Grandiose Damensitzung der Winkeler Bobbe

Erstellt: Donnerstag, 23. Februar 2017 01:00
Geschrieben von Sabine Fladung - Rheingau Echo

Männerballett, Showballett und herrliche Büttenvorträge waren Trumpf bei der CVW Bobbesitzung

Aus den Sitzungen des gastgebenden CVW, des Eltviller Carnevalverein, der Rauenthaler Reschhinkel, aus Hallgarten und aus Taunusstein setzte sich das Programm der diesjährigen Bobbesitzung zusammen, die bei mehr als 150 „Rheingauer Bobbe" für Furore sorgte. Gut gelaunt leitete Sitzungspräsidentin Anita Basting die „Bobbesitzung". Längst ist sie echter Kult und auch am Dienstag feierten die „Bobbe" in der Brentanoscheune mit geradezu überschäumendem Tem­perament, ausgelassener Stimmung und viel Kokolores mit ihren Gästen Fastnacht.

Über fünf Stunden tobte der Bär auf der Bühne, aber auch im Publikum. Bei fast jedem Musikstück standen die Bobbe auf und sangen, schunkelten und klatschten mit. Sitzungspräsidentin Anita Basting und die CVW­Garde zogen im neuen Outfit gemeinsam mit dem „Elferrat", der bei den Bobbe doppelt so viele Mitglieder zählt, ein. Basting ließ die Damen im Saal auf das gemeinsame Fastnachtsfeiern der Bobbe schwören. Diese „Vereidigung" ist nicht nur witzig, es ist auch beeindruckend, wenn fast 200 Frauen die Finger zum Eid heben und zum Beispiel „Diäten ab­ schwören" oder auf die „weiblichen Reize" schwören. Nicht fehlen durfte natürlich das Bobbelied, gesungen von Marion Halbritter.

Die Chose auf der Bühne eröffnete die CVW-Garde mit einem prachtvollen Gardetanz in tollen Kostümen und sicherten sich damit den begeisterten Beifall des Publikums für diese sehenswerten  Darbietung.

Musikalisch ging es weiter mit den Liedertafel Singers aus Hallgarten: Sie begaben sich auf Kreuzfahrt, wurden an Bord aber statt zu Barmusikern zu Zimmer- und Küchenmädchen umfunktioniert. Sehr zur Freude des Publikum gab Roland Koch die Krankenschwester auf der Krankenstation:  ,,Von morgens bis abends muss ich in der Küche stehen. Mei Füß sind geschwolle bis zu den Zehen, Frühstück richte, Mittag koche, zum Kaffee dann gefüllte Liebesknoche und zwischedorsch wern Häppcher gesse und obends wird schon widder warm gefresse. So hab ich mir des nit gedacht, ach hätten wir diese Reise doch nie mit gemacht". Zu bekannten Melodien wie „Die rote Sonne von Barbados, ,,Immer wieder Sonntags" und „Warum hast du nicht nein gesagt" oder „Du schaffst das schon" besangen sie ihre Kreuzfahrt mit neuen Texten. Mitgebracht hatten sie das Liedertafel-Männerballett.

„Die Haalebeern-Bube": Unter dem Motto „Oaber heit geht's guat" hatte sich Trainerin Yvonne Schneider etwas besonders närrisches ausgedacht und „ihre" zehn Männer mit einem von Erwin Peter gebauten Maibaum in den Saal einziehen lassen. Dabei saß Raimund Bildesheim auf dem Maibaum und spielte „La Montanara" auf der Trompete. Auf der Bühne angekommen, legten die echt bairisch kostümierten Jungs einen Schuhplattler und Bänketanz, bei dem die ganze Bühne bebte, und einen Zipfeltanz aufs Parkett. Das Publikum konnte sich vor Begeisterung kaum halten und selbstverständlich mussten die Haalenbeern-Bube Zugaben drauflegen.

Sehr witzig auch der Vortrag der CVW-Jungstars Tanja und Patrick Halbritter. Die Geschwister spielten einen Sketch über einen unerfahrenen Computer-Nutzer und eine Hotline-Beraterin: ,,Schließen Sie zunächst mal das Fenster", riet sie ihm und Patrick alias ,,Herr Altweiber" stand auf und schloss das Fenster.
,,Was steht denn auf Ihrem Schirm?" fragte Tanja und Herr Altweiber holte diesen aus dem Flur. Schließlich nahm er sich ganz vom Netz und meinte, das die Hotline-Mitarbeiter keine Ahnung von Computer hätten.

Einen erstklassigen Augenschmaus servierte die Showtanzgruppe  „Funny Dance Sisters" von den „Gockel" aus Taunusstein, die unter dem Motto ,,Gekapert, versunken und Glitzer gefunden" in phantasievolle Seeräuber­Kostümen mit zweifachem Wechsel und mit beeindruckenden Hebefiguren tanzten.

Und weiter ging es Schlag auf Schlag: als „Feuerwehrfranzl" hatte Franz Georg Eger so manchen zweideutigen Einsatz der freiwilligen Helfer dokumentiert. Als echter Feuerwehrmann wusste er auch genau, was närrische Frauen lieben. Sein Vater Schorsch Eger setzte dem als „Hannes" noch einen drauf und zog die Frauen tüchtig auf. Eger sorgte bei der Bobbesitzung für Furore mit närrischen Weisheiten aus dem Ehebett und dem Single-Leben. Stimmgewaltig und humorvoll wusste er die Vor- und Nachteile von Männern und Frauen zu glossieren und zog die Damen in Saal immer wieder durch den Kakao.

Großartig war wieder einmal die „Men Show of TCV" von den Taunussteiner Gockel: Als „Disney's wilde Kerle" kamen sie als Schornsteinfeger auf die Bühne und als sie sich dann auch noch in Aladin und die Wunderlampe verwandelten gab es kein Halten mehr. Für die Zugabe gab es noch einen Kostümwechsel als rassige Tarzans im Dschungel.

Als „Opa, der mit zunehmenden Alter nicht mehr ganz zurecht kommt" schoss Siegfried Schön vom Eltviller Carneval mit seinem trockenen Humor den Vogel ab: Mit seinen Berichten, wie der Enkel an Weihnachten den Tannenbaum zu Fall brachte und das es keine Adventskränze mit nur zwei Kerzen gibt rührte er die Bobbe zu Tränen und natürlich gab es Standing Ovationen.

Köstlich war auch der Auftritt des Rauenthaler Männerballett „Die Berscheboebbscher". Sie fegten diesmal als rassige Samba-Schönheiten zu tollen Liedern über die Bühne und ließen ihre Bäuche sehr zur Freude des Publikums ordentlich wackeln.

Dann ging es non-stopp weiter mit den Lachtränen: Als „en alt Kreschtche" schoss die „Ehrennärrin" des CVW, Magda Miltner, mit ihrem Bericht von den Tücken des Alters den Vogel ab: „Ich bin jetzt schun 88 Jahre alt. Gell, ich hab mich gut gehalle. Saan se mol, hör'n Sie aach nix. Ich waaß nitt mei Ohr is jo ganz daab. Wie kimmt dann des, alles daab! Ja, du liebe Zeit, was hab' ich dann do? Des is jo mei Rheumazäppche. Jetzt waaß ich aach, wo mei Hörgerät steckt". Einfach herrlich ihr Bericht über ihre Hochzeit mit einem 90-Jährigen, dem Hochzeitstisch beim Apotheker und der morgendlichen Suche nach dem eigenen Namen. Für so viel närrische Wahrheiten gab es Standing Ovations.

Nach der Pause ging es gleich in die Vollen mit dem Rauenthaler Showballett "Blind Temptation": "Und die Raben sprachen Nimmermehr" ist der Titel des fast mystischen Tanzes, den die 15 Damen auf die Bühne brachten. Als Raben in tollen Kostümen überzeugten sie mit Grazie und Anmut und tollen Hebefiguren.

Keine Gnade gab es für die Lachmuskeln, als der Landratskandidat vom ECV, Maximilian Wenz, um die Stimmen der Bobbe warb: „lsch werd Landrat" war das politische Programm des Spitzenredners, der sich als schüchterner Sohn seiner Mutter outete und sein „tolles Outfit", zusammengesucht von Mama von den Bobben bewundern ließ: ,,Eigentlich sin die Faxe uff dem Mist von meiner Mutter gewachse. Geh in die Politik, do muss mer nix könne, hat se gesacht". Doch der „klone und verderrte" Landratskandidat der mit Plakaten und Unterstützung des ECV um Stimmen warb, hatte es faustdick hinter den Ohren und rechnete mit seinen Mitkandidaten gründlich ab. Eine Spitzenrede, die er auswendig vortrug.

Dann stürmte das nächste Männerballett die Bühne: Die „Many Monkys" aus Bretzenheim an der Nahe kamen als sexy Seeräuber. Als die Matrosen sich dann auch noch auszogen und Popeye mit an Bord nahmen, gab es kein Halten mehr. Unheimlich beeindruckend war der akrobatische Tanz mit vielen Hebefiguren.

Echte Lachtränen flossen dann in Massen, als Gunter Rauhpach aus dem Taunus dem Publikum sein schönstes Urlaubsfoto in XXL mitbrachte: Ein Blitzerfoto von sich selbst am Steuer seines Autos in der Schweiz: ,,460 schweizer Frankelie hat das gekostet". Dass er nun aber mit seiner Frau nicht über den Brenner fahren will, hatte einen ganz anderen Grund: Gunter war im Nachthemd die Straße vor seinem Haus bergab gerutscht und rückwärts von einem Laternenpfahl abgebremst worden: ,,Glocks on the rocks" hieß es dann sehr zur Freude des benachbarten Jugendclubs und die Feuerwehr rückte schließlich mit dem Brenner an, um ihn zu befreien. Das seine Frau danach Lust auf gegrillten Schinken hatte, verstand Gunter nicht.

Kokolores vom Feinsten servierte das Winkeler Ehepaar Susanne und Michael Schäfer im Zwiegespräch um eine Heiratsanzeige, die urkomisch war.

Eine wunderbare Tanzformation hatten auch die „Tanzschläppscher" des CVW zu bieten: Als „Fantasy Girls" zeigten sie einen Tanz mit riesigen Flügeln, der temperamentvoll in die Zugabe überging.

Zum krönenden Ausklang hatte es das CVW-Männerballett verstanden, die Bobbe mit einer rockigen Tanzvorführung und Kostümwechseln noch einmal von den Stühlen zu reißen: Das CVW-Männerballett verwandelte die Bühne in ein Hardrock-Cafe. Mit Luftgitarren, die wirklich aufblasbar waren, rockten sie ab, was das Zeug hielt. Mit ihrem unschlagbaren Rhythmusgefühl ließen die Tänzer die Lachtränen nur so fließen, mussten natürlich eine Zugabe drauflegen und läuteten schließlich das Finale der CVW-Bobbesitzung ein. Alle Akteure kamen noch einmal auf die Bühne und ließen sich von den begeisterten Bobbe feiern.

"Glocks on the rocks" gab es bei Gunter Raupach Opa Siegfried Schön hat es faustdick hinter den Ohren. Als Seeräuber und Meerjungfrauen kamen die Funny Dance Sisters. Will Landrat werden: Maximilian Wenz vom ECV. Einfach herrlich war der Samba-Tanz der Rauenthaler Berschböbbscher. Die Haalebeer-Bube machten es auf die bayrische Art. Eine wundervolle Tanzshow zeigte die Gruppe „Blind Temptations". Die wilden Disney-Kerle kamen aus Taunusstein.