23 | 11 | 2017

CVW Prinzenpaare

In den Fastnachtshochburgen regieren z. B. in Köln alljährlich Prinz, Jungfrau und Bauer, das legendäre "Dreigestirn". In allen sonstigen Hochburgen von Karneval, Fasching, Fasnet und Fastnacht hat jeder sein eigenes Prinzenpaar und entsprechende Ritaule.
Beim Carnevalverein Winkel wird ein großes Prinzenpaar "nur zu besonderen Anlässen" als närrischer Regent an die Spitze des Fastnachtstreibens gestellt (man kann sagen alle fünf Jahre zu dem besonderen Großereignis: Fastnachtszug des CVW in Winkel). Dabei haben närrische Tollitäten auch in Winkel durchaus schon ihre Tradition.

Der CVW hatte erstmals in der Kampagne 1949/1950 ein großes Prinzenpaar. Dies war zum 25jährigen Bestehen des Vereins und auch zum ersten Zug, den der CVW nach den Kriegsjahren eigenständig veranstaltete. Das Besondere dieses Prinzenpaares war zudem, dass die Prinzessin eine leibhafte Gräfin war. Gräfin Eleonore Matschuka von Greiffenclau von Schloß Vollrads mit ihrem Prinzen Wilhelm Basting, dem späteren Kellermeister des legendären Ratskellers von Bremen.

Der Carnevalverein von Winkel war mit seiner ersten Prinzessin nur 11 Jahre später als die närrische Hochburg Mainz. Mit der Kampagne 2009/2010 folgte beim CVW das neunte Prinzenpaar und das zehnte Prinzenpaar dürfte zum Fastnachtszug am 15. Februar 2015 wieder eine närrische Regentschaft übernehmen.

In der Kampagne 1987/1988, zum Start der ersten Kindersitzung, hatte der CVW seinen ersten Kinderprinzen. Ab der nächsten Kampagne folgten bis zur Kampagne 2012/2013 weitere 25 Kinderprinzenpaare. In den letzten Jahren wurden der Kinderprinz und die Kinderprinzessin aus den Teilnehmern der Rhetorikseminare ausgewählt, die sie beim CVW in den Vorjahren erfolgreich besucht hatten.

Die Inthronisation des Kinderpaares erfolgt immer zur Kampagneneröffnung am 11.11. mit der Übergabe der drei Insignien der närrischen Macht: Bajazz, Narrenkappe und Kinderprinzenpaarorden. Am Freitag nach dem Aschermittwoch verabschiedet sich das Kinderprinzenpaar beim traditionellen Schlappeabend des CVW immer mit einer besonderen Rede. Hier stellen die Jugendlichen die Besonderheiten in ihrer närrischen Regentschaft, oftmals für viele Aktiven mit tollen Überraschungen verbunden, vor. Sie erhalten dann vom Vorsitzenden die Urkunde zur Regentschaft und ein kleines Geschenk des Vereins.
Im 30. CVW-Narrenspiegel von der Kampagne 2011/2012 (www.cvw-winkel.de) ist auf den Seiten 48 und 49 ein wunderschöner Artikel: „Eine CVW-Prinzessin schaut nochmals zurück“ nachzulesen. Hier schreibt Sophie Schäfer, eine ehemalige Kinderprinzessin und CVW-Prinzessin der Kampagne 2009/2010, ihre Eindrücke zum: Wie wird man Prinzessin beim CVW? und zum Leben und den Erfahrungen einer Fastnachtsprinzessin in unserem Verein.

In der Historie der Fastnacht sind Frauen stets unterrepräsentiert oder werden gar durch Männer dargestellt. Bereits im Gründungsjahr des Mainzer Carneval Vereins, 1838, regierte ein "Prinz Carneval". Ein Jahr später gab es schon einen "König Carneval", der zusammen mit der "Jungfrau Moguntia", die freilich ein Mann war, das Zepter schwang. Im Jahre 1897 war es sogar der amtierende Mainzer Oberbürgermeister Dr. Heinrich Gassner, der die Prinzessin mimte. Zum ersten Mal in der Geschichte der Mainzer Fastnacht wurde die Prinzessin zum 100jährigen MCV-Jubiläum von einer leibhaftigen Frau verkörpert, dies war 1938.

Beim CVW kann in seiner Vereinsgeschichte, nach meiner Einschätzung, keine Unterpräsentation von Frauen festgestellt werden. Schon bei der Vereinsgründung 1924 wirkten Frauen aktiv mit und die Frauensitzung war immerhin zeitlich sieben Jahre vor der CVW-Herrensitzung.
Und zum Schluss noch eine klare Meinung von mir: Die Winkler Prinzessinnen waren schon immer besonders hübsche Frauen und so sollte es auch zukünftig bleiben. Mer freie uns!

Formalitäten zu den „großen“ Prinzenpaaren beim CVW

Die Amtszeit der "Tollitäten" beginnt mit ihrer Inthronisierung/Proklamation zum 11.11. der neuen Kampagne. Da wir keine Nachfolger zur nächsten Kampagne bisher hatten, sehen wir es so, dass die "Amtsperiode" der Tollitäten endet, wenn die nachfolgenden Tollitäten proklamiert werden.
Wo dieser Brauch stattfindet, wird er sehr ernsthaft durchgeführt und es ist für jedes Prinzenpaar eine besondere Ehre dieses Amt zu übernehmen. Das Prinzenpaar wird für die Dauer der Kampagne zu Personen des öffentlichen Lebens in unserer Stadt, dessen Anwesenheit bei gesellschaftlichen Anlässen, auch über die Kampagne hinaus, geschätzt wird.

Das Prinzenpaar regiert in der fünften Jahreszeit. Oft wird es auch von einem Hofstaat (Herold und zwei Pagen) oder auch Prinzenpaargefolge - wie beispielsweise einer Garde oder dem Elferrat - begleitet, was eine Persiflage auf die Hofbediensteten wirklicher Adelshäuser darstellt. Die Mitglieder des Hofstaates unterstützen das Prinzenpaar bei seinen repräsentativen Pflichten, zudem sind Ihnen in der Regel auch organisatorische Aufgaben zugewiesen (der Herold verliest die Proklamation usw.). Beim CVW gibt es zusätzlich in jeder Kampagne den Mundschenk und den Schatzmeister/ die Schatzmeisterin.

In der Kampagne mit einem „großen“ Prinzenpaar ist der Prinzenpaarball am Fastnachtsdienstag ein schöner Brauch beim CVW zum formalen Ausklang der Regentschaft eines Prinzenpaares.
Das Prinzenpaaramt ist mit vielen repräsentativen Pflichten und besonders in den karnevalistischen Hochburgen auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Da das Prinzenpaar jedoch große öffentliche Aufmerksamkeit erzielt, wird es in vielen Orten dabei auch von örtlichen Sponsoren unterstützt.
Beim CVW galt bisher: Nicht das Geld entscheidet – nein, die Zuneigung zur Winkler Fastnacht ist ausschlaggebend!

Hinweis: Die historischen Daten zur Fastnacht wurden teilweise auch aus dem Mainzer Fastnachtslexikon übernommen.

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