Zum 25. Mal Kindersitzung in Winkel

Erstellt: Freitag, 01. Februar 2013 00:01
Geschrieben von Kerstin Prosch- Wiesbadener Tagblatt

Zum 25. Mal lädt der Carneval Verein Narrhalla Winkel (CVW) am Sonntag, 3. Februar, zu seiner Kindersitzung ein. Vorsitzender Dietmar Schneider kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. „Als ich in den Verein kam, war die Jugendarbeit schwach“, sagt er. „Da müsst ihr was machen“, lautete sein Rat, als er als Beisitzer im Vorstand Platz nahm. Nach drei Jahren wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und explizit mit der Jugendförderung betraut.

Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Annette Nebel und Christian Bock habe er die erste Kindersitzung organisiert. „Die Resonanz war super. Wir hatten 52 Mitwirkende.“ Das Interesse an der Veranstaltung sei im Laufe der Zeit sogar noch gestiegen. Schneider hat nachgerechnet: „In 24 Jahren waren es 3277 Auftritte.“ Und der Nachwuchs sei weiterhin mit großer Begeisterung dabei.

100 Kinder wirken mit

An der Jubiläumssitzung am 3. Februar in der Brentano-Scheune werden über 100 Kinder mitwirken. Etwa die Hälfte aller Akteure sei in den vergangenen Jahren von sich aus auf den CVW zugetreten, berichtet der Vereinschef. Alle anderen seien gezielt angesprochen worden. „Ich gehe immer mit offenen Augen durch die Stadt“, berichtet der Vorsitzende. Sehe er beispielsweise auf einer Weihnachtsfeier ein Kind, das einen guten Gedichtvortrag darbiete, habe er schon einen neuen potenziellen Kandidaten für die Kindersitzung gefunden. „Manchmal rufe ich auch irgendwo an, und es meldet sich zufällig ein Kind“, erzählt Schneider. Stelle er fest, dass dieses äußerst beredt sei, werde es ebenfalls angesprochen, ob es nicht Lust habe, bei der Veranstaltung mitzumachen.

Für die älteren Kinder ab fünf/sechs Jahren gebe es gleich zwei einfache Möglichkeiten erste Bühnenerfahrung zu sammeln: Gesang oder Tanz, jeweils in einer Gruppe.

„Tänzen dürfen bei uns auch Korpulentere. Da haben wir keine Probleme mit“, betont Schneider. Alle jüngeren Kinder steigen generell über den Tanz ein. Die Kleinsten werden in der Dotzelgarde aktiv.

Was ist, wenn ein Kind bei den Proben zwar mit Feuereifer dabei ist und sich auch riesig auf den Auftritt freut, dann aber bei der Sitzung Lampenfieber bekommt und nicht auf die Bühne will? „Da sitzen rund 200 Leute im Saal. Das ist für die Kinder nicht einfach“, weiß der Vereinschef. Niemand werde daher zum Auftritt gezwungen. Wenn ein kleiner Nachwuchsfastnachter entscheide, die närrische Rostra lieber doch nicht zu betreten, sei das völlig in Ordnung. „Und einen Orden gibt’s trotzdem.“ Bei Interesse außerdem eine neue Chance im nächsten Jahr. Das Kind müsse es aber wirklich wollen. Wer nur auf Druck seiner Eltern zu den Proben kommt, werde in der Fastnacht nicht glücklich, hat Schneider festgestellt.

Neben Tänzern und Sängern bestreiten natürlich auch viele Redner die Kindersitzung. 1996 bot der CVW für den Nachwuchs in der Bütt sogar erstmals ein Rhetorikseminar an. Die Teilnehmer lernten nicht nur gekonnt zu betonen, sondern erfuhren auch etwas über die Bühnentechnik. 2006 wurde für das Rhetorikseminar ein neues Konzept erarbeitet. „Wir haben nun drei Blöcke“, schildert Schneider.