20 | 11 | 2017

Kokolores

Klobürste

Diese Geschichte trug sich einst in Ransel und seinem Nachbarort zu. Oder doch im Nachbarort und Ransel?
An der Tür hat es geschellt,
unsern Hund hat gleich gebellt.
Wer schellt, wenn mir beim Schobbe sitze,
wer erlaubt sich solche Witze?
He Lisbeth, geh mal an die Tür,
einer will bestimmt zu mir.
Frage erst wer Draußen steht,
Viertelvier ist reichlich spät.
Mein Lisbeth nun zur Haustür eilt,
derweil mein Blick im Glase weilt.
Wen n des der Schwager ist von drüben,
dann ist der nicht daheim  geblieben.


Der riecht den Wein auf hundert Meter,
da kommt er gleich und niemals später.
Er eilt zu jeder vollen Flasche,
um deren Inhalt zu vernasche.
So wie ich meinen Schluckspecht kenne,
ich mit dem Wein zur Küche renne.
Auch die Römer sind versteckt,
damit der Arsch sie nicht entdeckt.
Kommt der erst in das Zimmer rein
Fragt er nach meinem beste Wein.
Grad wie ich sitz, kommt s Lisbeth an,
und links von ihr, halt neben dran,
da steht ein gelber Mann daneber,
der hat es sicher mit der Leber.


Gestatten Meise ist mein Name,
bedanke mich bei dieser Dame.
Die mich zu ihnen hat begleitet.
Was hat die Lisbeth nur verleitet,
Das die dem Simpel aufgemacht.
Dies hab sofort ich hier gedacht.
Ich dachte weiter, Gott sei Dank,
die Flasch steht gut, im Küchenschrank.
Von den Zeugen kommt der nit.
Die bringe als ein Zweite mit.
Mein Herr jetzt nehmen sie hier Platz,
nicht auf dem Schoß`, von meinem Schatz.
Da auf dem Stuhl, dem ohne Lehn,
sonst haben sie es zu bequem.
Kaum saß sein Arsch auf diese Fläche,
tat sich mein Hund schon an ihm räche.
Er hebt des Bein ganz still und heimlich.
Ach ihr Leut, war mir des peinlich.
Herr Meise, was ist ihr Begehr?
Sagen  sie, was führt sie her?
Verehrter Hausherr, viele Jahre,
verkaufe ich schon Bürstenware.
So sprach er und er zeigte dann,
 mir eine Bürste und den Kamm.
Herr Meise, da mein Kopf ist Glatze.
Des Lisbeth genug vom Bürsten hat se.
So können sie mir nix verkaufen,
Sie sind umsonst hierher gelaufen.
Gemach, gemach ich hab viel mehr.
Schon holt es die Klobürst her.
Herr Meise schluckst ich unter Tränen,
im Abort steht sie zum verwöhnen!
Das hat den Meise so gerührt,
hat auf des Lisbethche  gestiert.
Griff mit der Hand zum Portmonee,
Sprach dann, mir macht`s das Herze weh,
wenn ich des Elend bei euch seh.
Euch fällt die Ehe sicher schwer,
gebt mir die Alt für 5 Mark her.
Mein Kopf ward rot, ich schämte mich,
He Lisbeth ja der meinte dich.
Herr Meise steht des Angebot,
jetzt wurd des Lisbethsche ganz rot.
Schamppes waag dich, kreizverfixt,
 zu oft hast du mich ausgetrixt,
doch lieb ich dich von ganzen Herzen.
Ich liebe dich voller Leid und Schmerzen.
Ich weiche nicht aus diesem Haus.
Hier holt mich nur der Teufel raus.
Sie sehen selbst verehrter Meise,
dieses Angebot ist…. Scheiße.
Für die fünf Mark hier auf dem Tisch,
ja da überwind ich misch.
Ich will sie sicher nicht betrügen.
Auch mit keinem Wort belügen.

Meine Bürste biet ich feil,
da die sauber und allweil,
ihren Dienst mit Freude macht.
Lieber Meise gib jetzt acht,
Kauf sie jetzt in den Moment,
eh des Lisbeth mit dir schennt.
Meise hat die Bärscht genommen,
preiswert hat er sie bekommen.
Herr Meise ich find es ganz nett,
 dass sie die Bürste vom Klosett,
 für gutes Geld jetzt selbst erworben,
und machen sie sich keine Sorgen,
Die Bürste schafft es ohne Frage,
ohne Abstrich, ohne Klage,
ihre Scheiße zu entfernen.
Dabei sollten sie noch lernen,
Wie sie mit der rechten Hand,
ohne großen Zeitaufwand,
gleichmäßig im Klo rum rühren,
wie sie die Bürste richtig führen.
Haben sie das erst begriffen,
können sie schon gleich beim Schiffen,
mit dem Wischen neu beginnen,
um so Freizeit zu gewinnen.
Mit den zarten Borstenpitzen,
können sie da selbst im Sitzen,
längs durch ihre Ritze streichen,
und sie werden es erreichen,
das die superzarten weichen,
Bürstenenden sie beglücken.
So sparen sie das Klopapier.
Meise,  sie gehört nun dir.
Meise hat bei sich gedacht,
ein Schnäppchen habe er gemacht.
Ohne sich noch umzudrehen,
begann nach Hause er zu gehen.
Von nun an war der Meise froh,
weil da stand in seinem Klo,
diese Bürste mit dem Zweck,
zu räumen ihm die Scheiße weg.
 
Nun die Moral von so Geschichten,
manches tut der Mensch erdichten.
Wer gut redet,  ist Charmeur,
der gibt im Leben etwas her.
Mär sieht s an mir und sieht´s an eisch,
mit gude Handel wärste reisch.
Der Meise hot die Bärscht genomme.
Im onneern Jahr, als werre komme.
Die Brill vom Klo wollt er noch habbe,
ich gab sie ihm für ein paar schlabbe
Hundert Euro in die Hand.
Was der noch allzu preiswert fand.
Viel später is es mir gekomme,
der hot die Lisbeth mitgenomme.
Er ging mit meiner Lisbeth  fort,
wohnt  jetzt mit der im Nachbarort.
Die Lisbeth wollt ko Klobärscht neu,
sie blieb der alten Bürste treu.
Ach die Brill wollt sie nit misse,
sie saß bequem, wen sie tat pisse.
Vom Ackergaul war ihr Gesäß,
daher bin ich ihr nit bös,
das sie mit Brille und dem Meise,
ins Nebedorf ging auf die Reise.
Ihr Verlust hot mich versöhnt.
Weil ich etwas nicht erwähnt,
Es lebt bei mir ein junges Weib,
die jeden Daach  aus Zeitvertreib,
Das bärschte als ihr Hobby fröhnt,
wobei sie bei dem Hobby stöhnt.
So sind wir beide Frau und  Mann,
sie die Bärscht und ich der Kamm!
Helmut Eckert Januar 2014

 

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