gefülltes Ei mit Lachstatar, Tafelspitz in Rieslingaspik, Gemüsesuppe in der Kartoffeltasse und Medaillons vom Schweinefilet mit Aprikose im Speckmantel.

Neben so viel Köstlichem für Zunge und Nase wurde auch viel für Augen und Ohren geboten. Dazu gehörte der Tanzauftritt der großen CVW-Garde in neuen blau-silbernen Gardekostümen. Unter Leitung von Celina Schneider und Nadine Sonntag zeigten die Gardemädchen einen akrobatischen Marsch. Komisch und trotzdem gesanglich vom feinsten war der Auftritt der "Johannisberger Sahnetörtcher'' vom JCV. Begleitet von ihrer Sitzungspräsidentin Laura Müller ließen die acht A-Kapella-Sängerinnen es auf der Bühne richtig krachen, als sie musikalisch auf die Suche nach einem Mann gingen. Hermann Becker reagierte sofort und bot sich den herrlich schräg gekleidet Sahnetörtchen an: "Sind zwar dann gleich acht uff omol, aber ich habbe jo sonst des ganze Jahr übber nix". Ohne Zugabe ließ das Publikum die Sängerinnen nicht gehen und mit ihrer rockigen Version von "Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein - let's go" brachten sie den Saal zum Toben.

Auch bei der Rede des Mainzer Nachtwächters Adi Guckelsberger ließ es sich das Publikum nicht nehmen, aktiv mit zu machen und rief immer die Reime des Vortrags mit. Und der hatte es in sich, wie die Geschichte von dem Mann, der mit einer Tüte in die Kneipe kam und sie immer wieder auf den Tisch haute. Als der Nachtwächter nachfragte, was denn los sei, erzählte er, dass er sechs richtige im Lotto gehabt habe, seine Frau aber vergessen hatte, den Schein abzugeben. "Na, der hätte ich aber den Kopf abgerissen", sagte der Nachtwächter und bekam zur Antwort: "Was glaubst Du, was ich in der Tüte habe". Für Guckelsberger gab es Riesenbeifall.

Den Vogel schoss dann kurz vor Mitternacht "Apollonia" ab: Das englische Kauderwelsch in der deutschen Sprache machte sie kirre und das Publikum auch: So hatte sie bei der Telekom angerufen, weil man ihr 20 Euro Telefonkosten für Gespräche mit dem "German Karl", gemeint war German Call, berechnet hatte. Als zunächst die Durchsage "Piease hold the Line" immer wieder kam, lief sie schnell auf die Straße und holte sich eine Hundeleine von einem Hund, der vor dem Metzgerladen saß. Mit der Leine in der Hand erzählte sie dann, wie es ihr in der Bäckerei ergangen war, in der sie "zwei Muffins und drei Donuts" kaufen wollte. "Im Englischen wird das U immer als A gesprochen", klärte sie die Verkäuferin auf und woraufhin Apolonia noch drei „Nassecken“ mitnahm. Der Hammer war der Besuch im Dessousgeschäft mit ihrer Freundin, die einen 3XL-Stringtanga kaufen wollte. Kein Auge blieb trocken und für Gabi Elsener gab es Standing Ovations.

Zum krönendem Abschluss hab es um Mitternacht ein Geburtstagständchen vom CVW- Vorsitzendem Dietmar Schneider für die Geburtstagskinder und Schneider ließ es sich auch nicht nehmen, noch einmal allen ausgiebig zu danken, die diesen schönen Abend zu verantworten hatten.

 

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