Kokolores

Der erste Hund im Haus!

Erstellt: Dienstag, 25. März 2014 19:00
Geschrieben von Helmut Eckert

Nun sind se raus.
Alle Kinner aus dem Haus.
Gestern zog des letzte fort.
Zu ihrem Beppo hier im Ort.

Mei Lisbeth hot jetzt Depression.
Da die Jüngste zog davon.
Des Haus ist leer verlasse.
Des Lisbeth konn des noch nit fasse.


Mer hört im Haus die Mäuse laafe,
Des Libeth kann vor Ruh nit schlafe.
Des Lisbeth hot mich angeschaut.
So schaute sie zuletzt als Braut.

Als sie mich in der Hochzeitsnacht,
splitternakisch hot betracht.
Hans Hugo hier muss Lebe her.
Unser Haus des ist so leer.

Ein Hund bringt Lebe in die Hitt
Bring morgen mir en Hundche mit.
Ei Frau was willst du mit dem Vieh.
Der macht de gonze Dach nur Mieh.

Der frisst uns nur die Rente all.
Mei Libethche du host en Knall.
Hans Hugo keine Widderred.
Ich will den Hund, jo nit fürs Bett.

Des Hundche wärd mei neues Kind.
Es ist soweit, des Weib es spinnt.
Mer soll dem Weib nit wiederspreche,
des dut in Dunkelheit sich räche.

Dann ist die Schlofstub zugesperrt.
Weil Mann drei Nächt beacht nit wird.
So hab ich ihr nit wiedersproche.
Bin demütisch zu ihr gekroche.

Was soll des für ne Rasse sein.
Die Frage fiel mir grad noch ein.
Hans Hugo ja das Tierasyl.
In Wiebade ist jetzt mein Ziel.

Hol de Wache aus de Scheier.
Die ment es Erst, oh Gott Mensch Meier.
Ich tat was mir mein Weib befahl.
Ich hab jo doch ke anner Wahl.

Des Lisbeth seet, do wo se belle,
do ist des Tierheim, siehste gelle!
Ich wollt im Auto sitze bleibe.
Versucht mir es zu beschreibe.

Kein Hund wärd letztlich ihr gefalle.
Es sind ko do, heit sind se alle.
Des Lisbeth aus dem Auto stieg.
Mem Autositz ist sie im Krieg.

100 Kilo plus zwa Backe.
Des kann ein Autositz nit packe.
Hans Hugo komm an meine Seite.
Vergebens suchte ich die Weite.

Sie hielt mich fest und eilte vor.
Ich musste mit, ich armer Tor.
Sie sah die Boxen,  all die Hunde.
Dann hot sie ihren Hund gefunde.

Gelb, Schwarz, Grün mit etwas Hell.
Dreißisch Farbe hot des Fell.
Uff die Größe von dem Köter,
habt Geduld, do komm ich später.

Des Maul des Tiersche war ne Pracht.
Ich denke Hugo, hier hab acht.
Zur Rasse muss ich etwas sagen.
Do konnste nur den Herrgott fragen.

Frag ich die Mehrzahl all der Leute.
Ich weis nicht, was soll es bedeute.
Hugo dieser Hund sonst keiner.
Lisbeth schrie der Hund ist meiner.

Hugo geb den Leit e Spend.
Sie mit dem Hund zum Auto rennt.
Die Dier ging uff der Hund war drin.
Bevor ich noch am Auto bin.

Uff de Rückbank lag ihr Schatz.
Drei Mensche habbe sunst dort Platz.
Lisbeth strahlte voller Eifer.
Ich sah des Hundes Sabbergeifer.

Dort die Sitze schmiert er ein.
Das is kon Hund des is ein Schwein.
Als mich die Wut so richtig packte,
Das Tierche in des Auto kackte. 

Mei Lisbeth bei der Heimfahrt fragte,
wobei sie lieber Hugo sagte.
Wie soll mei neues Schätzche heiße.
Ich dacht, der dut nochmals belle.

Hugo sagt die Liesbeth weiter.
Des Tier, des is en ganz gescheiter.
Ich glab des wir ihn Wichtel taufe.
Er ist so brav mit mir gelaufe.

Dahom der Wichtel nahm beschlag,
wo sonst am Nachmittag ich lag.
Des Sofa hott  er  in Besitz.
Derweil ich uff dem Hocker sitz.

Ein Perserteppisch hatte wir.
Den zerroppte dieses Tier.
Eines des des sollt ihr wisse.
Der Hund tut an mei  Hausdier pisse.

Post bekomme mir nit mehr.
Kein Briefträger traut sich hier her.
Des Wichtels Hundetrüffelhaufe,
könnt man als Dämmstoffe verkaufe.

Die Rente reicht nur zehn der Tage.
Der Wichtel ist die größte Plage.
Schappi rührt das Vieh nicht an,
wenn er sechs Koteletts habe kann.

Mein Nachtquartier ist jetzt die Kammer.
Ihr Leit was is des jetzt ein Jammer.
Der Wichtel liegt in meinem Bett.
Die Lisbeth jetzt ein Wächter hät.

Will ich mit Lisbeth Liebe mach.
Dann tut der Wichtel dabei wache.
Steig ich zu schnell von Lisbeths Masse.
Dann knurrt der Hund und tut mich hasse.

Nun will ich euch noch was verrade.
Neulich nutzte ich den Spade.
Der Wichtel hot sich tot gefresse.
Vor dem Grab hän ich gemesse.
Zweimetervierzig in der Länge,
wobei die Höhe des Gehänge,
betrug Einszwanzig bis zum Pimmel.
Jetzt ist der Wichtel fort im Himmel,
wo die Hunde komme hin.
und ich wieder glücklich bin.
Lisbeth flennte Rotz und Wasser.
Nannte misch gar Hundehasser.
Nun da Wichtel jetzt begrabe,
 hat sie mich sofort eingelade,
 in das Ehebett zu  komme.
Ich sagte streng Elisabeth,
ich komm nur zu dir ins Bett,
Wenn nie wieder hier ein Hund ist da.
Elisabeth ist dir das klar?
Des Lisbeth jo sie drückte mich,
sie flüsterte, ich liebe disch.
Ein neuer Hund kommt nicht mehr her.
Lieber bleibt die Hütte leer.

Geschrieben im Frühjahr 2014 in Lübeck von Helmut Eckert
Wer ähnliche Erinnerungen an seinen Haushund hat, sollte sich hier melden.