20 | 11 | 2017

Neunzig Jahr ganz ohne Strunz - der CVW feiert

Winkler Carnevalverein feiert sein 90-jähriges Vereinsjubiläum mit großartiger Kappensitzung


Sein 90-jähriges Jubiläum feiert der CVW in diesem Jahr und schenkte sich selbst eine großartige Kappensitzung. Hier bewiesen die Winkeler Carnevalisten wieder einmal, dass die Rheingauer Fastnacht das beste Mittel ist, um jung zu bleiben. Das konnten die Gäste der ersten Kappensitzung des Winkler Carnevalvereins Narrhalla in der bunt geschmückten Brentanoscheune hautnah erleben: Junge und „altgediente" Winkeler Narren gestalteten ein fünfstündiges' Programm voller Spaß, Witz, Humor und Kokolores.



Gleich zu Beginn ergriff Sitzungspräsident Markus Stoll das Wort und führte dann gut gelaunt durch den Abend und die Nacht. Stoll machte seine Sache wieder großartig, dem ehemaligen Kindersitzungspräsident, Kinderprinz und erwachsenen Prinz liegt die Fassenacht einfach im Blut.

Wahrhaft königlich begann der Abend: Zunächst mit dem Kinderprinzenpaar, ihrer Lieblichkeit Joy König und dem wortgewaltigen Prinz Christoph Stavridis, der allein mit seiner köstlich komischen Mimik, alle zum Lachen brachte. Als echter Schlingel und Charmeur entpuppte sich der langjährige, Kinderstar der Oestricher Kolpingfastnacht, als er seiner Prinzessin kurzerhand sein Mikrophon gab, weil ihres nicht funktionierte und bekannte: „Als Oestricher, des ist bekannt, sind wir ja oftmals doch verkannt!". Die beiden jungen Regenten machten ihre Sache prima und wurden für ihr lustiges Grußwort mit viel Beifall belohnt. Nachwuchsförderung ist eines der größten Projekte im CVW und welchen Erfolg das mit sich bringt, zeigte die Sitzung, die auch von vielen jungen Akteuren mit bestritten wurde. Dazu gehörte auch die CVW Nachwuchsgarde mit ihrem prachtvollen Gardetanz. Die Garde zeigte unter der Leitung von Pauline Kirschke und Chiara Denzer einen wunderbaren Gardetanz mit tollen Hebefiguren. Später im Programm gab es dann unter dem Motto „Mein knallgelbes Gummiboot" noch ein richtiges Showtanzprogramm mit Kapitän Johann und seinen Matrosen.

Noch königlicher wurde es dann mit dem Besuch des großen CVW-Prinzenpaares, das nur alle fünf Jahre zu einem Jubiläum regiert. Vor elf Jahren schon als Kinderprinzenpaar mit von der Partie, grüßten seine Tollität Prinz Alexander 1„ Herrscher im Saale und über Pedale, närrischer Streiter und Meister von Komik und Statik zu Wincolorum und ihre Lieblichkeit Katharina 1., gekrönte Weinadlige von Gott Jokus und Gott Bacchus Gnaden, Erstes närrisches Gewächs, Edelfrau mit Prädikat in Vinicella als CVW-Prinzenpaar ihr närrisches Volk. Flankiert wurde das Prinzenpaar von Bodyguard Robert Fladung, der erst mal einige verdächtige Personen im Saal untersuchte. Begleitet wurde das Prinzenpaar von der CVW-Garde, die anschließend einen prächtigen Gardereigen präsentierte, beeindruckende Hebefiguren und akkurate Choreografie inklusive. Die Tänzerinnen hatten unter der Leitung von Nadine Sonntag und Nicole lmmerheiser diesen Tanz und auch den späteren fetzigen Showtanz einstudiert. Und ohne Zugabe durften die Tänzerinnen die Bühne nicht verlassen.

Wie schon vom Prinzenpaar angekündigt, hatten sie auch „Queen Mumm" Sabine Fladung mitgebracht, die dann närrisch verkündete: „Mein Mundwerk ist groß un mein Stammbaum ist echt, ich stamm aus em Hallgartener Bergvolksgeschlecht und in all meiner Fülle tret ich vor Euch hin, weil ich die Queen Mum im Quadrat heute bin". Das Publikum hatte viel Spaß an dem närrischen Einblick in die „königliche" Familie Fladung.
Und mit einem echten Winkeler Vollblutfastnachter ging es dann gleich weiter: Das närrische Protokoll wurde in gewohnt humorvoller Winkeler Art von Kanzler Michael Schäfer präsentiert. Er hatte wieder einmal alles festgehalten, was in Land, Kreis und Stadt passiert war und servierte alle diese Ereignisse wortgewaltig mit dem Blick in den Narrenspiegel: Egal, ob die Ankündigung der CVW-Sitzung für den 31 .2., Tebartz van Elst und viele Wege, die nach Rom führen, die CVW-Fahrradtour mit wackligen Ersatzrädern, die atemlose Helene oder ein Besuch bei „Parre zappt'', der für Dietmar Schneider einen Schuhtausch am nächsten Morgen mit sich brachte - alle bekamen ihr Fett weg: „Mer hatte en Bürgerenscheid in der Gestalt, Windkrafträder im Oestrich-Winkeler Wald. Der Ausgang war eindeutig unn klar, keine Windkrafträder wollt die meiste Bürgerschar. Die Dinger verschandele die Natur, was Wahres an sich, doch iss de Klimawandel damit vom Tisch? Mer all brauche mer Energie, bitte sehr, aber keine Erzeugung vor meiner Deer. Ich finde es aach nit doll, die Räder zu begaffe, aber so iss die Energiewende nit zu schaffe. Heiliger Sankt Florian, verschon mei Haus, zünd' andre an".

Eine sehenswerte Premiere  gab es dann mit dem Auftritt des neuen Balletts „Die Tanzschläppcher": Die gestandenen Tänzerinnen ließen unter der Leitung von Nadine Sonntag als närrische National-Mannschaft noch einmal alle Emotionen der letztjährigen Fußball-WM Revue passieren und das mit beeindruckendem tänzerischen Geschick.

Schließlich kamen mit Hermann Becker und Lothar Meckel die beiden CVW-Größen schlechthin auf die Bühne und hatten als närrische Weinbrüder nicht nur gleich eine ganz Kiste Winkeler Wein und eine Flasche Wasser („Bäh - Wasser ist zum waschen da") mitgebracht, sondern auch viele herrlich köstliche Weisheiten rund um den Rebensaft, die sie mit trockenem Humor zum besten gaben: „De liebe Gott hot mer gesacht: „An jeder Eck steht en Frau für Dich", und dann hot er die Erd rund gemacht!". „Nur ein Glas Woi macht mich besoffe, meist des achte!", „So viel, wie ich vergesse, kann ich mer gar nit merke". Ganz klar, dass hier wieder mal kein Auge trocken blieb und es sogar Standing Ovations gab.

Nach der Pause ging es herrlich komisch weiter, als Heiko Hoffmann als „Dschungelkönig vun Winkel" die Bühne betrat und das Publikum entscheiden ließ, ob er ins Dschungelcamp passt: „Doch eine Frage stellt sich mir ganz unumwunde, wird ich denn als prominent genuch empfunde? Doch mer sagte mir ganz ohne Kummer: Ei du bist doch beim CVW ne große Nummer". Damit immer noch nicht genug, wurden die Lachmuskeln des Publikums noch einmal besonders arg strapaziert. So klagte „die alt Bas" des CVW, Magda Miltner, wie sie die Tücken des Alters versucht zu kaschieren: „Heerter gut? Ich nitt!

De erste Lack is ab - un de zweite aach, abber met e bisje Farb' lässt sich noch ebbes rette. Wenn mich die Leit frohe, wie alt ich bin - mach ich mich immer 10 Jahr älter. Dann sanse all: Du host dich abber gut gehalte. Ich saat dodeletzt zu moim: „Frieher hoste mich immer mol am Kinn schee gegrault". Saat er: „Frieher hatste jo aach nur oans". Ja, frieher hot er mir de Hof gemacht, heit kehrt 'ern nur noch. Ich hab immer gedenkt, mein Herz steht heute noch in Flammen, bis de Dokter mol saat, es wär' Sodbrenne". Für so viel närrische Wahrheiten gab es Standing Ovations vom Publikum.

Einen Augenschmaus der Superlative gab es mit dem Auftritt des Gastballetts: Die in Darmstadt studierende ehemalige CVW-Prinzessin Sophie Schäfer hatte ihre Tanzgruppe SKV Sprendlingen mitgebracht, die passend zum Dschungelkönig in grünschattierten Anzügen einen Jazztanz hinlegte, der alle hellauf begeisterte.

Als „Feuerwehrfranzl" hatte auch Franz Georg Eger so manchen zweideutigen Einsatz der freiwilligen Helfer dokumentiert und machte klar, dass die beste Technik ohne das richtige Handwerkszeug nichts nutzt. Als echter Feuerwehrmann, Eger gehört den Mittelheimer Floriansjüngern an, wusste er auch genau, was Feuerwehrfrauen lieben. In den Wilden Westen entführte das Männerballett aus Bretzenheim bei Bad Kreuznach das Winkeler Publikum mit einer grandiosen Tanzaufführung und herrlichen närrischen Einlagen.

Und immer noch war eine Steigerung möglich: Eine besondere Variante der Freitagabend Heute-Show bot die Winkeler Familie lmmerheiser-Halbritter dem Publikum: Die Nachrichten, die Harald lmmerheiser, Hannelore lmmerheiser, Marion Halbritter, Nicole lmmerheiser, Patrick Halbritter, Daniela lmmerheiser, Tanja Halbritter und Dr. Norbert Halbritter zu bieten hatten, ließen die Lachtränen nur so fließen: Da gab es eine dreifache Ehrung für die Verdienste der Stadt Oestrich-Winkel, für die Verteilung der Blitzer im Stadtgebiet „vier in Winkel, einer in Oestrich, keiner in Hallgarten", für die erneute Anhebung der Grundsteuer und für die vielen Baustellen. Dann fand die Garde-WM in der Brentanoscheune statt: Das Organisationsteam hatte die WM von Kathar nach Winkel verlegt, weil es in der Brentanoscheune so tolle Umkleiden gibt und schließlich bewarb sich die „Callas vun Winkel" mit ihrer Interpretation von „Ein bisschen Frieden" beim Eurovision Song Contest. Zum Abschluss durfte das Winkeler Fastnachtslied „Allez Hopp" nicht fehlen und jedem war klar, hier war wieder mal ein besonderer Glanzpunkt der CVW-Sitzung geboten worden.

Krönender Schlusspunkt des Abends das CVW-Männerballett mit einer phantasievollen Tanzvorführung und drei Kostümwechseln: Zunächst als Synchronschwimmerinnen im Badeanzug im „echten" Wasser, dann als Gardemädchen und schließlich mit einem Baströckchen rockten die „graziösen Tänzerinnen" die Bühne. Mit ihrem unschlagbaren Rhythmusgefühl ließen sie die Lachtränen nur so fließen. Natürlich mussten sie eine Zugabe drauflegen und die Trainerinnen Laura Maus, Michelle Greifenstein und Pauline Kirschke durften stolz auf ihre Jungs sein.

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