24 | 05 | 2018

Winkeler Carneval Verein schult seinen Fastnachtsnachwuchs bei Rhetorikseminaren

Marion Halbritter (links) mit ihren drei Schützlingen aus dem Rhetorikseminar: Paula, Jessica und Rosalie.	Foto: RMB/Heinz Margielsky
Marion Halbritter (links) mit ihren drei Schützlingen aus dem Rhetorikseminar: Paula, Jessica und Rosalie. Foto: RMB/Heinz Margielsky

WINKEL - Der Carneval Verein „Narrhalla“ Winkel (CVW) betreibt seit mehr als zehn Jahren eine gelungene Jugendarbeit: Nicht nur tänzerisch ist der Verein gut aufgestellt, sondern vor allem auch „in de‘ Bütt“. Und das kommt nicht von ungefähr.

Um einem Mangel an Rednernachwuchs vorzubeugen, hat der Verein vor zwölf Jahren ein Rhetorikseminar für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren eingeführt, das seit jeher sehr beliebt ist. „Wir haben viele Tanzdarbietungen bei unseren Veranstaltungen wie andere Vereine auch. Aber wir brauchen auch Redebeiträge“, sagt Marion Halbritter, Vereinsmitglied beim CVW. Deswegen unterstütze man die Jugend dabei, eigene Beiträge zu gestalten und dann auch vorzutragen.

Teilnehmer studieren Reden und Sketche ein

Das 13. Seminar fand im vergangenen Oktober in Mainz statt. In drei Gruppen erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam mit ihren Betreuern Reden und Sketche, die während der Kampagne vorgetragen werden sollen. Die Gruppen, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, bekommen unterschiedliche Aufgaben für das Wochenende. Die Einsteiger studieren einen vorgegebenen Sketch ein, in der nächsthöheren Stufe lernen sie das Umdichten von Witzen in Reimform. Die Fortgeschrittenen dürfen sich eigene Kreationen ausdenken und einstudieren. Alles spielerisch, versteht sich. Es soll schließlich Spaß machen.

„Wir versuchen, die Kinder an die Bühne zu gewöhnen. Das Hauptproblem dabei ist es, neue Teilnehmer zu finden“, erklärt Halbritter. Denn die, die einmal mitmachen, bleiben in der Regel auch. Die erarbeiteten Sketche werden vor allem am 11. November beim Kampagnenbeginn und bei der Kindersitzung präsentiert.

30 Euro müssen die Teilnehmer zum Kurs beisteuern, den Rest übernimmt die Vereinskasse. Teilnehmen kann, wer möchte. „Es ist keine Voraussetzung, Mitglied im Verein zu sein. Jedes Kind aus Winkel kann mitmachen“, betont Halbritter. So auch Jessica, die seit sechs Jahren beim Seminar ihres Vereins dabei ist. „Ich fand das damals toll und wollte unbedingt mitmachen“, berichtet die heute 14-Jährige. Sie sei früher sehr schüchtern gewesen, habe aber durch das Seminar gelernt, frei zu sprechen und ihre Aufregung in den Griff zu bekommen. Jessica sieht darin die Chance, auch nach ihrer tänzerischen Karriere im Verein weiterhin auf der Bühne zu stehen. „Vielleicht nicht unbedingt alleine, aber in der Gruppe kann ich mir das gut vorstellen“, sagt sie. Die Inhalte des Seminars helfen aber nicht nur bei der Bühnenarbeit: Referate in der Schule bewältigt sie heute viel leichter als noch vor einigen Jahren.

Jessicas jüngere Schwester Paula und deren Freundin Rosalie sind seit zwei Jahren ebenfalls mit von der Partie. Die zwei Elfjährigen tanzten schon in der kleinsten Garde gemeinsam, deswegen sei die Bühne „nicht neu“ für sie. Rosalie hat den Sprung auf die Bühne, abseits des Tanzens, bereits gemeistert – sie ist in diesem Jahr die Kinderprinzessin des Vereins und kann das Gelernte direkt anwenden.

„Was die Kinder hier lernen, ist fürs Leben nichts Schlechtes. Das begleitet sie ihr ganzes Berufsleben“, betont Marion Halbritter. Es sei zwar viel Arbeit, aber sie merke, dass die Kinder besser werden. Von Jahr zu Jahr.

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