20 | 11 | 2017

Die doppelte Venice brachte die Brentanoscheune in Wallung

Winkeler Herrensitzung bot alles, was Männerherzen begehren / Gelungene Premiere in der Brentanoscheune

„Venice, Venice, Venice“ riefen die 130 Herren im Saal immer wieder, doch Sitzungspräsident Schorsch Eger ließ die Narren erst mal schmoren: erst in der Mitte der ersten Hälfte der Herrensitzung zeigte sich das scharfe Nummerngirl, auf das die männlichen Besucher der 3. Herrensitzung so sehnlich gewartet hatten, und versetze die Herren mit ihrem rassigen Körper in Rage. Und die kannten kein Halten mehr, als nach dem nächsten Akteur auf der CVW-Bühne eine "zweite Venice" in schwarzen Leder-Hot-Pants in den Saal kam. "Die "doppelte Venice" ist unbestritten die Krönung des Abends", waren sich die Besucher der dritten CVW-Herrensitzung einig.

Und nicht nur die beiden professionellen Tabledancerinnen sorgten für Riesenstimmung im Saal der altehrwürdigen Brentanoscheune, auch auf der Bühne wurde alles geboten, was Männerherzen begehren. Das  vielfältige Programm mit vielen schlüpfrigen und deftigen Witzen über die "besseren Hälften", mit schönen Mädchen in flotten Tanzgruppen, viel Musik und Stars aus der heimischen, der hessischen und der großen Mainzer Fastnacht war ein Renner.

Die Idee, nach Etablierung der nicht mehr wegzudenkenden "Bobbesitzung" für närrische Frauen auch eine Narrensitzung nur für Herren anzubieten, kursierte vor drei Jahren schon eine ganze Zeit lang im CVW. Schorsch Eger, der langjährige Wirt des einstigen CVW-Hauslokals "WeinstadI" war schließlich derjenige, der die ganze Sache in die Hand nahm, seine guten Kontakte als Moderator, Musiker, Alleinunterhalter und Rheingauer J "Hannes" spielen ließ, für die er von Saarbrücken bis Gießen und von Mannheim bis Würzburg nicht nur auf den närrischen Bühnen bekannt ist. Er holte schon zur ersten Herrensitzung eine brillante Auswahl der Besten Redner, Gesangs- und Tanzgruppen der rheinischen Fastnacht nach Winkel, die zum großen Teil auch aus närrischen Funk- und Fernsehsendungen bekannt  sind. Und Eger übernahm als Sitzungspräsident auch die Moderation des Abends und sorgte später dann auch als „de Hannes“ mit deftigen Witzen in der Bütt für Furore.

Bei diesem Konzept ist es auch im dritten Jahr geblieben, auch wenn die CVW-Herrensitzung nicht mehr in Egers "Weinstadl", sondern ganz neu jetzt in der Brentanoscheune stattfindet, war es doch wieder eine sehr gelungene Veranstaltung. Die Brentanoscheune machte ihrem Ruf alle Ehren und hatte sich in eine "närrische Hölle" verwandelt, in der die Männer, fast durch die Bank bunt maskiert, in bester Stimmung zum Auftakt der närrischen Wochen ihre Fastnacht feierten.

Für einen ersten Augenschmaus an diesem Abend sorgten die gefeierten Tänzerinnen der CVW-Garde unter Leitung von Celina Schneider. Und auch das „Tanzmariechen“ der Jocus-Garde 1889 Mainz Kastel, Dunja Weber, musste kurze Zeit später eine Zugabe ihres akrobatischen Könnens drauflegen und gar zu gerne hätten die Männer neben Namen der jungen Damen auch „Alter, Gewicht und Brustumfang“ erfahren.

Aus dem gastgebenden CVW gingen auch einige Redner in die Bütt, wie der Sohn des Sitzungspräsidenten Schorsch Eger, Franz-Georg Eger, der einen närrischen Tierarzt mimte und als solcher der Muschi der Nachbarin half und den Spatz eines Freundes behandelte. Franz-Georg ist eben ein Sohn seines Vaters, der als „Hannes“ zu später Stunde tief in seine Kiez griff und den Männern mit seinen Frauenerfahrungen tüchtig einheizte.

Bei den Tanzgruppen waren ebenfalls viele Einheimische zu sehen: Neben der CVW-Garde schwangen die Oberwallufer Gardemädchen und später die Showtanzgruppe aus oberwalluf die Beine. Und auch die „Masi´s Jugendshowtanzgruppe“ der „Gockel“ aus Tanusstein sotge mit ihrem Showtanz für einen tänzerischen Höhepunkt, ebenso wie das Gardeballett „Die Tanzbärchen“ der Mainzer Jocusgarde. Riesenstimmung garantieren aber natürlich auch die brillanten Gäste auf der Bühne, darunter der „Mainzer Leihbischof“ Dieter Meisenzahn mit einem wackelnden Dom unter der Bischofmütze und den vielen tollen Fastnachtshits wie “Die Bimmelbahn“, bei denen die durchweg bunt verkleideten Männer im Saal alle aufstanden und mitklatschten. Ein absoluter Hit waren „Trusche„ und „Schnutsche“, in deren herrlich komischer Verkleidung Holger Falk und Gunter Limbach steckten. Als zwei urkomische Tratschweiber sorgten sie mit ihren köstlichen Witzenfür die ersten Lachtränen am Abend: „Mein Nachbar hat sich jetzt umtaufen lassen!“, „Ei wie hieß er dann?“, „Johann Arschloch und der Beamte hot gesagt, der neue Name muss auch was mit dem alte zu tun haben!“, „Und wie heißt er jetzt?“, „Hansi Hinterseher“. Als Fußballtrainer, der mal so richtig für Furore sorgte, kam der als Stand-Up-Comedian mit vielen eigenen Programmen bestens bekannte Gunter Raubach auf die Bühne: „Bei Euch fliegen ja sogar die Vögel auf´m Rücke über de Platz, weil sie nit sehe könne, wie schlecht ihr Fußball spielt.“ Als Trainer der Kreisliga B bestach er aber auch mit Detailwissen und erklärte nebenbei warum Lothar Matthäus im Finale 1990 den gegebenen Elfmeter nicht geschossen hatte.

Für Lachtränen sorgte auch Pizzabäcker Ciro Visone, der auch als Lockvogel bei „Verstehen Sie Spaß“ Karriere machte. In der Pizzeria seines Bruders erlebte der gebürtige Napolitaner, der mit jeder Faser seines Körpers ein Italiener sein, die närrischsten Abenteuer, die den Herren riesigen Spaß machten. Dazu gab es närrischen Gesang vom Feinsten mit den „Singenden Kellermeistern“ unter der Leitung von Volkmar Schleich.

Faustdick hinter den Ohren hatte es auch „Olga Orange“, hinter deren herausgeputzter Verkleidung Thomas Rau steckte. Mit sichtlichem Spaß in seiner Rolle als Femme Fatale enttarnte „sie“ auch ganz gerne mal die Männer, die „genau ihre Krangenweite“ waren. Als dann auch noch Selma Snekel alias Gisela Albes-Lahr, Sitzungspräsidentin der Erbenheimer Brummer, zur späten Stunde noch in die Bütt kam und in gekonnter Manier ihr Kanonen gegen die Männerwelt abschoss, standen im Saal alle Kopf. Aber die Stimmung was sowieso stetig am überkochen und auch jeden Fall hatten die närrischen Männer an diesem Abend so ganz ohne ihre Frauen den sichtlich allergrößten Spaß. Dafür sorgten nicht nur die heißen Nummerngirls, sondern auch der Augenschmaus der Showtanzgruppe „Funny Dance Sisters“ des Taunussteiner Carneval Vereins und die pfiffige Mitternachtsshow, mit der die 3. CVW-Herrensitzung schließlich ihren krönenden Abschluss fand.
 

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