20 | 11 | 2017

Die Pille blau für den Bürgermeister

CVW bot großartige Kappensitzung

Winkel. - Die Rheingauer Fastnacht ist das beste Mittel, um jung zu bleiben - das konnten die Gäste der ersten Kappensitzung des Winkler Carnevalvereins Narrhalla hautnah erleben: Junge und „altgediente" Narren gestalteten ein fünfstündiges Programm voller Spaß, Witz, Humor und Kokolores. Zu Beginn ergriff Sitzungspräsident Markus Stoll das Wort, ließ die .Bobbe" als Geburtstagskinder der Kampagne in ihrem 11. Jahr hochleben und führte dann durch den Abend und die Nacht. Nach der Pause eröffnete die CVW-Garde den bunten Reigen wieder mit einem prächtigen Gardereigen, beeindruckende Hebefiguren inklusive. Die Pille blau für den Bürgermeister CVW bewies, dass Fassenacht das beste Mittel zum Jungbleiben ist.

 

Die Pille blau für den Bürgermeister

CVW bewies, dass Fassenacht das beste Mittel zum Jungbleiben ist
Winkel. (sf) - Die Rheingauer Fastnacht ist das beste Mittel, um jung zu bleiben, das konnten die Gäste der ersten Kappensitzung des Winkler Carnevalvereins Narrhalla vergangenen Samstag in der närrisch bunt geschmückten Brentanoscheune haut­ nah erleben: Junge und „altgediente" Winkeler Narren gestalteten ein fünf­ stündiges Programm voller Spaß, Witz, Humor und Kokolores. Gleich zu Beginn ergriff Sitzungspräsident Markus Stell das Wort, ließ die „Bobbe" als Geburtstagskinder der Kampagne in ihrem 11. Jahr hochleben und führte dann gut gelaunt durch den Abend und die Nacht. Stoll machte seine Sache wieder großartig, dem ehemaligen Kindersitzungspräsident, Kinderprinz und erwachsenen Prinz liegt die Fassenacht einfach im Blut.

Und mit einem echten Winkeler Vollblutfastnachter ging es dann auch gleich weiter: Das närrische Protokoll wurde in gewohnt humorvoller Winkeler Art von Kanzler Michael Schäfer präsentiert. Er hatte wieder einmal al­ les festgehalten, was in Land, Kreis und Stadt passiert war und servierte alle diese Ereignisse wortgewaltig mit dem Blick in den Narrenspiegel: Egal ob Tante Merkel, die jetzt wegen NSA sauer ist, der Bischof, der wie ein Limburger Käse zum Himmel stinkt oder der neue Bürgermeister, der ja nicht nach Hallgarten ziehen soll, weil er in der Talstadt die Missstände viel besser sehen könne und CVW-Kassiererin Marion lmmerheiser, die mit ihrem Elan ganze Türen aus den Angeln reißt - alle bekamen ihr Fett weg. Nur nicht die Jubilare der CVW-Kampagne: .Ja, unser Bobbe sin aus ganz besonnerm Holz, uff die, do sin mer stolz!". Auf „Promo-Tour" kamen die beiden närrischen Schlagersänger Laura Müller und Björn Sommer in die Brentanoscheune und machten als .Die Flamingos" Werbung für ihre .Sehnsuchtstour 2014". Ob das schräge Duo, das für wohlklingende Töne so­ gar Unterhosen fallen lässt, jedoch viele Konzertkarten verkaufen konnte, blieb fragwürdig.

Von ihrer närrischen Reise nach Tokio, einem Studium, bei dem der Wein den Notenspiegel sinken lässt und eigenen Dichtungen, bei denen die Jägermeister auf Tannenspitzen blitzen, berichteten die drei närrischen Fladungs in ihrem feuchtfröhlichen Familienrückblick.

Königliche Grüße richtete dann das diesjährige CVW-Kinderprinzenpaar an seine närrischen Untertanen: "Ja, ihr Narren, es ist an der Zeit, seid bitte bereit, feiert die Fastnacht wie es Sitte und Brauch und liegt nicht zu Hause auf dem faulen Bauch", forderten Prinzessin Leandra Massmig und der aus Assmannshausen stammende Prinz Kevin Scheer. Die beiden jungen Regenten machten ihre Sache prima und wurden für ihr lustiges Grußwort mit viel Beifall belohnt. Nachwuchsförderung ist eines der größten Projekte im CVW und welchen Erfolg das mit sich bringt, zeigte auch die Sitzung, die auch von vielen jungen Akteuren mit bestritten wurde. Dazu gehörte auch die CVW Nachwuchsgarde „The Dragons" mit ihrem prachtvollen Gardetanz. Adrian Schäfer, Anna und Johann Muno, Celine Monreal, Chiara Denzer, Milana Rotar, Paulina Battis und Pauline Kirschke zeigten unter der Leitung von Sonja Giesa und Silvia Kirschke einen wunderbaren Gardetanz mit tollen Hebefiguren. Später im Programm gab es dann unter dem Motto "Ylvis -The Fox" noch ein richtiges Showtanzprogramm mit wilden Tieren.

Der erste Mann der Stadt gab sich dann auch ein Stelldichein in der Bütt: Bürgermeister Michael Heil berichtete witzig wie ein "bald Ü50er'' sich fühlt, wenn er morgens in den Spiegel guckt und die ersten grauen Haare entdeckt. Das Ausreißen der grauen Haare hatte er bald gelassen, stattdessen wuchsen jetzt viel mehr Haare dort, wo vor­ her keine waren. Und auch eine Brille kam schon bald dazu, die bei manchen Dingen wieder zum Durchblicken verhalf. Und für die Altersbeschwer­ den im Bett hatte seine Frau die beste Lösung: „Die Pille blau!". Ganz klar, dass dieser närrische Einblick in den Ehealltag des Bürgermeisters für viel Heiterkeit sorgte.

Als "Feuerwehrfranzl" hatte auch Franz Georg Eger so manchen zweideutigen Einsatz der freiwilligen Helfer dokumentiert und machte klar, dass die beste Technik ohne das richtige Handwerkszeug nichts nutzt. Als echter Feuerwehrmann, Eger gehört den Mittelheimer Floriansjüngern an, wusste er auch genau, was Feuerwehrfrauen lieben.

Jungstar Patrick Halbritter stellte sich nach einem Jahr künstlerischer Pause in seiner ersten komplett selbst gedichteten Büttenrede als närrischer Fußball-Schiedsrichter vor und Patrick, der auch wirklich als Schiri pfeift, hatte es faustdick hinter den Ohren. So ließ er sich schon mal mit Blaulicht­ Begleitung nach dem Spiel nach Hau­ se bringen und will in Rio bei der Fußballweltmeisterschaft jetzt ganz große Kasse machen.

Damit immer noch nicht genug, wurden die Lachmuskeln des Publikums vor der Pause noch einmal besonders arg strapaziert. So klagte die „Allerscheenst" des CVW, Magda Miltner, wie sie die Tücken des Alters versucht zu kaschieren: „Im Kaufhaus fragte ich. den Verkäufer, ob er was gegen meine Krähenfüße habe und der schickte mich in die orthopädische Schuhabteilung". Dort empfahl man ihr, ihre Schönheit mit einem Fahrradhelm zu verbessern. Seit 35 Jahren steht Magda Miltner in der CVW-Bütt und überrascht jedes Jahr wieder mit neuen Vorträgen voller herrlichem Kokolores: „Best Agerin, genullte 60erin, gefühlte 40erin - nur mei Figur was des nit. Ich gebe Kalorien ein Zuhause". Und weil ihr alle im Publikum immer wieder gerne bestätigten "Gell, ich bin doch schee", nahm die „Allerscheenst'' kurzerhand den ganzen Elferrat mit in die Pause.

Nach der Pause eröffnete die CVW­-Garde den bunten Reigen wieder mit einem prächtigen Gardereigen, beein­ druckende Hebefiguren und akkurate Choreografie inklusive. Daniela lmmerheiser, Jessica Freimuth, Joline Rahn, Lisa Zimmer, Tamina Holz und Tanja Halbritter hatten unter der Leitung von Nadine Sonntag und Celina Seitelmann diesen Tanz und auch den späteren, fetzigen Showtanz einstudiert. Und ohne Zugabe durften die Tänzerinnen die Bühne nicht verlas sen.

Schon sein Anblick sorgte für die ersten Lachtränen: Heiko Hoffmann machte als „Shopping-Queen von Winkel" Furore und ging mit silbernem Krönchen im Haar augenscheinlich am liebsten bei Metzger Brohm zum Shoppen „bis de Tüt die Henkel krachte". Das Winkel einiges für die Shop­ ping Queen zu bieten hatte, durfte das Publikum musikalisch miterleben und mit „We will rock you"-Klatschgesang ging man gemeinsam mit Heiko auf närrische Shoppingtour. Doch dass man aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kam, dafür sorgten dann gleich wieder zwei der kuriosesten CVW­ Rednerinnen: Die beiden närrischen Putzweiber Anita Basting und Eveline Werschnik plauderten als Frau Dings und Frau Bums wieder tüchtig aus dem Nähkästchen: „Sie, der neue Anzug steht ihrm Mann aber werklich gut'', "Der Anzug is nit neu, des is en neue Mann!". Die Männer mussten sich bei diesen beiden gestandenen „Bobben", Anita Basting ist Sitzungspräsidenten der vor elf Jahren ins Leben gerufenen CVW-Damensitzung, tüchtig in Acht nehmen.

Und ins gleiche Horn stieß dann auch eine Debütantin an diesem Abend: Anna-Maria Mucke, die ehemalige Eltviller und Rheingauer Weinkönigin, hat seit einigen Jahren bei den Winkeler Bobbe ihr Domizil gefunden und 'bewies, wie gut sie sich eingelebt hat. Mit einer Sehimpftirade auf den Mann hatte sie vor allem beim weiblichen Publikum die Nase vorn und sorgte für viel Heiterkeit mit ihrem Schlagabtausch mit dem doch leicht empörten Elferrat.

Dass die Männer aber auch zurück­ schlagen können, machten Hermann Becker und Lothar Meckel, die beiden CVW-Größen schlechthin, gleich da­ rauf in ihrem köstlichen Zweigespräch zum Thema „junge Aide" klar: ""Die Haltbarkeit is noch lang nit abgeloffe, nur aus dem beste Holz macht mer Antiquitäte". Besonders köstlich war der Exkurs im Rentnersport Boule mit den Teams „Hohe Stirn", Team „Prostata", das mehr auf dem Örtchen als am Platz war, oder gar Team „Alzheimer", das nicht antrat, weil es vergessen hatte, wo und wann! Oder das Spiel „Reise nach Jerusalem" als Altersheim-Edition: Sieben Leute und sechs Gebisse. Ganz klar, dass hier wieder mal kein Auge trocken blieb und es sogar Standing Ovations gab. Und immer noch war eine Steigerung möglich: Eine besonders närrische Variante der Samstagabend-Show „wetten dass" bot die närrischste Winkeler Familie lmmerheiser-Halbritter dem Publikum und das ZDF dürfte wohl .schon den Vertrag vorbereiten: Der charmante Moderator Harald Immer­ heiser und seine noch charmantere rosa Assistentin (Hannelore Immer­ heiser) begrüßten als Wettpaten die berühmte Callas von Winkel (Marion Halbritter), den Urfastnachter Lothar Meckel (Nicole lmmerheiser) und einen Fastnachtsgründer aus Texas (Patrick Halbritter), die herrlich komische Wetten mit Ex-Weinkönigin Daniela lmmerheiser, Sehartschützin Tanja Halbritter und Mathe-Genie Dr. Norbert Halbritter vorstellten. Der Hit war aber die Showteil mit Szenen aus dem köstlich-komischen „Musical" „Ich war noch niemals in Espeschied" mit Gesangseinlagen der „Callas" und dem urkomischen „Wollmerschieder Fruchtbarkeitstanz". Zum krönenden Abschluss durfte das heißgeliebte Winkeler Fastnachtslied „Allez Hopp" nicht fehlen und jedem war klar, hier war wieder mal ein ganz besonderer Glanzpunkt der CVW-Sitzung geboten worden.

Schließlich fehlten auch die Kemeler Allstars mit 'ihrer herrlich schrägen Moderatorin Elke Hock nicht und boten unter der Leitung von Tanja Berger eine 40-minütige Playback-Show, bis es dann weit nach Mitternacht zum • krönenden Schlusspunkt des Abends kam: Das CVW-Männerballett präsentierte eine phantasievolle Tanzvorführung mit drei Kostümwechseln und verwandelte sich von gestandenen Schotten in lustige Gardemädchen und fetzige Discotänzerinnen. Mit ihrem unschlagbaren Rhythmusgefühl ließen Andreas Jendreizeck, Franz Georg Eger, Heiko Hoffmann, Jörg Wehr, Marie Kirschke, Markus Stell, Reiner Firle, Alex Bauschke und Celina Seitelmann (für den erkrankten Martin Schneider) die Lachtränen nur so fließen. Natürlich mussten sie eine Zugabe drauflegen und die Trainerinnen Celina Seitelmann und Daniela lmmerheiser durften mit Recht stolz auf ihre Jungs sein. Zum abschließenden Finale kamen dann alle Aktiven noch einmal auf die Bühne und feierten bis in das Morgengrauen hinein die Fastnacht.
 

 

 

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