Turntiger, Urnärrin und Schobbeputzerinnen

Erstellt: Donnerstag, 28. Januar 2016 01:00
Geschrieben von Sabine Fladung - Rheingau Echo

Winkeler Narren aus drei Generationen luden Senioren zu einer großen bunten Narrenshow ein

 

Die kleinen Turntiger der Dotzelgarde waren die jüngsten Winkler Carnevalisten, am vergangenen Sonntag knapp 200 Senioren in der Brenta­noscheune begeisterten. Die kostenlose Kappensitzung
mit Höhepunkten aus der großen Sitzung und der bevorstehenden Kindersitzung hat seit vielen Jahren beim CVW Tradition. Und so unterhielten auch am vergangenen Sonntag wieder über 100 kleine und große Narren im Alter von drei bis 60 Jahren die Senioren mit einer bunten närri­schen Schau, die um 14.11 Uhr begonnen hatte und erst um 18 Uhr zu Ende ging.

 

 

 

Aus allen vier Stadtteilen waren auch in diesem Jahr wieder Gäste der Einladung des Winkeler Carnevalver­eines zur traditionellen Seniorensitzung gefolgt. Mit berechtigtem Stolz präsen­tierte Sitzungspräsident Markus Stoll den Senioren Gästen des CVW am Sonntag die großen und kleinen Akteure des Vereines. Begrüßt wurden die Se­nioren auch von dem diesjährigen Kinderprinzenpaar Joy König und Christoph Staviridis. Außerdem richtete die Stadtverordnetenvorsteherin und stell­vertretende Vorsitzende des Seniorenclubs, Gerda Müller ein witziges Grußwort aus der Bütt an die Senioren.

Vor allem die Kinder und Jugendlichen der CVW Kindergarde, der Dotzelgarde, der Minigarde und der Nachwuchsgarde mit ihren wunderschönen, fantasievollen Tänzen in prächtigen Kostümen zu fetziger Musik für Furore. Eifrig wurden die Kinder hinter der Bühne von ihren Trainerinnen, Betreuern und Mütter geschminkt und zum Teil bis zu drei Mai umgezogen. Wochenlang hatten sie ge­probt, Tänze einstudiert und Büttenreden, die die Eltern gedichtet hatten, auswendig gelernt. Gerade drei Jahre alt waren die Jüngsten unter ihnen. Alle diese Mühen hatten die kleinen und großen Narren auf sich genommen, die Senioren in der Brentanoscheune zum Lachen zu bringen und über vier Stunden lang närrisch zu  unterhalten. Und auch die ,,Altstars" des Winkeler Carnevalvereines fehlten bei der Seniorensitzung nicht. Michael Schäfer, präsentierte sich glanzvoll in seiner Rolle als Kanzler mit einem Protokoll voll echter und närrischer Weisheiten, das wahrlich zu den Höhepunkten der Sitzung gehörte. Mag­da Miltner kam erste und bisher einzige ,,Ehren-Ur-Närrin" des Winkeler Carnevalvereines in die Bütt: ,,39 Jahre schon steh ich hier am Mikrofon. 39 Jahr in de Fassenachtszeit, zu bringe Euch un mir nur Freid, 39 Jahre Versjer mache, 39 Jahre Leit, die lache." 

Die „CVW Tanzschläppcher" zeigte ihren Tanz „Sattle der 90er Jahre" und die große Garde trumpfte mit einem flotten Marsch und einem „puppenhaten"Showtanz. Bürgermeister Michael Heil und Pavlos Stavridis hatten ein herrlich komisches Zwiegespräch zu bieten: ,,Na, Pavlos, du, ich hab gehört, ein Laster hat dein Haus zerstört, ist einfach so drauf los gerollt, der Fahrer hat das nicht gewollt. Doch eines tut mich echt bewegen, es heisst, du hätt'st im Bett gele­gen, so was kann ich echt nicht ver­stehn, dabei war's schon fast halber zehn, wir sind hier nicht in Griechenland, das hast du wohl noch nicht erkannt". Für Superstimmung im Saal sorgte dann auch der ehemalige CVW-Sitzungspräsident Tobias Jendreizeck als gestandener Bayer mit den drei feschen Maderln Juana und Rhoda Mulz und Ehefrau Myriam Jendreizeck. Mit Lie­dern wie „So a schenner Dach", ,,i sing a Lied für di" und vielen anderen beliebten Volksliedhits gefielen sie den Senioren sehr. Aus dem königlichen Haushalt der Familie Fladung berichtete wieder einmal die Queen Mum Sabine Fladung und verriet, dass sie bei der Wahl zur deutschen Weinkönigin, ,,wo Töchter­chen Katharina  Prinzessin is worn", vor lauter Aufregung das Geländer verborgen hatte und das trotz einer halben Packung Baldrian. Auch einen neuen Weinspruch hatte sie parat: "Badischer Wein-mim Schneebesen  gerührt". Wein - mim Schneebesen gerührt".

Für Furore sorgte natürlich auch wieder mal die Familie lmmerheiser-Halbritter mit ihrem urkomischen Musical „Ich war noch nie in Espeschied": Als  Hommage an Udo Jürgens erzählten sie zu Melo­dien wie „Griechischer Wein", „Anouschka" und „Ich war noch niemals in New York" die Geschichte von Lisje (Marion Halbritter) und dem  Espenschieder Bauernsohn Karl (Patrick Halbritter), die sich gegen den Willen der Eltern verlieben. Erst die Wahrsagerin Nicole lmmerheiser schafft es, das die Liebenden heiraten dürfen. So steht der Hochzeit und dem großen Fest auf der Fastnacht in Winkel beim CVW nichts mehr im Wege. Und natürlich durfte das legendäre „Allez Hopp" als Zugabe nicht fehlen.

Als dann noch zum Abschluss das CVW-Männerballett mit einer fetzigen Tanzvorführung in Kittelschürzen als närrische Putzfrauen auf die Bühne kamen, ihre Hüllen fallen ließen und zur sportlichen Aerobic übergingen, waren  auch die Senioren nicht mehr zu halten. Die Gäste waren von dem, was ihnen hier geboten wurde, hellauf begeiostert und sparten nicht mit Beifall.

Allerliebst waren die Turntiger der Zwergengarde. Die Kindergarde zweigte einen flotten Marsch. Sabine Fladung ist die Queen-Mum. Gerda Müller dankte dem CVW für die Einladung zur Seniorensitzung mit lustigen Versen. Die Senioren hatten viel Spaß.