19 | 11 | 2017

Kokolores

Das Hasenohrengericht

Im Rheingau isst mer Dibbehas,
wie ich in alter Chronik las.
Übern Rhei auf Schlambes-Seit,
ist man lange nicht so weit.
Dort gibt es jetzt zum Osterfeste,
von dem Hasen nur das Beste.
Es sind die Ohren die sie braten.
Ich will Euch das Rezept verraten.
Der Rest vom Hase wird verschenkt,
der „Pälzer“ eben praktisch denkt:

Man nehme:
Zwei der toten Hasenwichte,
für das Hasenohrgerichte.
Wenn die Hasen sind geschlachtet,
man nach ihren Ohren trachtet.

 

Ein scharfes Messer hilft da sehr,so gibt der Kopf die Ohren her.Jetzt füllt man diese Löffelschoten,
mit Peperoni, mit den Roten.
Dann wickelt man sie wie Rolladen,
feiner Speck, kann niemals schaden.
Mandelsplitter, Zitronat,
etwas Pfeffer und Muskat.
Gepressten Saft von der Zitrone,
dazu noch eine Kaffeebohne.

Zimt und frischer Kadamon,
Weizenkleie, blauer Mohn.
Grüne Kresse, Bohnenkraut,
etwas Kümmel, vorgekaut.
Schales Bier, und Majoran,
dazu kommt etwas Lebertran.
Maismehl, Salbei, Estragon,
weißer Pfeffer, hat man schon,
Ganz am Anfang eingerührt.
Vor dem Braten wird probiert.
In guter Butter brät man gleich,
diese Ohren richtig weich.
Jetzt im Ofen eine Stunde,
wird gebraten mit im Bunde,
alles was am Hasen war,
Kopf und Pfoten, Fell und Haar.
Ist der Braten aus der Röhre,
raspelt man schnell eine Möhre.
welche auf den Hasenohren,
nochmals dürfen etwas schmoren.
Endlich ist das Essen gar,
kommt ihr liebe Gästeschar.
Hasenohren wird gereicht,
dazu Rheinwein spritzig, leicht.
Jeder will ein Öhrchen haben,
jeder will sich daran laben.
Hasenohren prall gefüllt,
auch ein´ Bergmannshunger stillt.
Allen Gästen hat geschmeckt,
was in Hasenohren steckt.

Etwas hat der Koch verschwiegen,
fragt ihn nicht, er müsste lügen.
Der Hasenohren letzte Würze,
sag ich hier in aller Kürze,
sind die Handvoll Hasenküttel.
Diese sind das beste Mittel,
um den Geschmack voll abzurunden.
In die Füllung eingebunden,
sind sie der Würze letzter Schrei.
Gut verrührt mit einem Ei,
schmoren sie im eig´nen Saft.
Geben so der Speise Kraft,
Ohne diese Hasenbohnen,
wird sich das Kochen gar nicht lohnen.

Sicher mag der Koch es nicht,
selber essen das Gericht!!!!!!!!!!

Des „Pälzers“ Hasen Leibgericht,
gibt es in Wirklichkeit so nicht.
Auch die auf Schlambesseit, do dribbe,
esse Dibbehas wie hibbe.
Des mit de Ohre ist geloche,
hab ich mer aus de Nas gezoche.
Sie mösche Dippehas ja koche,
doch komisch hot der schunn geroche…….
Vom Rheigau muß der Hase seu,
dazu ein guter Winkler Woi.
Das ist das Paradies beim Esse,
Dribbe kannste des vergesse….

 

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