23 | 05 | 2018

CVW Narrenschiff war mit großer Show an Bord unterwegs

Auf närrische Fahrt gingen die rund 150 Gäste in der Winkeler Brentanoscheune am vergangenen Samstagabend bei der ersten Sitzung des Winkeler Carnevalvereines Narrhalla in dieser Kampagne: Die närrischste Winkeler Familie Immerheiser-Halbritter hatte an Bord ihres Narrenschiffs gebeten und war zusammen mit den Gästen auf einer herrlich schrägen Schifffahrt nach Köln getuckert, wo die „Eingeborenen" Alaaf statt Helau rufen und es Bier in Reagenzgläsern gibt. Was unterwegs an Bord alles so passierte, war Fastnacht vom Feinsten. Denn mit ihrer berühmt-berüchtigten Kokolores-Show schossen sie wieder mal den Vogel ab: Gut behütet von Kapitän Patrick Halbritter, der direkte Nachkomme des einstigen Kapitäns der Titanic und gut eingewiesen vom 1. Offizier Hannelore lmmerheiser bezogen die Gäste ihre Kabinen, in denen je nach Kategorie auch schon mal ein besonders neckisches Funkenmariechen (Dr. Norbert Halbritter) oder die leibhaftige Callas vun Winkel (Marion Halbritter) ihre Gäste in den Schlaf begleitete. Mit Fitnesstrainerin Nicole lmmerheiser wurde die Bewegung des Helau-Rufens und des Weinglas-Anhebens geübt und die beiden Matrosen Daniela lmmerheiser und Tanja Halbritter gaben wichtige „Sicherheitstipps". Der Knaller war dann das grandiose Can­can-Ballett der bordeigenen Mitternachtsshow bei der die Lachtränen im Publikum nur so flossen. Und natürlich durfte das legendäre „Allez Hopp" als Zugabe nicht fehlen.

Damit erlebte das Publikum wieder einmal Rheingauer Fastnacht vom Feinsten in der Winkeler Brentano­scheune, auch liebevoll „Hölle" genannt. Hier führte Sitzungspräsident Markus Stoll gut gelaunt, witzig und schlagfertig durch eine fünfstündige Sitzung und wurde für seine gelungene Moderation auch von allen Seiten hochgelobt. Eigentlich hatte Markus Stoll das Zepter des Präsidenten in diesem Jahr weitergeben wollen, doch es fand sich kein neuer Präsident. Mit dem neuen Vizepräsidenten Patrick Halbritter, der für Björn Sommer nachrückte, bahnt sich jetzt aber eine Nachfolge an, auf die man sich dann in den nächsten Jahren freuen darf.

Bis dahin hatte Markus Stoll die Zügel fest in der Hand und kündigte als ersten Narren in der Bütt Kanzler Michael Schäfer mit dem närrischen Protokoll an. Schäfer ist bekannt dafür, dass er seinen Jahresrückblick in gewohnt humorvoller Winkeler Art präsentiert. Auch diesmal hatte er alles festgehalten, was in Land, Kreis und Stadt passiert war. Brillant servierte er alle diese Ereignisse wortgewaltig mit Blick in den Narrenspiegel und spannte den Bogen vom Dieselskandal bis hin zur befürchteten Schließung der Firma Koepp und top-aktuell dem Sturm ,,Friederike".

Als närrische Jäger präsentierte sich in diesem Jahr der „Fladung-Clan": Werner, Robert und Sabine Fladung beleuchteten das Jägerleben aus sehr witziger Sicht: „Ich hab neulich gehört, wie die Frau von em Jagdkolleg zu dem gesagt hat: .Du bist mir en schöne Jäger. Auf der erste Jagd erschießt du dein Hund, auf der zweite en Kuh, und jetzt sogar en Treiber." ,,Immerhin", hot der Kolleg gesacht, ,,hot der Mann Hirsch geheiße!".

Königliche Grüße richtete dann die diesjährige CVW-Kinderprinzessin an ihre närrischen Untertanen: ,,Ja, ihr Narren, es ist an der Zeit, seid bitte bereit, feiert die Fastnacht mit uns in der Hölle", forderte Prinzessin Rosalie Barske das Publikum auf. Die junge Regentin machte ihre Sache prima und steht an der Spitze der diesjährigen 30. Kampagne der Kinderfastnacht in Winkel. Dem runden Jubiläum der CVW-Kinderfastnacht ist auch der diesjährige Orden gewidmet, den Sitzungspräsident Stoll allen aktiven Narren vor und hinter der Bühne überreichte, nicht zuletzt den beiden gestandenen Musikern Dr. Axel Bau und Franz Georg Eger, die seit Jahren die Sitzung musikalisch begleiten.

Und die Nachwuchsförderung ist auch seit 30 Jahren eines der größten Projekte im CVW. Welchen Erfolg das mit sich bringt, zeigte auch die Sitzung, die von vielen jungen Akteuren bestritten wurde. Dazu gehörte auch die CVW Nachwuchsgarde mit ihrem prachtvollen Gardetanz. Denise Masuch, Eva Krayer, Jessica Firle, Maja Knorr, Mika Herbst und Paula Thomas zeigten unter der Leitung von Michaela Jehle und Melanie Derbeck-Lurz in Prachtkostümen einen wunderbaren Gardetanz und später im Programm einen tollen Showtanz mit raffinieren Schwarzlichteffekten, der das Publikum begeisterste. Für Superstimmung im Saal sorgte dann auch der ehemalige CVW-Sitzungspräsident Tobias Jendreizeck als die italienischen Gesangsstars Al Bano und Romina Power in Personalunion: Begleitet von den drei feschen Maderln Juana und Rhoda Mulz und Ehefrau Myriam Jendreizeck in neckischen Dirndln sang Toby den bekannten Hit „Felicita", den Part von Romina stets mit einer schwarzen Perücke auf dem Kopf. Damit brachte er den Saal zum kochen und das Publikum sang lauthals mit. Auch die nächste Nummer zeigte, welches Potential der CVW durch seine engagierte Jugendarbeit hat: Mit einer urkomischen Märchenversion von Rotkäppchen begeisterten Jessica Firle, Eva Krayer, Anna Krummeich, Kevin Scheer, Lena Krayer, Mika Herbst, Paul Dries und Trainerin Kerstin Brudy und funktionierten kurzerhand Schloss Vollrads, die Pfingstbachwiesen und die CVW-Honigwiese zum Märchenland mit komischen Gestalten wie dem Singlemädchen „Estricher Lenchen“ oder dem „Schlossgespenst“ Callas von Winkel um.

Wunderbare Tanzformationen mit tollen Hebefiguren und einer gewaschenen Zugabe hatten auch die „großen" Gardemädchen des CVW zu bieten: Daniela lmmerheiser, die mit Mutter Nicole und Yvonne Scheer-Bouffier auch die Truppe trainiert, Lisa Zimmer, Pauline Kirschke, Anna Muno, Chiara Denzer, Katharina Befard und Tanja Halbritter fegten auch später beim Showtanz noch als schaurige Horrorgestalten aus mehreren berühmten Horrorfilmen mit schwarzen Umhängen und roten Kerzen über die nebelverhangene Bühne und jagten dem Publikum pünktlich um Mitternacht närrische Schauer über den Rücken. In die Pause ging es mit dem „leidgeprüften Ehemann“, der nicht nur seinen traditionellen Partner in der Bütt, Bürgermeister Michael Heil, krankheitsbedingt an einen Virus verloren hatte und jetzt alleine auf der Bühne seinen Mann stehen musste. Er hatte auch nach der närrischen Schimpftirade über die Ehefrau im vergangenen Jahr jetzt die Konsequenzen zu ziehen und musste Fitness treiben beim Einkauf bei Rewe Stoll und bei lkea: ,,Diät, Schrittzähler und Sportprogramm, alles für die Taille, und sie glaubt nit, dass ich eine hab“.

In die Pause ging es dann mit einem wundervollen Tanz der CVW-Gruppe ,,Tanzschläppchen“ weiter. Die elf Damen in tollen Kostümen, die im Schwarzlicht aussahen als tanzten kleine Strichmännchen, sorgten mit einer Michael Jackson-Show für Furore und servierten einen exklusiven Augenschmaus, für den Britta Friedrich, Elena Carius, Janina Dinies, Jenny Lang, Juana und Rhoda Mulz, Michelle Greifenstein, Myriam Jendreizeck, Sandra Maus, Vanessa Saewert und Nadja Erdmann und ihre Trainerinnen Christina Charisee und Sandra Maus Riesenbeifall bekamen.

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Die erste und bisher einzige „Ehren­Ur-Närrin“ des Winkeler Carnevalvereines Magda Miltner, die von je her zu den Größen in der närrischen CVW­Bütt gehört, feierte ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum in der Kampagne mit einer besonderes närrischen Rede als „Landpomeranze": ,,Bei uns im Ort sin die Wutze scheener wie die Leit, deshalb mache mir ach nit beim Wettbewerb „Unser Ort soll schöner werde" mit, verkündete die einzige Schönheitskönigin des Ortes, die eine Schleife vom Friedhof als Auszeichnung bekam, auf der 13 Kameraden der Feuerwehr sie vermissten. Doch Hässlichkeit hat auch seine Vorteile: Man kann seine eigene Vogelscheuche sein und ohne Reue sein Lieblingsgemüse „Marzipankartoffeln“ genießen.

Schließlich schossen die neun Affen aus Bretzenheim den Vogel ab: In einer fast 20-minütigen Tanzshow wirbelten die athletischen jungen Herren in schrägem Dschungeloutfit über die Bühne, dass die ganze Brentanoscheune ins Wackeln kam. Mit akrobatischen Hebefiguren und einer brillanten Choreografie gehörte diese Showeinlage zum Besten des Abends. Schon zum dritten Mal hatten sich die Winkeler mit dem Männerballett „Many Monkeys" aus Bretzenheim ganz großes Kino in ihre Prunksitzung geholt. Die Truppe um die Trainerinnen Simone Henrich und Tessa Pöpping bekam nicht nur zum Schluss und nach der Tanzvorführung Standing Ovations, die Gäste waren auch während des Tanzes mehrfach aufgestanden und klatschen begeistert mit.

Nicht fehlen bei der CVW-Sitzung darf der für seine Uniformjacke etwas zu breit geratene „Feuerwehrfranzl": Zum sechsten Mal stieg in dieser Rolle Franz Georg Eger, einst CVW-Fastnachtsprinz und zusammen mit Dr. Axel Bau für die gesamte musikalische Begleitung der CVW-Sitzungen verantwortlich, in die Bütt und plauderte heftig aus dem Nähkästchen. Er berichtete, wie es bei der Feuerwehr hinter den Kulissen so zugeht und was die freiwilligen Helfer bei ihren Einsätzen alles so erleben: ,,Ich habe meiner Schwiegermutter, bei der bekommt der Begriff „Mitgift" auch seine Bedeutung, zu Weihnachten einen Gutschein vom Bestattungsunternehmer geschenkt".
Einfach nur grandios war zu später Stunde dann noch der letzte Büttenvortrag, der sich um das Wörtchen „Danke" drehte und eine besondere Überraschung parat hatte: Denn die CVW-Größe Marion Halbritter dankte wortgewaltig nicht dem wunderbaren Sitzungspräsidenten und seinem Kanzler, den Regisseuren und der Technik hinter der Bühne, deren wertvolle Tätigkeiten rund um die Sitzung die Rednerin in tolle Verse gefasst hatte, ihr Dank an diesem Abend galt dem herrlich wandelbaren „Paravent", einer mit weißem Stoff bezogenen und selbst konstruierten Wand, hinter der sich die Akteure, nicht nur der „Halb­heiser-Clans" schon seit 20 Jahre während ihren Shows auf der Bühne immer in Sekundenschnelle umziehen und die schon viel närrisches erleb habe. Für diese überraschende und witzige Dankesrede gab es viel Beifall.

Den krönenden Schlusspunkt des Abends setzte das CVW-Männerballett mit einer fetzigen Tanzvorführung: Zunächst waren Andreas Jendreizeck, Franz-Georg Eger, Mario Kirschke, Martin Schneider, Markus Stoll, Nils Carius, Jan Wahlen, Leon Dickhardt und Matthias Reinhard in weißen Bademänteln in den Saal gestürmt. Doch dann ließen sie ihre Hüllen fallen und animierten das Publikum in bunten Hippie-Kostümen zur „Boney M-Show“ zum Mitsingen und im Takt Mitklatschen. Damit war der Höhepunkt der gelungenen Sitzung in den frühen Morgenstunden des Sonntages erreicht. Zum abschließenden Finale kamen dann alle Aktiven noch einmal auf die Bühne und feierten bis in das Morgengrauen hinein die Fastnacht.

Kanzler Michael Schäfer brachte ein erstklassiges Protokoll mit in die Bütt.
Die Garde beeindruckte mit einem tollen Marsch.
Magda Miltner ist die schönste ,,Landpomeranze".
Der Fastnachtsclan "Halbheiser" lud an Bord des CVW-Narrenschiffs und tanzte einen Can-Can.
Das Männerballett brachte Boney M. auf die Bühne.
Die CVW-Nachwuchsgarde präsentierte sich in Höchstform.
Fantastisch war der Auftritt der Tanzschläppchen.
Einen ganz besonderen Augenschmaus servierten die Affen aus Bretzenheim.
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