24 | 11 | 2017

Grandiose Damensitzung der Winkeler Bobbe

Kleines Männerballettfestival etabliert sich bei der CVW Bobbesitzung

Aus den Sitzungen des gastgebenden CVW, des Eltviller Carnevalverein, der Rauenthaler Reschhinkel, aus Hallgarten, aus Taunusstein und der HR-Fastnacht setzte sich das Programm der diesjährigen Bobbesitzung zusammen, dass bei über 150 „Rheingauer Bobbe" für Furore sorgte. Gut gelaunt und witzig leitete Sitzungspräsidentin Anita Basting die vor 13 Jahren vom Winkeler Carnevalvereines Narrhalla ins Leben gerufene ,,Bobbesitzung". längst ist die Frauensitzung echter Kult und auch am Dienstag feierten die „Bobbe" in der Brentanoscheune mit geradezu überschäumendem Temperament, ausgelassener Stimmung und viel Kokolores mit ihren Gästen aus dem gesamten Rheingau ihre Fastnacht.

Über fünf Stunden tobte der Bär auf der Bühne des CVW, aber auch im Publikum. Bei fast jedem Musikstück standen die Bobbe auf und sangen, schunkelten und klatschten kräftig mit. Sitzungspräsidentin Anita Basting und die CVW-Garde zogen gemeinsam mit dem „Elferrat", der bei den Bobbe doppelt so viele Mitglieder zählt, ein. Anita Basting ließ die Damen im Saal wieder feierlich auf das gemeinsame Fastnachtsfeiern der Bobbe schwören. Diese närrische „Vereidigung" ist nicht nur äußerst witzig, es ist auch beeindruckend, wenn fast 200 Frauen die Finger zum Eid hoben und zum Beispiel den „Diäten abschwören" oder auf die „weiblichen Reize" schwörten. Nicht fehlen durfte natür­lich das legendäre Bobbelied, gesungen von der „Callas vun Winkel", Marion Halbritter.

Die Chose auf der Bühne eröffnete dann die CVW-Nachwuchsgarde mit einem prachtvollen Gardetanz in tollen Kostümen und sicherten sich da­mit den begeisterten Beifall des Publikums für diese sehenswerten Darbie­tung.

Musikalisch ging es dann weiter mit den Liedertafel Singers, die dringend eine Kur für die verschiedensten Wehwehchen brauchten: ,,Neues Knie und neue Hüfte, bald krieg ich noch neue Brüste", klagte Karin Witschonke. Die Schriftführerin der Liedertafel Michaela Schmid klagte: ,,Vom viele Telefonieren und Schreiben als, hab ich ja soo ein steife Hals" und der Hahn im Korb und 1. Vorsitzende Roland Koch wetterte: ,,Ich war deletzt beim Urologe, der hot mei best Stück ganz verboge. Und mei Fraa die alt Gewitterhex plärrt die ganz Zeit nur nach Sex"! Alle vier Sänger hatten· außerdem zu viel von den guten Torten „do unne in Eestrich, in de Konditorei" genascht und zwar immer mit viel Sahne, was sie natür­lich mit dem bekannten Lied von Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne" klar machten. In der Kur in Bad Füssing, wo man mit Caterina Valentes Hit ,,Komm ein bisschen mit nach Italien" als Vorlage eine besondere Lebensart fand, wurden die Sänger so richtig ge­quält, hatten „nur Wasser gesoffe und am Knäckebrot geleckt" und kamen dann aber fit aus der Kur zurück und stellten fest: ,,Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben". Und auch das Publikum kam nicht drum herum und musste die musikalischen Fitness-Übungen mitmachen und bekamen schließlich noch ein Lied: ,,Und nie legt ihr dann zu mehr an Gewicht, denn der letzte Tanz ist nur für Dich.

Ebenfalls von Krankheit und Therapien berichtete der wunderbare Sieg­fried Schön vom Eltviller Carneval mit seinem berühmten trockenen Humor: „Wenn oner in meim Alter nix hot, dann is er ja nit gesund. Do klemmt mol ein Schanier und en Ventil is nit ganz dicht". Wie Schön die Tabletten-Anweisungen seines Arztes umsetzte und was er alles in der Röhre des CT erlebte, rührte die Bobbe zu Tränen und natürlich gab es Standing Ovationen für Siegfried Schön.

Und weiter ging es Schlag auf Schlag: Die „Haalebeern­Bube", das Männerballett der Liedertafel Hallgarten hatten sich in diesem Jahr alle in Matrosen verwandelt und boten zu einen Mix aus alten und modernen Seemannsliedern dem Publi­kum eine erstklassige Performance. Die Tänzer zeigten sich immer wieder in neuen Formationen, schrubbten die Bühne, und lieferten sich mit ihren Schrubbern einen Kampf, kundschafteten mit selbstgebastelten Periskopen, in denen ein LED-Licht eingebaut war, das Publikum aus und zeigten dann sogar zu dem Lied „What shall we do with a drunken sailor" einen iri­schen Tanz. Ein Teil der Tänzer becircte das Publikum zum Lied „You can leave your hat on" von Joe Cocker und zum Titanicsong „My heart will go on" kamen alle zusammen auf die Bühne zum akrobatischen Schlussbild. Der Clou war die Zugabe, als drei Kapitäne die Hüllen fallen ließen, sich im Bade­anzug präsentierten und „Nimm mich mit Kapitän" sangen.

Und auch der Pizza-Bäcker Ciro Visone hatte es faustdick hinter den Ohren und heizte den Frauen mit seiner närrischen italienischen Verwandtschaft „Luigi Bordello" und seinem Lied „Mach Amore" tüchtig ein: ,,In Italien haben wir die Mafia, in Deutschland das Finanzamt".

Einen erstklassigen Augenschmaus servierte die Showtanzgruppe „Funny Dance Sisters" von den „Gockel" aus Taunusstein, die unter dem Motto „Außerirdische" in phantasievolle Kostümen mit zweifachem Wechsel und mit beeindruckenden Hebefiguren tanzten.

Und dann ging es non-stopp weiter mit den Lachtränen: Magda Miltner, eine der Redner-Größen des CVW, hatte als „Ehren-Ur-Närrin" mit einem köstlichen Rückblick auf die schönsten Rollen als Büttenrednerin alle Lacher auf ihrer Seite und erinnerte sich daran wie sie zum Beispiel die „alt Bass" mimte: ,,Wenn mich die Leit frohe, wie alt ich bin - mach ich mich immer 10 Jahr älter. Dann sanse all: Du host dich abber gut gehalte. Ich saat dodeletzt zu moim: ,,Frieher hoste mich immer mol am Kinn schee gegrault". Saat er: ,,Frieher hatste jo aach nur oans". Ja, frieher hot er mir de Hof gemacht , heit kehrt'ern nur noch". Für so viel närrische Wahrheiten gab es Standing Ovations vom Publikum.

Keine Gnade gab es für die Lachmuskeln des Publikums, denn schon stürmte das nächste Männerballett die Bühne: Die „Men Show of TCV" von den Taunussteiner Gockel kamen ebenfalls als Astronauten auf die Bühne, um sich dann hinter dem selbstgenähten „Coca-Cola-Weihnachtstruck" in süße Kobolde, Schneemänner und Rentiere vom Nordpol zu verwandelten. Als die Kobolde sich dann auch noch auszogen, gab es kein Halten mehr. Unheimlich beeindruckend war der akrobatische Tanz mit vielen Hebefiguren.

Als „Feuerwehrfranzl" hatte auch Franz Georg Eger so manchen zweideutigen Einsatz der freiwilligen Helfer dokumentiert. Als. echter Feuerwehrmann, Eger gehört den Mittelheimer Floriansjüngern an, wusste er auch genau, was närrische Frauen lieben.

Nach der Pause ging es gleich in die Vollen mit dem Rauenthaler Männer­ballett „Die Berscheboebbscher", die als lange Rothaarige in giftgrünem Schlaghosen-Outfit ganz wundervoll zu Abba- und Boney M. - Liedern aus den 70ern über die Bühne fegten. Die Damen im Saal waren von dem fetzigen Tanz einfach restlos begeistert.

Dann stieg Schorsch Eger in seiner Paraderolle als „De Hannes" in der Bütt und begeisterte wie bei vielen großen Sitzungen und auch im Hessischen Rundfunk mit deftigen Witzen die Damen. Stimmgewaltig und humorvoll wusste er die Vor- und Nachteile von Männern und Frauen bestens zu glossieren und zog die Damen in Saal auch selbst immer wieder durch den Kakao.

Ein weiteres Highlight war der Auftritt der Showtanzgruppe „Blind Temptation": Die Tänzerinnen der Rauenthaler Reschhinkel präsentierten mit ihrem mystisch anmutenden Tanz „Das 5. Element" wie eine Einheit. Mit wunder baren Hebefiguren und großer Akrobatik brachten die Künstlerinnen einen mehrteiligen Tanz auf die Bühne, der fernsehreif war.

Dann trat mit Anna-Maria Mucke als närrische Klofrau eine der CVW-Bobben in die Bütt und lieferte den Damen im Saal und vor allem Elferratsmitglied Eveline Werschnik einen köstlich komischen Rapport über den Arbeitsplatz einer Klofrau, die sogar einen Computer mit automatischer Waschanlage im Klos installiert hatte.

Schließlich schossen die sechs Clowns aus Bretzenheim an der Nahe den Vogel ab: In einer fast 20-minütigen Tanzshow wirbelten die jungen Herren in tollen Clownkostümen mit Frack und Schleife, karierten Pluderhosen und Ringelshirts über die Bühne, dass die ganze Brentanoscheune ins Wackeln kam. Als Artisten mit akrobatischen Hebefiguren, als Comedians mit Dreirad und Blitzergerät, als Marionetten und als Drehorgelspieler zeigten sie sich in diesem Tanz und brillierten mit einer "Choreografie, die selbst im Fernsehen zum Besten der diesjährigen Kampagne gehören könnte.

Kokolores vom Feinsten servierte das Silberpaar Susanne und Michael Schäfer im Zwiegespräch mit „Paar therapeutin" Anita Basting: Während das Jubelpaar von täglichen Spülen sprach, dass der Ehemann nun nach 25 Jahren schlichtweg verweigerte, hatte Therapeutin Basting etwas ganz anders im Sinn gehabt, was der Mann, der „nicht mehr konnte, weil er nicht mehr wollte und es früher sicher mal geliebt hatte". Über das Missverständnis flossen echte Lachtränen.

Eine wunderbare Tanzformationen mit tollen Hebefiguren und einer prima Zugabe hatte auch die Gardemädchen des CVW zu bieten: Sie fegten als tanzende Püppchen über die Bühne und faszinierten das Publikum auch mit ihrem wundervollen Showtanz.

Zum krönenden Ausklang hatte es das CVW-Männerballett prächtig verstanden, die Bobbe mit einer lustigen Tanzvorführung und zwei Kostümwechseln noch einmal von ihren Stühlen zu reißen: Zunächst kamen sie in Kittelschürzen als närrische Putzfrauen in den Saal gestürmt. Doch dann ließen die „Hausfrauen" ihre Hüllen fallen und animierten das Publikum in knappen Turnanzügen zur sportlichen Aerobic. Mit ihrem unschlagbaren Rhythmusgefühl ließen sie die Lachtränen nur so fließen und läuteten so schließlich im ersten Morgengrauen das Finale der CVW-Bobbesitzung ein. Alle Akteure kamen noch einmal auf die Bühne und ließen sich von den restlos begeisterten Bobbe im Saal gebührend feiern.

Als Außerirdische kamen die Funny Dance Sisters.Die Men Show of TCV lockte an den Nordpol.Köstlich: Das Silberpaar Susanne und Michael Schäfer.Die Ehren-Ur-Närrin: Magda Miltner.Eine wundervolle TanzshowDie Rothaarigen der Rauenthaler Berschböppscher brachten die Damen in Rage.Die CVW-Bobbe ließen es in ihrer Sitzung krachen.
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