23 | 11 | 2017

Winkeler Karnevalisten veranstalten seit 25 Jahren Kindersitzungen

„Beim ersten Mal hat mich meine Mutter einfach dazugestellt“,

erinnert sich Markus Stoll an seine ersten Schritte in der Fastnacht. Sechs oder sieben Jahre war er damals, als er erstmals an einer Kindersitzung mitwirkte, alt - singend in den Reihen der „Bachspatzen“. Heute ist Stoll der Sitzungspräsident des Carnevalvereins Winkel (CVW). „Ein tolles Gefühl, ich habe viele Erfahrungen gemacht“, sagt er über die Kinderkappenzeit.

Vom Kinderpräsidenten über den Kinderprinzen bis zum „großen“ Prinzen und zum Sitzungspräsidenten verlief seine Karriere. Die mustergültige Narrenlaufbahn wäre nicht denkbar ohne Kindersitzungen, deren 25-jähriges Bestehen der Verein mit einem Fest im unteren Engerweg feierte. Bullenreiten, Bobbycarfahren, Karussel, Rutsche und Spiele sorgen für viel Spaß an insgesamt elf Stationen.

3412 Kinderauftritte

Der Vereinsvorsitzende Dietmar Schneider gab den Impuls für die Kindersitzungen. 1984 schloss sich der gebürtige Lorcher dem CVW an und machte sich für Jugendarbeit stark. Die durfte er gleich selbst übernehmen. Daraus resultierte die erste Kindersitzung mit 56 aktiven Jungen und Mädchen. Im Vierteljahrhundert bis heute kamen 3412 Kinderauftritte zusammen.

Das Konzept der Nachwuchsarbeit reicht weit. So gibt es für Kinder ab der vierten Klasse Rhetorikseminare, die über drei Jahre aufeinander aufbauen. Im Turner- und Jugendheim auf der Loreley geht es jeden Herbst um Körpersprache und ausdrucksstarkes Reden. Die Teilnehmer schreiben Witze in Reimform um und stellen Büttenreden zusammen. Acht Erwachsene haben zuletzt 18 Kinder betreut.

Auch Markus Stoll war bei der ersten Auflage 1995 dabei. Dieses Angebot ist vereinsoffen, der Bund Deutscher Karneval hat es mit einem Jugendförderpreis ausgezeichnet. „Es geht um die Förderung der Fassenacht und nicht des Vereins“, betont Schneider. Auch die Attraktionen beim Kinderfest kosten dank Sponsoring nichts. Jedes Kind erhält eine Nutzerkarte und trifft an den Stationen auf Feuerwehrleute und CVW-Clowns.

Die Fastnacht fördern

Genauso legt der seit 24 Jahren amtierende Vorsitzende Wert darauf, dass bei seinen insgesamt sechs verschiedenen Sitzungen kein Akteur Geld bekomme. Gerade was die Büttenvorträge anbelangt, muss der CVW dank der Jugend-Rhetorikseminare nicht um sein Programm fürchten: Acht Redner in dieser Kampagne waren jünger als 20 Jahre.

Tanz und Gesang gehören aber natürlich ebenfalls zum Repertoire der Kindersitzungen. Daraus ist schon der Hang zu Theater und Schauspielstudium entstanden, erzählt Schneider. Die Kapelle „Bacardi“ gewann einst einen deutschlandweit ausgeschriebenen Preis für Kinderbands. 

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