Kokolores

Die Büddered!

Erstellt: Donnerstag, 15. Januar 2015 01:00
Geschrieben von Helmut Eckert

Hier mein diesjähriges Gedicht zur Fassenacht. Für allgemeine, nachdenkliche Freude und Besinnlichkeit.

Die Büddered!

Als Wilhelm Tell betrat ich stolz, die Bühne,
Im Saal verzog, nicht einer eine Miene.
Die Armbrust hab, als Tell ich festgehalten
Auf meiner Stirn stand Schweiß, vom eisig Kalten.
Ihr Narren hier, ihr könnt es nicht ermessen
Ich hab mei Büddered , total vergessen.
Ich hat mir jedes Wort, doch aufgeschrieben.
Die ist jetzt fort, wo ist die Red geblieben?
Mein Kopf war leer, die Birne ausgebrannt.
Am liebsten war ich, aus dem Saal gerannt.
Ein Geistesblitz, muss meine Rettung sein.
He, Narrengott, lass mich jetzt nicht allein!
He kennt ihn den? So brüllte ich herunter,
ein scharfer Witz, des macht Euch Tasse munter.
Des Trüb bei Tasse, hab ich hier nicht gesagt.
Bei diesen trüben Tassen, habe ich es nicht gewagt.
Des Fritze saß Heut, am Morgen auf dem Klo.
Es war mal nicht besetz, da war er froh.
Meist hat sein Vater schon, die Sitzung abgehalten,
sie haben Vorrecht hier, bei uns die Alten.

Da fiel mir ein der Fritz war s nicht, es war das Kläus`chen.
Der Klaus war es, der dort saß auf dem Häuschen.
Wie komm als Narr, ich jetzt nur auf den Fritz?
Von ihm kenn ich, nicht einen Witz.
Das stille Publikum, begann zu lache.
Die lach, was kann man dort schon mache?
Nicht dort im Saal, ich mein des stille Örtchen.
Man setzt sich hin, und macht ein kleines Törtchen.
Gar mancher hat sich dort, schon Mal verlaufen.
Der macht kein Törtchen, sondern einen Haufen.
Doch davon will ich hier, kein Wort berichten.
Darüber kann der dümmste Narr, nur Verse dichten.
Ich überleg, was ist dem Klaus geschehen?
Umsonst und ohne Nichts, wird keiner dorthin gehen.
Jetzt fällt mir`s ein, der saß von Gott behütet.
Ihm war ganz wohl, und hat dabei gebrütet.
Er saß dort wie die Glucke, auf dem Nest.
Er tat die Augen zu, und drückte dabei fest.
Dann hatte Klaus, mit viel Geduld und Kraft,
die Morgenandacht, mit Bravour geschafft.

Jetzt fehlte ihm dort, dort auf dem Klorevier,
nur ein paar Blatt, vom feinsten Klopapier.
Er schaut sich um, in diesem kleinen Raum.
Es ist kein`s da, es war wie Nachts im Traum.
Das Klopapier, ihr könnt die Qual ermessen,
das wurde dort, seit Tagen schon vergessen.
Hat es der Vater, von dem Klaus verbraucht?
Er wusste nur, dass dieser dort oft raucht.
Nun spürte Klaus, den eisigkalten Schweiß.
Er dachte was, ist das hier nur ein Sch …….icksal.
Ihr Narren hier, versteht ihr diesen Witz.
Jetzt hilft dem Klaus, nur noch ein Geistesblitz.
Dem Opa wäre, so was niemals passiert.
Der hat meist in die Hosen, abgeführt.
Der hat die Hosen, einfach anbehalten.
So machten es im Land, die Alten.
Nicht, das ihm diese Machart störte.
Es war der Wirt, der sich empörte.
Wenn Opa sich, zum Stammtisch setze,
war er dann blitzschnell, auch der Letzte.

Der fiel ihm ein, weil er doch war in Nöten.
In seiner Brieftasche, da waren ein paar Kröten.
Es steckte fest, ein Hunderteuroschein.
Der sollte jetzt, die letzte Rettung sein.
So hat der Klaus, den neuen Schein benutzt.
Und sich damit, den Hintern abgeputzt.
Da öffnete sich, jetzt leis genau die Tür.
Hier Sohnemann, für dich das Klopapier.
Dem Kläuschen war, der Spaß vergangen.
Er hat dem Geld nicht nachgehangen.
In Zukunft jetzt, in den fernen Tagen,
wird er Papier, dann bei sich tragen.
Ihr Narren hier, ihr dürft es alle wissen.
So preiswert hab ich selbst, noch nicht ge….lebt.
Im Wald half mir, ein grünes Blatt.
Weil ich Papier, nicht bei mir hat.
Es war, vor hundert Jahren so,
Da war im Freien, noch das Klo.
Ein Balken nur, auf dem man saß.
Im Winter war das, dort kein Spaß.

Wasserspülung, warm der Sitz.
Wo lebt ihr den, das war ein Witz.
Puddelloch, mit Holz darüber.
Wollt ihr so was, jetzt doch wieder?
Würdet ihr, auf so was gehen?
Wo man es tut, dabei im Stehen.
Wo im Boden nur ein Loch.
Denn wenn man muss, macht man es doch!
Ich will die Sprüche, hier beenden.
Lassen wir`s, dabei bewenden.
Auf den Toiletten, draußen hier,
ist genug, an Klopapier.

Für alle Narren denen das normal, menschliche Bedürfnis noch nicht zum qualvollen Hindernis geworden ist. Auch für die wenigen Narren, die meinen sich am Äbbelwoi zu laben und vergessen wie gut der „ Winkleler Wein“ schmeckt. Dabei nicht beachten die plötzliche Wucht der Urgewalt des Frankfurter „Stöffsche“! Ihnen schicke ich meinen aufrichtigen Wunsch hinterher: Möge wenigstens eine Toilette frei sein!