20 | 11 | 2017

Kokolores

Hot mer die Wahl?

Als ich noch war im Mutterleib,

 do hat ich noch viel Zeitvertreib.

So hunn ich allweil nachgedacht,

wer war es, der mich einst gemacht.

Die Mudder kenn ich, bei der bin isch

Doch der Vadder is mir fremd.

Ich find dieses gar nitt kinnisch,

wenn man den Vadder vorher kennt.

So frage ich mich allemal,

hot mer die Wahl?

 

Moi Geburt is gut verloffe,

mei Eldern uff mei Zukunft hoffe.

Mich interessiert  die Mutterbrust,

wobei ich gerne hätt gewusst,

Wie long die Beide gut gefüllt?

Wie lang noch werde ich gestillt?

Wonn kimmt des Fläsch`sche an die Reihe?

Damit ich`s Maul halt und nit schreie.

So frage ich mich allemal,

hat ich die Wahl?

Mein erster Schulgang steht ins Haus,

deweil ich mach mer gar nix draus.

Die Schuldutt und die nei Klamotte,

konnste in die Tonne klobbe.

Was ich soll lerne, konn ich längst,

vor noch mehr lerne, hänn ich Ängst.

Mein Vadder mehnt ich wär der schlauste,

als Kind, uff diese Worde bauste.

Doch frage ich mich dieses Mal,

hab ich überhaupt die Wahl?

 

Jetzt wo ich täglich älter bin,

kommt mir die Frage in den Sinn,

Konn mer nit vor dem Zeugungsakt,

mimm Herrgott schließe einen Pakt,

wo man sich sucht die Eltern aus.

Mit sehr  viel Pinke, un em Haus.

So dess mer is allzeit zufriedde,

und bleibt der König in der Midde.

So frage ich mich Heit zumal,

wichtig wäre solche Wahl!

 

Uff Freiersfüße geht mein Wesch,

wobei ins Zeisch ich misch schunn lesch.

Ich wäsch misch nun seit Woche nit,

in meine Kreise is des Sit.

Laaf rumm wie monscher Obdachlose,

in Fetzehemd und Schmuddelhose.

Von mir geh`n Düfte in die Welt,

für die verdiene Onnern grad viel Geld.

Is uff der Party Damenwahl,

bin ich de King im gonze Saal.

Ich steh im Kreis un henn die Qual,

entscheide dich, das eine Mal!

 

Die Jahre sinn ins Land gegange,

was hoste alles angefange.

Die Arbeit hast du nie gesucht,

Was Neies  host du jetzt gebucht.

Die Politik soll dich nun rette,

befreit dich von der Sorgen Kette.

Auf der List bist du debei,

als Gründungsvater der Partei.

Des ganze Volk geht jetzt zur Wahl,

wählt mich ihr Leit, des eine mal!

 

Um 18 Uhr steht eines fest,

 ich sitze im gemachte Nest.

Ich hänn misch frei zur Wahl gestellt.

Jetz hunn ich Macht un noch mehr Geld.

Des Volk mir seine Stimme gab.

Nun bin ich reich, bis on moi Grab.

Nix gelernt und dumm wie Stroh,

 es geht im Lebe so und so.

Der Kopp is leer und Obbe kahl,

der mich gewählt, er hatt die Wahl!

 

Nun die Moral vom Wahl und wähle,

mer soll sich nit vom Acker stehle.

Wer recht laut schreit die Wahlparole,

den soll am End de Teifel hole.

Mer brauche Leit die ebbes könne,

und nit im Plenum sitzend penne.

Wer Dormel ist, bleibt es im Leben,

wer dene tut die Stimme geben,

der konn sich selber nur bescheißen.

Des soll im Leben schon was heißen!

 

Ihr Leit macht mit an Karneval,

ein echter Narr hat keine Wahl.

Dort wird geschunkelt und gelacht,

wird echte Blädsinn froh gemacht.

Dort wird kein  Mensch jemals beschisse,

ein echter Narr pflegt diese Wisse.

Er gibt den Menschen Freud und Spaß,

so Ihr Leit, des war`s………….

 

Lübeck, 11.10.2017 Helmut Eckert

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